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1

Montag, 11. Januar 2010, 16:42

Ärztliche Versorgung auf Fuerteventura?

Hallo,
aus aktuellen Anlass würde mich mal interessieren, besonders von den Insidern, wie so die ärztliche Versorgung auf unserer schönen Urlaubsinsel ist?
Gibt es außer den vielen Ärzten in den jeweiligen Urlaubshochburgen auch Spezialisten auf der Insel?
Wo gibt es ein Krankenhaus auf Fuerte und von wo kommt der Krankenwagen wenn man ihn anfordert?
Hat schon einer Erfahrungen mit dem Krankenhaus auf Fuerteventura gemacht, wenn ja, welche?

Viele Fragen von mir, bin mal gespannt auf eure Antworten!

Der Anlass dieser Fragen ist, beim letzten Fuerteurlaub als wir vom Bus abgeholt wurden und dann zum Barlovento fuhren lag direkt vor dem Barlovento eine Person die vom Rettungsdienst reanimiert wurde. Das schockte einen doch sehr und darum meine Fragen! ?(

Scirocco

Schüler

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Beruf: Polizeibeamter

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2

Montag, 11. Januar 2010, 18:06

hola hdtj,



also das Krankenhaus ist in Puerto del Rosario.

In den Hochburgen Jandia und CC gibt es viele Fachärzte, sogar Deutsche.

Selbst über unser Pajara kannst Du einen Arzt konsultieren,

glücklicherweise brauchte ich mir darüber im Urlaub noch keine weiteren Gedanken machen.........

Alois

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3

Montag, 11. Januar 2010, 18:33

Hallo!
Es gibt auch eine Dialyse Stadion in Jandia.
Bin selber im Urlaub 2003 - 2005 dort gewesen.
Deutscher Standart.
Okt. 2005 Nierentransplantation, seitdem keine Dialyse mehr.

LG Alois
Ich brauche Informationen.
Eine Meinung bilde ich mir selbst. ( Charles Dickens)

Axel007

unregistriert

4

Montag, 11. Januar 2010, 19:13

Es gibt auch eine Dialyse Stadion in Jandia.
Bin selber im Urlaub 2003 - 2005 dort gewesen.
Deutscher Standard
hallo alois :lupf:
ich bin seit august 2008 an der dialyse (nach einer herz OP) . im mai 2009 war ich auch in jandia an der dialyse, du schreibst, deutscher standart, ich sage noch besser nämlich mit meerblick! :lol: über Dr. Berger Feriendialyse wurde alles organisiert und alles nur zu meiner zufriedenheit!!!!!!!!!!
im mai werde ich wieder da sein. mann kann ohne sorgen dort zur dialyse zu gehen, sollte jemand hierzu fragen haben stehe ich gerne mit rat zur verfügung.

caballero

unregistriert

5

Montag, 11. Januar 2010, 20:32

Hut ab!

Ganz im Ernst, ich weiß nicht, ob ich dazu den Mumm hätte. Bis auf ein paar Hautproblemchen und meine Bandscheibenvorfälle bin ich ganz fit. Aber selbst die Bandscheibenprobleme halten mich wohl auch in diesem Jahr davon ab, nach Fuerte zu fliegen. Wobei ich jetzt natürlich ins Grübeln gekommen bin. Mal sehen, vielleicht feiere ich ja doch meinen 50ten auf Fuerte. Habt Dank für's Nachdenken! :kla:

Gruß, Caballero

mannix

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6

Dienstag, 12. Januar 2010, 00:15

Na Caballero nu mal zu,

ich habe meinen 50. und auch meinen 60. auf Fuerteventura gefeiert und es nicht bereut. :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup:
LG mannix
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Wo das Geld mitspielt, hat die Ehrlichkeit schlechte Karten.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »mannix« (12. Januar 2010, 11:48)


Alois

leider verstorben

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7

Dienstag, 12. Januar 2010, 11:01

Hallo Axel!
Ich hatte auch immer über Dr. Berger gebucht.
Mit Taxi ( immer das selbe) von der Costa Calma hin
und Mittags stand das Taxi wieder vor der Tür für die Rückfahrt.
Taxikosten werden von der Krankenkasse erstattet.

Hallo caballero!
Nur Mut, Du willst dir doch Deinen Urlaub von so ein paar
gesundheitliche Probleme nicht verderben lassen.

Ich hatte 2004 eine Darm OP, dabei wurde mir ein künstlicher
Darmausgang gelegt. Ich bin trotzdem nach Fuerte geflogen,
mit Dialyse. Der Darmausgang wurde später wieder zurück verlegt.
Meine Frau gebraucht Nachts ständig und Tags Stundenweise Sauerstoff.
Deswegen müßen wir immer einen Sauerstoff-Konzentrator mit
in den Urlaub nehmen. Aber deswegen auf Fuerte verzichten? Nein !!!!!
LG Alois
Ich brauche Informationen.
Eine Meinung bilde ich mir selbst. ( Charles Dickens)

8

Dienstag, 12. Januar 2010, 13:14

WOW Alois und Axel
ihr seid echt Klasse.
Das muss doch den Caballero eigentlich überzeugen.
Alles gute trotzdem für eure Gesundheit. :thumbup:
LG Anni

caballero

unregistriert

9

Dienstag, 12. Januar 2010, 13:27

Hallo Alois,

es gehört schon etwas dazu, mich sprachlos zu machen. Du hast es aber geschafft. Meine absolute Hochachtung! :appl: :appl: :appl:
Ob meine Liebe zu Fuerte so weit geht, kann ich nicht sagen. Ich denke, mir wäre das Risiko doch zu hoch.

LG Caballero

Alois

leider verstorben

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Beruf: Urlaub für immer

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10

Dienstag, 12. Januar 2010, 16:46

Hallo coballero!
Ich habe ja nur die Kurzversion geschrieben.
Bei der Darm OP mußten die Arzte noch zwei mal Nachoprieren.
Die hatten bei der ersten OP den Darm nicht dicht bekommen.
Ich bin erst nach 12 Tagen, während der Dialyse, aus dem Koma erwacht.
Aber ich will hier nicht meine ganze Krankheits Geschichte erzählen.
Dafür ist dieses Forum nicht da. Ich wollte nur erklären, das man
auch mit Krankheit nach Fuerte fliegen kann.

LG Alois
Ich brauche Informationen.
Eine Meinung bilde ich mir selbst. ( Charles Dickens)

Axel007

unregistriert

11

Dienstag, 12. Januar 2010, 17:25

hallo alois :lupf:
ich bin ja immer im palmgarden das heißt,zur dialyse hin mit taxi (steil berg auf) zurück zufuß , 5 minuten bis palmgarden
gesamtkosten für taxi für 2 wochen ca, 14,00€ , da lachen wir doch drüber :freude: und ich kletter nicht morgens um 7:oo den berg hoch lol .

12

Freitag, 22. Januar 2010, 19:04

Ärztliche Versorgung

Wenn ein deutscher Rentner hier überwintert reicht ein Auslanskrankenschein - heute auch eine Karte - früher Din A4 Blatt Model E319. Der bei Bedarf im Büro der Seguridad Social in Puerto del Rosario am Hafen in einen Behandlungsschein eingetauscht werden kann. Derjenige Rentner welcher für immer auf unsere schöne Insel kommt wird empfohlen ein anderes Model in Anspruch zu nehmen. Welches eine komplette Ummeldung der Krankenkasse nach Spanien entspricht !!! Das bedeutet, er hat auch nur noch Ansprüche wie ein spanischer Rentner. Ist ja nicht schlecht die Medikamente gratis zu erhalten, es besteht aber die Pflicht eines Hausarztes, den man sich nicht aussuchen kann. Der Zahnarzt sind nicht mehr dabei, auch in Deutschland nicht mehr!! Man sollte sich so etwas 3x überlegen. Hier gibt es auch private Krankenversicherungen , die man abschließen kann oder im CEM wird man Mitglied. Und wenn man medizinische Eingriffe in Deutschland vornehmen lassen will muss man das beantragen und genehmigen lassen. Funktioniert auch ist aber langwierig.
Das sind meine Erfahrungen . Vielleicht haben andere auch andere Erfahrungen gemacht. Katrin
Das CEM hat 24 Stunden Dienst und macht auch Hausbesuche bei bedarf. Da ist auch der Arzt beschäftigt der einen amtlichen Totenschein ausstellen darf. Man kann auch hier sterben! In Puerto wirst Du eingeäschert ,wenn Du nicht in die Mauer willst. Deine Angehörigen erhalten die Urne in die Hand können dich ins Meer schütten oder mit nach Deutschland nehmen. Wie Ihr wollt.
Dünnen Köchen traut man nicht :Can:

13

Freitag, 22. Januar 2010, 22:58

@ Katrin

danke für deinen ausführlichen Bericht über die ärztliche Versorgung auf Fuerte.
Das mit der "Mauer" habe ich nicht so richtig verstanden.
Was ist eine sogenannte "Mauer"?
Gibt es denn keine normalen Friedhöfe auf der Insel. ?(

Aber mit dem Sterben hat es ja auch noch Zeit!

Bin mal gespannt, ob ich noch was interessantes zum Krankenhaus (positives oder negatives) hier erfahre? :nw:

Ansonsten Katrin, an deinem Spruch ist was Wahres dran!!! :esp:

Grüße hdtj1

14

Samstag, 23. Januar 2010, 17:59

"Mauer"

@hdtj1
Die Friedhöfe in den südlichen Ländern bestehen aus Beerdigungsmauern! In die man hinein geschoben wird, diese Mauernischen mußt Du kaufen und normalerweise passt die gesamte Familie nach und nach hinein. Du zerfällst zu Staub durch das trockene Klima.
Du wolltest mehr über unser Krankenhaus erfahren. Hier mein subjektiver Erlebnisbericht. Da ich hier in Spanien krankenversichert bin. Kann ich ,logisch ,nicht einfach in Deutschland zum Arzt gehen um die Gallenblase los zu werden. Kein Akuter Notfall vergiß es. Also hier zum Hausarzt, Überweisung ins Krankenhaus, schon nach 6 Wochen erhielt einen Anruf aus dem selbigen mit der Nachricht in 10 Tagen Termin beim Chirurgen. Du mußt antanzen, der Arbeitgeber hat dich freizustellen. Es war ein Mittwoch , ein netter ältere Herr empfing mich der mich fragte wie dringend den die Operation wäre ?( . Es stellte sich heraus er ist der Operateur. Gut ,hätte ich den Wunsch geäußert mit Schlüssellochverfahren operiert zu werden hätte ich noch 6 Monate warten müssen, den das ist nur in GC im General Hospital möglich. Aber mit meinem Fettbauch ist ein Schnitt am besten, also hier in unserem Inselhospital unters Messer. Ca 3 Monate später hatte er Zeit und Platz ok. Die letzten 5 Wochen habe ich jede Woche einmal im Krankenhaus antanzen dürfen zur OP Vorbereitung. Blutzapfen, Ultraschall 3Dimensional, EKG ,Vorgespräch mit der Narkoseärztin ( eine Deutsche Ärztin) etc...
Einfinden musste ich mich am Sonntagabend bekam einen permanenten Zugang gelegt von einer ausgebildeten Krankenschwester, Montagmorgen bekam ich steril verpackt das OP- Hemd (internationales Design- hinten offen) eine Seife, Schwamm und Handtuch und eine Tablettenschale eine LMAA und 2 andere . Danach ins frisch gemachte Bett und man wird in den OP-Saal geschoben. Die Tablette wirkt Wunder bin fast singend dahin gefahren mit den Schwestern habe ich noch gescherzt und mich beschwert weil es so kalt war. Nach ca 2 Stunden war ich wach und es ging zurück aufs Zimmer (automatisch 2 Bett-Zimmer/ Dusche und Toilette im Zimmer) da wartete mein Freund auf mich . Nachmittags kam meine Mutter eingeflogen und durfte rund um die Uhr bei mir bleiben und die Schwestern bei der Pflege unterstützen( es ist angenehmer von Muttern den Schieber unter den Allerwertesten geschoben zu bekommen) Für den Angehörigen gibt es einen Stuhl am Bett, der wie im Flieger zurück geschoben werden kann und die Nachtschwester bringt jeden Abend frische Decken und Kopfkissen eingeschweißt in Folie. Der pflegende Angehörige hat Anrecht auf alle Mahlzeiten im Krankenhaus , wenn der Zustand des Patienten ein verlassen des Krankenhauses nicht zulässt. Ich hatte extra nachgefragt ,wegen Mama. Klar erstmal verweigerte man mir es für Mama, aber meine Bettnachbarin war die Tochter eines Beamten der Guardia Civil und der motzte dann : Was für eine Frechheit, die Mutter kommt aus Deutschland hier her um ihre Tochter zu pflegen und das Krankenhaus ist nicht in der Lage ihr etwas zu essen zugeben , sie spricht kein Spanisch und ist Diabetikerin. Bodenlose Frechheit und dann ging's. Dafür war ich auch nur bis Mittwoch stationär und durfte dann nach Hause gehen, fürs Fäden ziehen eine Woche später antanzen alles bestens und gut verheilt. Für die Gallenblasenentfernung gibt es 3 Wochen den Krankenschein für länger musst du gleich zum Vertrauensarzt. Ich fühlte mich gut aufgehoben und es war eine Erfahrung mehr und sehr interressant. Die Notfallambulanz hat keinen guten Ruf (im Krankenhaus!auch hier gibt es überarbeitete Ärzte) . Der Krankenwagen ist am Centro de Salud und nach dessen Feierabend am CEM stationiert. Bei einem Akuten Notfall kommt der Heli ist hier in der Krankenkasse enthalten. Fachärzte sind im Hospital oder wenn da nicht vorhanden in Gran Canaria. Die Seguridad Social zahlt das Ticket und wenn Du übernachten musst auch das Hotel und bei bedarf auch alles für die Begleitperson Habe viele Leute kennengelernt denen geholfen werden konnte aber auch genügend die unzufrieden sind. Es ist halt Ansichtssache , wie locker man manche Sache empfindet oder sieht. Gruß Katrin
Dünnen Köchen traut man nicht :Can:

Pantalla

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15

Samstag, 23. Januar 2010, 22:28

Katrin,
du hast das sehr gut geschildert, ehrlich, offenherzig und nichts beschönigend.
Ich bin ja selber hier lebender Resident, musste allerdings noch nicht "eingeliefert" werden.
Aber dein Bericht ist auch für mich recht interessant.
Danke dir.

Pantalla :lupf:
Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.
-Antoine de Saint-Exupéry-

16

Samstag, 23. Januar 2010, 23:46

Echt Katrin

sehr guter ausführlicher interessanter Bericht.
Wenn man sich mit dem Gedanken trägt, mal nach Fuerte umzusiedeln ...........................

Kannst du noch mal kurz erklären was die Abkürzung CEM bedeutet?
Und Seguridad Social, ist das eine Krankenkasse?

LG Anni

caballero

unregistriert

17

Sonntag, 24. Januar 2010, 09:26

Sehr interessant, für mich aber eher ein Hinderungsgrund später nach Fuerte zu gehen. Zumal ich auch noch nicht genau weiß, wie das bei einer privaten KV und Beihilfe ist. Hat da jemand von Euch Erfahrungen?

Gruß, Caba

18

Sonntag, 24. Januar 2010, 11:22

@ Katrin

absolut super Beitrag von dir.
Besonders die Offenheit und die genaue Schilderung. :da:

Nochmals vielen Dank,
und viele Grüße ins Kartoffelstübchen

hdtj1 :lupf: :lupf: :lupf:

19

Sonntag, 24. Januar 2010, 12:19

Hallo Katrin, auch von mir ein Danke für diese ausfürliche Beschreibung!

Ich kann dazu nur sagen: Wohl dem der das deutsche Gesundheitswesen nutzen darf und auch zu schätzen weiss.

Auch wenn ich mich jetzt in die Nesseln setz: da zahl ich doch gern mal 10 Euro pro Quartal für eine wesentlich bessere medizinische Versorgung.

Meine Gallenblase, die später inkl. 2 daumengroßen Gallensteinen entfernt wurde wurde monatagsmorgens vom Hausarzt meiner(!) Wahl diagnostiziert, am Dienstag ins Krankenhaus meiner Wahl (!) ca. 10 Uhr - am gleichen Dienstag ca 17 Uhr per Endoskopie (Schlüssellochverfahren) von einem bestens ausgebildetem Ärzteteam entfernt. Zweibettzimmer sowieso beste Nachversorgung im Krankenhaus ( Schwestern halten auf Wunsch die Verwandtschaft fern,grinz). Freitags morgens nach Chefarztvisite freundlich und höflich und fast beschwerdefrei nach Hause entlassen.
Auch kein Notfall aber ein nötiger Eingriff der zügig und professionel in kurzer Zeit erledigt wurde.

Auch mal ein Hoch auf Deutschland und seine medizinische Versorgung !!!!!

Also, wenn medizinische Behandlungen( noch dazu welche, die einen stationären Aufenthalt bedingen), bin ich schon dafür , sich in Deutschland behandeln zu lassen!


Gruss

der Harald :lupf:

Pantalla

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20

Sonntag, 24. Januar 2010, 15:49

@Caballero,

bin auch in deiner angesprochenen Form versichert und habe also
70 Prozent Beihilfe und 30 Prozent Restkostenzusatzversicherung
bei Privatkasse.
Die Beihilfestelle und auch die Privatkasse akzeptieren mein Leben
hier und die Abwicklung läuft genauso wie seinerzeit in Deutschland.
Ich bezahle die Behandlungen und reiche die Rechnungen nach D. ein
und das klappte bis jetzt genauso wie in D.

Das Centro Salud und auch die Consultorios in den Ortschaften sind für sozialversicherte spanische und deutsche Patienten.
Unsereiner wird da nicht behandelt, es sei denn in Notfällen, eventuell gegen Rechnung. Das weiß ich nicht so genau. Habe es noch nicht ausprobieren müssen.

Wir sind auf die Privatärzte angewiesen, die es in genügender Auswahl gibt, deutsche, sowie spanische.
Die Krankenhausbehandlung steht für jedermann offen.
Es gibt da Negativ-Berichte aber auch gute.
Walburga und ich hatten beide Behandlungen dort, ich auch noch eine Notfallbehandlung (war von der Leiter gefallen) und wir beide waren zufrieden damit. Beide haben wir prophylaktische Darmspiegelung (allerdings ohne Betäubung) machen lassen hier im Krankenhaus und auch die Schilddrüse in diesem Sinne durchchecken lassen (allerdings auf Lanzarote). Lief alles zur Zufriedenheit ab. Meine Herzbeschwerden wurden hier auch eingehend untersucht durch einen Cardiologen, der monatlich von Las Palmas kommt, unterliege Kontrolluntersuchungen und man hat mich "beschwerdefrei" medikamentös eingestellt.
Ein Freund von uns hat einen Hüftwechsel in Las Palmas vornehmen lassen und kam nach drei Tagen wieder aus dem Krankenhaus und läuft "wie ein junger Gott" damit, nahm Reha nicht in Anspruch, ein anderer hat Hüft-OP in D. machen lassen und leidet heute noch wie Hund.
Also, was will ich damit sagen:
Ein dickes Loblied auf die deutsche Behandlung zu singen und hier alles pauschal zu verurteilen ist nach meiner Meinung nicht gerecht.
Wenn Harald von Zweibettzimmer und Chefarzt z.B. berichtet, dann gehört er sicher auch in D. zu den Preveligierten.
Jeder von uns kennt doch genügend Schauerberichte von schlechter Behandlung in deutschen Krankenhäusern. Da leben doch manchmal ganze Fernseh-Serien davon. Und auch hier gibt es mit Sicherheit Fehlverhalten.
Nur so nebenbei gesagt, habe ich meine Frau und mich bei unserer privaten Zusatzkasse auf den möglichen "Standard-Tarif" setzen lassen, wegen des geringeren Monatsbeitrages, erhalte dafür aber auch nur die für Pflicht-oder Ersatzkasse üblichen Leistungen.
Und wir sind zufrieden damit.
Jemanden abzuraten wegen der ärztlichen Versorgung nicht nach hier hin überzuwechseln halte ich für übertrieben ängstlich.

Um es gleich vorweg zu sagen, für ein "Hauen und Stechen" privat- gegen gesetztlich Versicherte hier in diesem Thread stehe ich nicht zur Verfügung.
Diverse Sprüche und Vorurteile in dieser Sache sind mir von meiner deutschen Zeit nur zu gut bekannt. Es hat alles seine Vorteile, aber auch seine Nachteile.

Pantalla :lupf:
Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.
-Antoine de Saint-Exupéry-