Gefährliche Strömung - Reporter im Selbstversuch

      Der Film zeigt - trotz Werbung am Anfang und zwischendrin - eindrucksvoll die Gefahr gerade an der Westküste, hier in La Pared.
      Zitat aus dem Film: "dort, wo die Brandung am ruhigsten erscheint, ist sie am gefährlichsten"

      Gruß ennis
      Als Gott die Zeit gemacht hat, hat er genug davon gemacht (irisches Sprichwort)
      Der Reporter ist ja auch ein Döskopp! Wenn man schon weiß, das es dort am Strand eine gefährliche Unterströmung gibt, hätte er ja zumindest Schwimmflossen sich um den Bauch binden müssen, die er dann im Notfall anziehen kann.

      Ich bin in den 90ger Jahren am Strand von La Pared mit Schwimmflossen rein, damals gab es dort noch keine Wellenreiter, bin bis hinter die Brandung raus und habe mir die brechenden Wellen von unten angeschaut. Das war ein schönes Erlebnis, von der Unterströmung habe ich nichts gemerkt. Mit halbmeter langen Schwimmflossen kann man in Rückenlage auch einigen Schub entwickeln.
      In Bedrängnis kam ich hingegen mit kurzen Schwimmflossen im Ebbstrom an der Costa Calma und an der Playa de Cofete, wo mich die Querströmung erfasste und ich dann echt Mühe hatte den Strand zu erreichen, obwohl der nur 15-20 Meter entfernt war.

      Ich will es hier nicht verharmlosen, die Zahlen der tödlich verunglückten Menschen sprechen eine deutliche Sprache. Man solte den Kräften der Natur immer mit Respekt begegnen, nie mit Übermut.
      So ein Video sollte auf jedem Flug nach Fuerteventura vom Bordpersonal über die Video-Anlage gezeigt werden. Diese Unterströmungen sind ja vor allem deswegen so gefährlich, weil sie bereits in wenigen Metern Abstand zum Strand wirken und selbst an ruhigeren Orten wie der Costa Calma teilweise auftreten. Bei La Pared kommt noch hinzu, dass dort das Wasser sehr schnell tief wird und man den Boden unter den Füssen verliert.
      Dann müßte auf jedem Flug und in jedem Zug, bei dem es einen Halt an Badegewässern gibt, entsprechendes Videomaterial gezeigt werden. Nur zur Erinnerung: in Deutschland ertrinken jedes Jahr weit mehr als 500 Menschen und da reicht ein Baggersee ohne jede Strömung aus. Bedauerlicherweise sind wir Menschen leider gelegentlich unvernünftig. Das war so und wird auch in Zukunft so sein und da hilft weder ein Video noch mahnende Worte.

      fuertetom schrieb:

      Der Reporter ist ja auch ein Döskopp! Wenn man schon weiß, das es dort am Strand eine gefährliche Unterströmung gibt, hätte er ja zumindest Schwimmflossen sich um den Bauch binden müssen, die er dann im Notfall anziehen kann.


      Ein "Döskopp" wäre der Reporter nur gewesen, wenn er den Selbstversuch ohne Absicherung gemacht hätte, hat er aber nicht. Beim eigentlichen Versuch war ja ein Fachmann mit Jetski in der Nähe und hat aufgepasst, beim Kameratest waren auch zwei Leute zur Absicherung da mit Boards.
      Und im echten Notfall hat der unvorsichtige Badegast höchstwahrscheinlich keine Schwimmflossen dabei.

      Gruß ennis
      Als Gott die Zeit gemacht hat, hat er genug davon gemacht (irisches Sprichwort)
      Und das wirkliche Problem ist auch die Panik, wenn man nicht mehr "Herrr" der Situation ist. Dass da der Verstand aussetzt, musste ich mal am eigenen Leib erfahren:
      Ich habe zum ersten Mal mit Flaschen im Mittelmeer getaucht und verlor mein Mundstück aus dem Mund. Das kreiselte wie wild über mir und ich versuchte vergeblich, es einzufangen. Anstatt nun meinen Bleigürtel zu öffnen und die Flasche abzunehmen wie ich es theoretisch gelernt hatte) versuchte ich, aufzutauchen. Ich sah die Sonne (war bloß ca. 4m tief) und hüpfte auf dem Meeresboden in Richtung Licht - kam nicht hoch - atmete ein....und weg war ich. Wurde zum Glück wach, als ich Wasser in den Sand spie, dass es spritzte. Die anderen hielten mich mit den Füßen nach oben und schüttelten - erste Hilfe 1970! Hätte nie von mir gedacht, dass mein Verstand so total aussetzt und ich in P a n i k mein Leben "verliere".
      Ist etwas OT, aber das Thema Panik spielt beim Ertrinken - auch auf Fuerte - eine sehr große Rolle.
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