Autoreise Nordspanien

      OT: Vielen Dank für eure Beiträge. Ich freue mich über jeden Kommentar, auch wenn ich nicht immer direkt darauf antworte. Ergänzungen sowie eigene Erfahrungen und Erlebnisse sind immer willkommen. Dann ist das hier nicht so eine einseitige Geschichte.

      Bald geht's weiter, die Reise ist noch nicht zu Ende.
      Avilés: Man darf sich nicht abschrecken lassen von den zum Großteil stillgelegten, aber nicht abgebauten Industriezonen und den grauseligen Hochhaus-Wohngebieten im Zentrum von Avilés - bis man in der Altstadt gelandet ist. Ein Schmuckstück. Lange Straßenzüge voller Renaissance und Klassizismus, aber auch Stadthäuser des Modernismos. Eine Tolle Mischung. Dazwischen kunstvoll gestaltete Kacheln auf dem Fußweg:





      Gang durch die Altstadt:





      … zur Kirche von San Nicolás de Bari, einem ehemaligen Kloster der Franziskanergemeinschaft, das bei ihrer Ankunft in Avilés im 13. Jahrhundert erbaut wurde.









      Dazwischen immer wieder kleinere oder größere Palacios wie z.B. der Palacio de Balsera, der uns den Eintritt gewährte und der heute eine Musikschule beherbergt.







      Und wieder eine Sidreria der ganz besonderen Art:













      Und tolle alte Läden:



      Weiterfahrt nach



      Lang ist’s her, dass in Luanco eine der größten Fischereiflotten Spaniens stationert war und der Kubahandel des Landes v.a. über Luanco abgewickelt wurde, was 1898 mit der Abtretung Kubas durch Spanien zum Niedergang des Ortes führte. Davon sind heute nur noch ein kleiner Hafen und ein schöner Strand übrig.







      Am Abend kehren wir zurück zu unserem Familienrestaurant auf dem Berg von Soto del Barco und lassen uns ein asturisches „Cachopo“ - ähnlich dem Wiener Schnitzel, in diesem Fall jedoch mit Schinken und Käse (dem berühmten „Cabrales“, einem blauen Schimmelkäse) zwischen zwei Kalbsfilets gelegt, paniert und gebraten – schmecken.



      Das war ein Riesenstück, das wir uns geteilt haben.



      Entsprechend klein war dann auch die Rechnung.



      Cabrales gibt es übrigens auch als köstliche Käsesoße, die zum Cachopo oder anderem Fleisch gereicht wird. Ich kann nur schwärmen.



      Wir nächtigen noch bei Magdalena in Soto del Barco und haben uns noch zwei Ausflüge vorgenommen: Zum einen nach Santianes de Pravia zu einer präromanischen Kirche des ehemaligen asturischen Königreiches und nach Cudillero, dem angeblich schönsten Fischerort an der Costa Verde.
      Die "Iglesia de San Juan Evangelista de Santianes" in Santianes de Pravia gilt als älteste vorromanische Kirche Asturiens, die im letzten Viertel des achten Jahrhunderts erbaut wurde. Diese Kirche fungierte zunächst als Kloster und dann als Pfarrkirche und wurde im Laufe ihrer langen Geschichte zahlreichen Reformen und Erweiterungen unterzogen. Auch diese Kirche war – wie so viele andere – leider verschlossen. Und auch in der Nachbarschaft machte niemand auf. So blieb uns nur die Außenansicht:











      Auf der Weiterreise nach Cudillero viele „Lost Places“ so wie dieses Haus hier:





      Leider keine Seltenheit auf unserer Reise:





      Beim Ortseingang von Cudillero unübersehbar: Die Iglesia de Jesús de Nazareno, eine Kirche im romanischen Stil, erbaut im zwölften Jahrhundert:







      Umgeben von Eukalyptusbäumen:



      Wir fahren bis zum Hafen, parken das Auto, schlendern entlang der kleinen Marina,







      Staunen über die großen Fische:



      Und gehen schließlich Richtung Innenstadt. Hier begrüßt uns ein Musiker.



      Von dem angeblich schönsten Fischerort an der Costa Verde sind wir enttäuscht. Zwar hübsch am Hang gelegen, aber alles sehr eng und bedrückend und vor allem sehr touristisch – sogar schon im Juni.







      Landschaftlich bin ich wirklich überrascht, das hätte ich mir so grün nicht vorgestellt, sondern irgendwie total anders. Kulturell, wie soll man sagen, auf jeden Fall etwas für mich - und wahrscheinlich auch kulinarisch...so eine Rundreise würde ich vielleicht auch gerne mal unternehmen, in England & Schottland waren wir auch schon des Öfteren mit dem eigenen Auto...warum also nicht Nordspanien? Wäre mal eine Überlegung wert!
      @Dagmar wir waren vor vielen Jahren 2 mal mit einem VW Bus Camper an der nordspanischen Atlantikküste. Es ist wirklich sehr schön und urig da. Und wie du schreibst, schön grün. Wir haben dann auch mit bekommen woher das kommt. In beiden Jahren hat uns der Regen (regnet sich an den Picos de Europa ab) verjagt und ans Mittelmeer vertrieben. Wenn das Wetter da mitspielt, ist es aber wirklich sehr schön.
      Viele Grüße, Markus

      -el loco del barco :)
      Wären nicht überall spanische Schilder und Bauten, erinnerte es mich sehr stark an Cornwall, wo wir letztes Jahr auf eigene Faust waren (ja - statt nach Fuerteventura, mal etwas ganz anderes!), speziell diese Küstenlinie, Hügel die ins Meer abfallen, dazwischen schöne Sandbuchten...

      Es macht mir nichts, wenn es mal etwas regnet. Es ist ja kein Strandurlaub, sondern eine Rundreise. Ich hatte in Cornwall auch Regenzeug dabei letztes Jahr...es war dann so warm, dass ich mir eine kurze Hose kaufen musste, und Sonnenschutz haben wir auch gebraucht, damit hätte ja keiner gerechnet...Wetter wie im Süden, oder sogar noch wärmer...absurd...
      OT: Herzlichen Dank für die Kommentare. So bin ich hier nicht allein.

      Nicht weit von Cudillero befindet sich der Faro de Cabo Vidío am gleichnamigen Kap oberhalb der Stadt Oviñana.





      Noch beeindruckender sind aber die Klippen, 100 Meter hoch und nicht ganz ungefährlich bei der Umrundung des Leuchtturms.







      In der Nähe die ersten Anzeichen für das bevorstehende Johannisfest:



      Wir erleben noch eine Offiziershochzeit ….



      …. und verlassen Asturien am nächsten Tag mit Ziel Ortiguera in Galicien, berühmt für seine Meeresfrüchte. Hier wohnt die Familie Ignacios aus Pedro Almodóvars preisgekrönten Film „Mala Educación“ über ehemalige Klosterschüler (Anm.: gibt`s auf YouTube in deutsch).Wir wollen nicht stören und fahren runter ans Meer nach Espasante. In einem kleinen Hotel Rural werden wir herzlich empfangen von Laura, die ihr Dorf mit seinen Menschen und dem herrlichen Strand über den Klee lobt. Und sie wird Recht behalten.



      Wir gehen zum Strand und sind überwältigt.









      Traumhaft schön Werner! Dein Bericht und Eure Bilder bestärken mich, bald -wenn ich etwas mehr Zeit habe- diesen wunderschönen Landstrich in unseren Urlaubsplanungen zu berücksichtigen. :thumbsup:
      Diese meine Meinung ist vollkommen subjektiv und kann nicht als Allgemeingültig angesehen werden. Das Lesen meiner subjektiven Meinungsäußerung ist nicht gesundheitsgefährdend und verstößt gegen keine Forumsregeln; Nebenwirkungen sind unbekannt aber nicht ausgeschlossen.
      Im Zweifelsfall fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker! :nw:
      :cool:
      OT: Vielen Dank.

      Es ist 18 Uhr. Der Magen beginnt zu grummeln und wir begeben uns auf die Suche nach einem Restaurant. Schwierig.
      Das eine Lokal ist eher ein Café mit Bar und bietet nur Snacks an, das andere ist eher ein Gourmet-Fischrestaurant mit u.E. extrem hohen Preisen.
      Direkt am Strand entdecken wir schließlich ein Haus mit Markise und Tischen und Stühlen im Freien, das sich als „Centro Social“ entpuppt.



      Wir vermuten, dass hier nur Einheimische Zutritt haben und fragen nach. Doch wir werden herzlich eingeladen Platz zu nehmen. Zu essen gibt es noch nichts, die Küche macht erst um 20 Uhr auf, und ich frage nach einem galizischen Bier. Dies kommt sofort und wird mir geschenkt.



      Angela bekommt einen kostenlosen Wein und wir beide ein Tapa mit kleinen Fleischstücken und Pommes, um die Zeit bis zum Abendessen zu überbrücken. Wir sind sprachlos ob solcher Gastfreundschaft.
      Punkt 20 Uhr gibt´s dann Tunfisch mit Zwiebeln; ein Gericht, das wir dem Nachbartisch abgeschaut haben und das uns als lokale Spezialität beschrieben wird.



      Heute ist Feiertag, San Juan, und so warten wir auf das Johannisfeuer, das nach der Dunkelheit entzündet werden soll. Die Aufbauarbeiten beginnen:



      Aber es soll noch Stunden dauern. Erst nach Mitternacht, das ganze Dorf ist noch auf den Beinen – incl. Kinder und Kindeskinder –, wird das Feuer entfacht.





      Vom Tischnachbarn erfahren wir: Dies ist Tradition in Galizien: Man schreibt auf einen Zettel all seine Sorgen und wirft ihn ins Feuer. Dann springt man über das Feuer mit all den guten Wünschen für die Zukunft im guten Glauben, dass sie in Erfüllung gehen.



      Entschuldigt die Fotoqualität. Es ging nicht besser.

      Am nächsten Tag ist eigentlich Badetag angesagt, aber das Wetter macht uns einen Strich durch die Rechnung. Wir entschließen uns daher, einen Ausflug zum Faro de Cabo Ortegal zu unternehmen - und der Himmel klart auf.
      Es geht steil bergauf bis wir den Leuchtturm endlich erblicken:



      Dieser liegt am Kap Ortegal, der als der Punkt gilt, an dem die Biskaya und der Atlantische Ozean zusammentreffen. Er ist der nördlichste Punkt der Serra da Capelada, dem Gebirgsriegel mit der höchsten Steilküste Südwesteuropas.



      Fertiggestellt wurde der Leuchtturm 1984 auf dem Geländevorsprung in 124 Metern Höhe über dem Meeresspiegel.





      In der Verlängerung der Landspitze erstrecken sich hintereinander drei Felsgipfel, die Aguillóns. Ptolemäus nannte sie im ersten Jahrhundert Trileuco, die drei Weißen. Der Name könnte von der weißen Gischt herrühren, die diese Felsen umschäumt.



      Hoch oben auf dem Berg …



      ….. stehen Steinböcke mit einer noch besseren Aussicht.





      Genug gesehen, wir begeben uns wieder auf die „Heimreise“, haben aber noch Zeit und beschließen, im Hafen von Porto de Espasante einen Kaffee zu trinken.




      Bei deinem Bericht, der sehr schön geschrieben wie bebildert ist, lernt man doch immer wieder was Neues dazu.
      Es ist ein bischen grüner als Fuerte an fast allen Orten ;) , aber in Sachen Strand oder Leuchttürme auf hohen Klippen, also da ist Fuerte deutlich besser oder höher. ^^
      Der Landstrich weckt Erinnerungen an Madeira, Europa hat viele schöne Ecken die noch nicht alle überlaufen sind.
      Aber bei der "lokalen Spezialität"; bist Du dir da sicher das man euch nicht vergackeimert hat?
      Seid ihr denn auch über´s Feuer gesprungen?
      OT: Hey Tom, schön dass du auch dabei bist. Du hast natürlich Recht, solche Landschaften findet man an vielen Ecken Europas. In Spanien hätte ich sie allerdings nicht so erwartet.
      Bezüglich der „lokalen Spezialität“ sind wir insofern „vergackeimert“ worden, als dass das Gericht aus Andalusien stammt. Dort wird der Thunfisch und die Zwiebeln (mit Öl, Knoblauch und Wein) in einem Tontopf gegart. In Espasante war das dann quasi die „Lightversion“.
      Und nein, mit über 70 springt man nicht mehr übers Feuer.

      Neu

      Beim Gang durch den kleinen Hafen ….



      … treffen wir auf einen Fischer, der seine Reusen flickt.









      Wir verlassen den Hafen, blicken zurück …





      … und schlendern schließlich durchs Dorf …



      … auf dem Weg zum Centro Social, wir haben Hunger.
      Heute steht Suppe, Kalbfleisch mit Pommes und Salat auf der Speisekarte. Dazu gibt’s Wein, Bier und danach Kaffee.
      Die Portionen überraschen uns. Nur ich wollte Suppe, und dies hier ist eine Schüssel für eine Person:



      Am nächsten Tag holen wir den geplanten Badetag nach. Herrliches Wetter, die See noch etwas kalt, aber das hält uns nicht ab. Die Fotos erspare ich euch.
      Am Abend wieder Essen in „unserem“ Lokal, heute gibt’s frischen Fisch:



      Drei kleine Merluza und Sardinen. Köstlich.
      Und dann gilt es Abschied zu nehmen, morgen geht es weiter nach (L)A Coruña.
      El jefe, inzwischen unser Freund, greift in seinen Geheimschrank und kredenzt uns einen selbstgemachten Kirschlikör. Lecker. Beseelt gehen wir ins Bett.
    Das Forum rund um die Insel Fuerteventura mit Beiträgen, Tipps und Wissenswertem zur Kanareninsel. Registrieren Sie sich in unserem Forum.

    Datenschutzerklärung nach DSGVO