1986 - mein erster Urlaub auf den Kanaren

      1986 - mein erster Urlaub auf den Kanaren

      Ich war 1984 und 1985 nach Mallorca geflogen und hatte dort in Santa Ponsa und Cala Millor jeweils 2 Wochen verbracht. Ich fühlte mich wohl in Spanien, auch wenn ich kein Wort spanisch konnte. Es wurde Weihnachten und bei der Sylvesterfeier fragte man mich, ob ich Lust hätte, mal nach Fuerteventura zu fliegen. Ich war mir nicht sicher, hatte doch noch nie an einen Urlaub auf den Kanaren gedacht.
      1986 bin ich denn auch zuhause bei den Eltern bzw. beim Vater aus dem Zweifamilienhaus ausgezogen. Meine Mutter war einige Monate zuvor schon ausgezogen und hatte mich ein wenig unter Druck gesetzt. Ich hätte mietfrei bei meinem Vater wohnen bleiben können, hätte mich aber auch um den Müll, den Garten und die Sauberkeit des Bürgersteigs kümmern müssen. Der Preis war mir denn doch zu hoch, überließ es meinem Vater sich um alles zu kümmern. Von daher war es mir nur recht als meine Bekannte Christine (Name geändert; der Redakteur ;) ) den gemeinsamen Urlaub auf Fuerteventura in einem Doppelzimmer verbringen wollte. Immerhin konnte man so den Einzelzimmerzuschlag sparen.

      Christine buchte ein Hotel in Corralejo mit HP, der Preis lag ungefähr bei 1400 DM. Wenige Wochen später teilte ihr das Reisebüro mit, das nebenan gebaut würde. Ihr war es egal, ich jedoch lehnte einen Urlaub neben einer Baustelle ab. Also buchten wir um, die neue Urlaubsadresse lautete Hotel Tofio in Tarajalejo. Wir machten Pläne, wollten nach Lanzarote als Tagesausflug und einen Jeep wollten wir natürlich auch mal mieten. So gut wie wir uns vor dem Urlaub verstanden, stand einem harmonischen Urlaub wohl nichts im Wege.

      Es war Mitte August als wir auf Fuerte ankamen, verliessen das Flugzeug (eine Tristar von LTU) und gingen über das Rollfeld auf das Flughafengebäude zu. Es dauerte ewig bis unsere Koffer draussen auf einem Mäuerchen abgeholt werden konnten. Wir stiegen in den Bus und freuten uns das Tarajalejo als der zweite Halt nach CdF angekündigt wurde. Wir fuhren durch eine öde und triste Landschaft und waren gut 2 Stunden unterwegs, die Straße durch das Malpais Grande war noch lange nicht gebaut. Der Weg nach Tarajalejo führte über Tuineje und am Abzweig nach Gran Tarajal vorbei. Und endlich wurde Tarajalejo angekündigt. Der Bus fuhr zu einem alleinstehenden Hotel, ca. 50 Meter neben der Hauptdurchgangsstrasse in den Süden, aber mit unverbautem Ausblick auf das Meer.



      Wir erhielten ein Zimmer nach Süden im 1.Stock, Blick über den Pool und nur knapp 70 Meter entfernt war das Meer. Die Betten waren fürchterlich, ich fühlte mich eher wie in einer Hängematte. In den folgenden Jahren wurden die Betten besser, es wurde eine Holzplatte unter die Matratze gelegt.

      Ich weiß bis heute nicht warum wir uns im Urlaub nur angezickt haben. Wir hatten wohl, jeder für sich, unsere eigenen Vorstellungen wie wir den Urlaub verbringen wollten. Ich war meist in der Naturbucht unterwegs, wanderte an der Küste hinunter nach La Lajita und lief dann manchmal auf der alten Piste zurück nach Tarajalejo.
      Auch die Küste östlich von Tarajalejo erkundete ich und lief dort bis nach Giniginamar.



      Wann auch immer ich ins Hotel zurückkam, der Zimmerschlüssel war nie an der Rezeption erhältlich. Ich konnte nun erstmal hoch zum Zimmer gehen und klopfen--> keine Christine da. Okay, ging ich zum Pool und zu den Liegen---> auch keine Christine da. Nun wurde es etwas schwieriger, denn am Strand hatte ich sie nicht gesehen, blieb nur noch der kleine Ort, die Mole oder das Hinterland. So ging das fast jeden Tag, ich hatte nach kurzer Zeit den Kaffee auf, wie man so schön sagt. Diesem Umstand ist es wohl geschuldet, das ich mehr Zeit an der Rezeption verbrachte und mich mit Ana unterhalten und angefreundet habe. Die Rezeption war der ideale Ort um Christine abzupassen, denn dort musste sie vorbei.

      Nach wenigen Tagen hatten wir Kontakt zu anderen jungen Hotelgästen, die uns mal in ihren Jeeps mitnahmen und hinunter zu den Felsen an der Costa Calma führten. Dort lagen wir in der Sonne und waren nach kurzer Zeit paniert. Der Sand wurde vom Wind über den Strand getrieben, ich war länger im Wasser als auf der Bastmatte.
      Das mit dem Sand wurde auch unseren Fahrern zu viel, sie schlugen vor nach La Lajita zurück, dort im Imbiss was zu essen und dann nach La Pared hinüber zu fahren. Christine war es nicht recht, sie wäre lieber geblieben, aber dann hätte sie auch den Weg nach Tarajalejo alleine organisieren müssen. Busse fuhren ja noch nicht. Notgedrungen gab sie wohl nach und fuhr mit. Auf dem Weg fuhren wir auf der alten Küstenstrasse an Matas Blancas vorbei, den Hügel hoch am Restaurant vorbei, das damals zwei Kölner Brüdern gehörte, und hinunter nach La Lajita. Den Oasis Park gab es damals noch nicht, das war ein Kakteengarten. Wir verließen kurz vor dem Abzweig zum Ort nach rechts die Straße, eine kurze steile asphaltierte Strasse führte hinunter und wir parkten dort an einer kleinen Hütte. Wir waren die einzigen die dort einen Imbiss nehmen wollten. Uns wurde Papas Arrugadas empfohlen, natürlich mit Mojo-Sauce. Ich sah zum erstenmal einen Gecko an der Wand, wir mussten knapp 20 Minuten auf die Kartoffeln warten, denn eine Mikrowelle gab es noch nicht.

      Danach ging es nach La Pared, bzw. vorher fuhren wir auf eine Ansiedlung zu, die von einer weißen Mauer umgrenzt war und den Namen Casa Fuchs hatte. Vielleicht ist der Name auch heute noch geläufig. Daran vorbei führte die Piste hinunter zu einer kleinen ebenen Fläche, auf der wir parkten und die wenigen Meter zum Hauptstrand hinunter gingen. So eine Brandung hatte ich noch nicht erlebt, wir standen wohl auch ziemlich nah am Wasser, denn plötzlich wurden mir die Füße von gar nicht mal viel Wasser unter mir weggezogen und ich nahm mein erstes unfreiwilliges Bad an der Westküste. Großes Gelächter ringsum. Der Wind war auch dort recht stark, aber es war kein Sand in Bewegung. Nach ein paar Stunden dort fuhren wir zurück.

      Der Tagesausflug nach Lanzarote, den wir gleich zu Urlaubsbeginn bei der Reiseleitung gebucht hatten, stornierte ich für mich wenige Tage später. Ich mietete mir lieber später einen Suzuki SJ für 3 Tage und heizte damit über etliche Pisten. An dem Tag als Christine schon recht früh am Hotel zur Lanza-Tour abgeholt wurde, machte ich meine erste größere Wandertour und sollte den Gipfel des Caracol zum Ziel haben.



      Ich kaufte in dem kleinen Padilla im Ort eine Flasche Wasser, ich weiß noch es stand "Canada del Rio" drauf und beinhaltete 0,75 Liter Wasser. Es war recht warm an dem Tag. Die Wanderung ging letztendlich über mehr als fünf Stunden. Der Einstieg erfolgte gleich am Ortsanfang, die Piste führte mich auf den ersten Grat, dem ich dann nach links folgte. Der Gipfel war in weiter Ferne sichtbar, was ich aber nicht wusste, das es auf dem Weg zum Gipfel kleinere Zwischengipfel gab und jedesmal dahinter wieder ein kleiner Abstieg folgte.
      Unterwegs trat ich fast auf ein Atlas-Hörnchen, es war auf dem Weg zurück zu seinem Bau, an dem ich schon gerade vorbei ging. Oben genoss ich die Aussicht bis nach Jandia und machte die Wasserflasche auf. Das Wasser schmeckte mir nicht, aber es gab nichts anderes. Ungefähr die Hälfte der Flasche trank ich dort oben, den Rest wollte ich mir einteilen.



      Ich hatte an alles gedacht, nur nicht daran meinen Nacken und auch die Ohren einzucremen. Hinunter wählte ich einen anderen Weg, zu steinig war der letzte Anstieg zum Gipfel gewesen, so dass ich auf einem sanft geneigten Hang hinab wanderte und folglich auch in einem anderen Barranco in Richtung Meer gehen konnte. Aber kaum im Bachbett unterwegs beschloß ich den nächsten Hügel auf meiner rechten empor zu steigen und dann läge doch der Ort schon vor mir, so dachte ich. Ich hatte total nicht auf meine Umgebung geachtet, war von dem sanften Abstieg verführt worden und hatte nun noch 2 Barranco´s und Hügel zu überwinden um doch wieder nach Tarajalejo zu kommen. Und meine Wasserflasche war schon nach dem Abstieg vom Gipfel leer. Ich habe echt gedacht ich würde dort verdursten, nach jedem erklommenen Hügel tauchte ein weiterer Barranco und dahinter ein weiterer Hügel auf.
      @myself: noch ein Oldie ;)

      1982 war ich zum ersten Male auf den Kanaren - Kegeltour nach Gran Canaria (Playa del Ingles). Da konnte man noch, ohne das eine Bebauung störte, von San Agustin bis Maspalomas immer am Wasser entlang spazieren. Und man hatte hinterher mit Sicherheit einen schlimmen Sonnenbrand. Den Weg kann man heute auch noch am Strand entlang laufen. Aber es gibt mittlerweile jede Menge "Infrastruktur" unterwegs. Niemand muss auf der Wanderung befürchten zu verdursten. :rolleyes:

      Nach und nach wurden dann die anderen Kanarischen Inseln von mir entdeckt. Lanzarote, Teneriffa, La Gomera und immer wieder Gran Canaria.

      Fuerteventura eigentlich als Letzte. Aber es ist mittlerweile mein Lieblingsziel hier im Atlantik. <3

      @fuertetom - sehr schöne Erinnerung.
      fuertetom: Sehr schöner nostalgischer Bericht, untermalt mit Bildern. Excellentes Gedächtnis; oder hattest du Reiseerinnerungen aufgeschrieben?
      Ich selber erinnere mich nicht so detailgenau an meinen ersten Urlaub im Norden anfang der 1990er Jahre, 5 min zu Fuss von den grossen Sand-Dünen entfernt. Ich glaube aber, wir sind auch mit einer LTU-Tristar geflogen.
      LG Sahra
      @all

      :da: für das enorme positive Feedback. Freut mich. :)


      @ChrisAK78

      ChrisAK78 schrieb:

      Ich kann Dich zwar wegen Deines abfälligen Ton mir gegenüber nicht leiden
      Da musst du nicht so empfindlich sein; ich hatte dich nur darauf hingewiesen, das der Tunnel in der Staumauer nix mit dem Threadtitel "Fraile" zu tun hat und dort völlig deplatziert ist.

      1983/84 habe ich einen Film "Die Quelle" auf meinem damaligen Schwarz/Weiß Fernseher gesehen. Es handelte sich um die Wasserversorgung mittels LKW´s auf den beiden Inseln Fuerteventura und Lanzarote.
      Das auffällige im Film: es gab nur Pisten und keine asphaltierten Straßen. Diese Inseln wollte ich mir auch mal ansehen. Jahre später habe ich versucht, von diesem Film einen Mitschnitt zu erhalten, jedoch ohne Erfolg.
      Später habe ich es bereut das ich erst 1986 nach Fuerteventura kam, als viele Haupt-Pisten schon asphaltiert waren.

      @sahra

      Kein exzellentes Gedächtnis, aber ich habe die Fotos und anhand derer ich mich nur allzu gut erinnern kann. Klar nicht mehr an jeden Tag, aber an die "Highlights" :rolleyes:
      Ich schließe mich an. Wieder ein toller Bericht! Leider bin ich unter den alten Hasen hier sozusagen ein Newcomer. War ich doch erst 2009 zum ersten Mal auf der Insel, was ich großen Veränderungen in meinem Leben und damit auch in meiner Art, Urlaub zu machen, verdanke. Trotzdem war ich nun inzwischen auch schon 18 Mal da! Und umso spannender finde ich solch alte Berichte und historische Fotos!
      Liebe Grüße Lissy
      wer kleingedrucktes liest, bekommt bildung, wer es nicht liest, erfahrung. :lies:
      Nach den Abendessen bin ich meist zum Strand und habe mich dort in den Sand gelegt und mir die Sterne angeschaut. Natürlich nicht direkt in Höhe vom Hotel, man muss immer noch daran denken, das die heutige Promenade damals die Durchgangsstrasse in den Süden zur Costa Calma war. Eines Abends, es war fast Vollmond, war es locker bewölkt und ich spazierte zum westlichen Buchtende, ging wieder ein Stück zurück, wobei man immer die Augen von der Helligkeit des Hotels abschirmen musste, um überhaupt was zu erkennen. Ich wandte mich zur Strasse und ging dort weiter in Richtung La Lajita, natürlich auf der linken Strassenseite. Eine dicke Wolkenwand schob sich vor den Mond und ich konnte gerade soeben noch den gelben Seitenstreifen am Straßenrand erkennen. Trotzdem ging ich immer weiter, bis ich 2 Lichter eines Fahrzeugs von La Lajita kommend näher kommen sah. Ich sah überhaupt nichts was hinter dem gelben Seitenstreifen war, also blieb ich da auf dem Streifen stehen. Ich drehte mich um und sah auch von Tarajalejo aus 2 Lichter näher kommen und beide Fahrzeuge passierten einander ungefähr auf meiner Höhe. Auf meiner Seite donnerte ein leerer Betonmischer maximal 30 cm neben mir vorbei. Das war für mich sozusagen der "Wink mit dem Zaunpfall", nachts hatte man als Fußgänger nichts auf den Straßen außerhalb der Orte zu suchen. Es war einfach zu gefährlich, geradezu lebensgefährlich.

      Ein paar Tage nach meiner Caracol-Tour beschlossen wir nach Morro zu trampen. Wie weit das entfernt war wussten wir beide nicht, aber wir hatten von dem Ort gehört und wollten dorthin. Per Anhalter mitgenommen zu werden war damals quasi die einzige Möglichkeit über die Insel zu kommen. Ein paar Jeeps fuhren durch und dann hielt eine rötliche Ente Diane mit Surfbrett obendrauf und nur noch einem Scheinwerfer. Drei Personen saßen schon drin, wir beide wurden trotzdem mitgenommen. Die Fahrt nach Morro dauerte fast 2 Stunden, an Steigungen ging es manchmal nur im ersten Gang hoch. Es war ein echtes "Abenteuer".



      Die heutige Fußgängerzone war unser Endpunkt, von dort ging es hinunter zum Strand. Und nun hieß es zu Fuß zurück. Wir waren gut 6 Stunden unterwegs, kamen am Club Aldiana vorbei...



      ...pausierten natürlich wo ein wenig Schatten war und das waren ganz wenige kleine Plätze. Manchmal musste man einen Sandhang hinauf gehen um an der Felskante ein wenig im Schatten zu sitzen. Bis zum Club Aldiana waren einige Menschen unterwegs, danach liefen wir fast nur noch alleine in Richtung Costa Calma weiter. Wir gingen auch ab und an schwimmen. Das echt schlimmste war, das man dauernd in der Sonne unterwegs war.
      Irgendwann später, wir waren schon ziemlich am Ende, kamen wir zum breiten Playa de Sotavento und dann zum felsigen Abschnitt der Costa Calma. Wir beide waren uns einig, das wir ab dort wieder zur Straße gehen würden und zurück trampen wollten und das klappte denn auch ganz gut.
      Ich habe jetzt gerade mal beim Lesen des Bericht das ganze auf einer Karte mitverfolgt.
      Echt interessiert, dass die Hauptstraßen damals ganz anders verliefen als heute.
      So zum Beispiel, dass die Durchgangsstraße von Tarajalejo an der heutigen Strandpromenade entlang ging. Mir ist erst kürzlich aufgefallen, dass am Ende der Promenade ein unbefestigter Weg hoch ansteigend zur heutigen FV-2 in Richtung La Lajita führt (an der rechten Seite sogar noch eine Hochspannung- oder Telegrafen-Leitung stehend). Das muss die Straße gewesen sein.
      Und die Fahrt vom Flughafen aus in den Süden also damals noch über das Innere der Insel über Tuineje. Dann war ja die Gegend zwischen Pozo Negro und Las Playitas noch einsamer als Cofete es heute ist.
      @ChrisAK78
      Ja, die Fahrt von Flughafen Richtung Süden ging über Valle de Ortega und Tuineje. Wo die heutige Straße läuft, war alles voller Lava, das sog. Malpais Grande. Man kam nur mit nem Jeep da durch, kleine Schotterwege, die auf keiner Karte verzeichnet waren. Da man nur sehr langsam fahren konnte, dachten wir mal, wir landen irgendwo im Krater. Man sah kein Gebäude mehr, und waren gefühlt einen halben Tag unterwegs. Zwischen Tuineje und Gran Tarajal sind wir wieder auf die Hauptstraße gekommen. Man hatte Bedenken, dass das Benzin ausgeht, zumal es im ganzen Süden nur in diesen beiden Orten eine Tankstelle gab
      Die Hochachtung vor dem Denken anderer gibt dem eigenen Denken erst den richtigen Respekt. (Paul Schupp) :abklatsch:

      ChrisAK78 schrieb:

      dass die Durchgangsstraße von Tarajalejo an der heutigen Strandpromenade entlang ging
      Die heutige Strandpromenade liegt auf der alten Strasse und verlief dann weiter in Richtung La Lajita mal rechts, mal links von der heutigen Straße. Die Spanier sind ja nicht doof (naja, meistens nicht ;) ), sie nutzen schon vorhandene Trassen um die nur zu verbreitern und zu modernisieren. Am letzten Anstieg zum Hügel vor La Lajita führte die Piste links von der Straße hoch und das haben die Spanier dann verkürzt und den momentanen Verlauf gebaut. Wenn die Autobahn von La Lajita bis zur Tankstelle von Tarajalejo mal weiter gebaut wird, werden die alten Trassen (Fahrtrichtung PdR) links von der Straße wieder zu neuen Ehren kommen.

      ChrisAK78 schrieb:

      Dann war ja die Gegend zwischen Pozo Negro und Las Playitas noch einsamer als Cofete es heute ist.

      Nicht ganz; nur Pozo Negro war damals weit ab vom Schuß, nach Las Playitas kommt man seit eh und je nur über die Zufahrt nach Gran Tarajal.

      Was hat man damals abends außer Sterneschauen am Strand noch so gemacht. Entweder gab es irgendwelche doofen Spielchen im Hotel, die von der Animation angeregt wurden (jaja, auch damals gab es schon Animateure) oder man ging in den Ort Tarajalejo, der damals wesentlich kleiner war als heute. Die vordere Häuserreihe direkt hinter dem Strand stand, auf der gegenüberliegenden Straßenseite nur vereinzelt ein Haus. Man konnte in "La Barraca" ein Bierchen trinken, nebenan gab es eine kleine Werkstatt. Der Padilla war klitzeklein und ist auch im heutigen Padilla noch zu finden. Der Eingang war aber an der rückwärtigen Seite, ein länglicher Schlauch, so ca. 5-6 Meter lang und ca. 3 Meter breit. Dort standen 4 Regale, wenn man sich das heute anschauen will muss man sich an den Kassen links halten, neben der heutigen Getränke-Abteilung. Aber es hat gereicht um aus so kleinen Anfängen einen großen Supermercado aufzubauen. Der Platz vor dem Padilla war Ödland, in der Konsistenz und Farbe ähnlich dem Strand nur mit weniger Sand. Die Ringkampfarena gab es nicht und die ganze Häuserzeile bis zum Barranco, der kurz vor dem Hotel liegt.

      Einmal in der Woche, ich glaube es war Donnerstags ging es zum "El Brasero", dort wurde gegrillt. Die wenigen Leute, die nicht mehr gut zu Fuß waren wurden hingefahren, die meisten liefen aber die knapp 500 Meter.
      Ich kann mich an einen wunderschönen Sonnenuntergang erinnern; ich hatte nur die Kamera im Hotel gelassen. Es war bewölkt, die Wolken hingen tief, es war in der Dämmerung, da war ich am westlichen Buchtende, ich schaute zurück und sah eine rötlich angestrahlte Wolke direkt über dem Ort, im Kontrast zu den weißen Häusern und den dunkelgrauen Wolken. Umwerfend!. Seitdem nehme ich immer eine Kamera mit, egal wohin.

      Und dann gab es ja auch vor jedem Urlaub die Aufforderung der Mutter das man sich mal meldet. Das habe ich immer so gehasst. :wut:
      Da fliegt man weit weg um abzuschalten, den Kopf frei zu bekommen, Distanz zu den familären Problemen zu halten und dann schwebt aber wie ein Damoklesschwert über dir der Gedanke "ruf bloß mal zuhause" an. Nicht das die sich Sorgen machen.

      Und dann gab es ja auch den Suzuki SJ, den ich mir für 3 Tage gemietet habe. Den ersten Tag bin ich damit alleine herumgefahren. Es gab ein kleines Gebiet vor Gran Tarajal, das war vom Militär gesperrt, im Barranco nebendran konnte man bis zur Küste fahren. Der Barranco war stellenweise eng und man fuhr ähnlich wie heute beim Faro de Entallada auf weichem Kies. Da muss man schon mal ein wenig Gas geben, es folgte eine Kurve und in der rechten Spur lag ein großer runder heller Stein. Ausweichen war unmöglich, da bin ich drüber gerauscht, hab dann angehalten und nachgeschaut. Nix! Der fuhr später ganz normal weiter, zog nicht nach einer Seite beim bremsen. Mein privater PKW hätte in der Situation bestimmt Pfötchen gegeben, der kleine Jeep steckte es locker weg.
      Die nächsten Tage sind wir dann zusammen gefahren und haben die Insel erkundet. Da sind wir bis nach Puerto de la Pena gefahren und haben die Cueva de la Negra angeschaut. Man konnte aber lediglich hineinschauen, eine Treppe wie heute gab es nicht. und auch das hineinschauen war schon gefährlich genug, denn unten klatschten die Wellen die Felsen und oben hatte man so gar keinen Halt auf den Felsen. Ich hatte auch im ersten Urlaub schon eine kleine Taucherbrille dabei, auch wenn ich nur geschnorchelt bin. Die Gewässer vor Tarajalejo waren fischreicher als heute, selbst eine Muräne habe ich dort ca. 5 Meter unter mir gesehen.

      Der Urlaub ging viel zu schnell vorbei ( wie immer ), Langeweile kenne ich bei Urlauben auf Fuerte eigentlich nicht, es sei denn ich will mal sonnenbaden und kann das nach maximal 1,5 Stunden nicht mehr ertragen.

      fuertetom schrieb:

      Puerto de la Pena gefahren und haben die Cueva de la Negra angeschaut. Man konnte aber lediglich hineinschauen, eine Treppe wie heute gab es nicht


      es gab eine schmale Treppe in den Stein gehauen, ohne Geländer und anderen Schickschnack. Seit 1986 habe ich den mittlerweile wohl idiotensicheren :D Zugang nicht mehr genutzt, allerdings auch nicht mehr das Bedürfnis. Diese Höhle ganz alleine zu erleben war ein unwiederbringliches Erlebnis.
      Die Hochachtung vor dem Denken anderer gibt dem eigenen Denken erst den richtigen Respekt. (Paul Schupp) :abklatsch:

      fuertetom schrieb:

      eine Treppe wie heute gab es nicht
      Ich hatte die Treppe wohl gesehen, aber diese nicht genutzt. War mir zu unsicher auf diesen schmalen Tritten hinunterzusteigen. 2015 war ich zuletzt in der Höhle, nachdem ich von dem rückwärtigen Ausgang im Barranco de la Pena erfahren habe. Ich hatte zwar eine Stirnlampe dabei aber keine Gasmaske und Überziehschuhe, da der hintere Teil als WC missbraucht wurde. :/

      @Carmelita
      Kennst du denn auch die vier Röhren etwas hinter den Höhlen, in denen der Fang der Boote hochgezogen worden sein soll? Später wurden diese Rohre abgedeckt und heute sind sie wohl unter einem Steinhaufen verschwunden.
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