Wanderung zum Roja

      Wanderung zum Roja

      Seit Jahren sehe ich auf der Insel seltsam geformte Steine. Ich kann mir nur denken, das diese Steine von Menschenhand geformt wurden und einem mir bisher verborgenen Zweck dienten. In jedem Urlaub bewandere ich deshalb Gegenden, in denen ich solche Anomalien gefunden habe. Im Mai fuhr ich daher nach Norden zur mittlerweile gesperrten FV-1 und parkte den Wagen nördlich des Parque Holandes, ca. 2 km vor dem Roja. Dort hatte ich vor mehreren Jahren neben der Piste mal diesen Stein gefunden



      Die Deutungen verschiedener User des Forums reichten von "Fahrradsattel" über "Tierkopf für den Königsweg" bis hin zu "Wegweiser". Nachzulesen hier Steine von Fuerteventura
      Da die Suchfunktion hier im Forum leider nicht mehr so funzt wie früher, fand ich auf dem Handy im Urllaub diesen Thread nicht, um meine Erinnerungen an den Fundort aufzufrischen.

      Es war ein spontaner Einfall doch mal diesen Stein wiederzufinden, zumal ich die Berge im nördlichen Inselteil bisher für meine Wanderungen wenig beachtet hatte. Den Wagen parkte ich auf der rechten Strassenseite im Schotter, querte die Straße und wanderte auf der Piste, die neben der FV-1 parallel verläuft, in Richtung Roja.



      In meiner Erinnerung lag der Stein an einer leichten Geländeerhebung direkt neben der Piste. Obwohl ich mir Zeit ließ und alle kleinen Erhebungen sorgfältig absuchte fand ich wieder nichts. Vielleicht hat auch ein User des Forums den Stein schon mitgenommen oder aber das "Medio Ambiente", das für archäologische Funde zuständig ist, liest hier mit und weiß wo sie welche Steine finden kann. ;) :giggel:
      Hier ein Archivbild dieser Gegend aus dem Jahr 2015



      Bei der Suche hätte ich nicht nur direkt neben der Piste suchen müssen, sondern auch die nächsten 30-50 Meter in Betracht ziehen müssen, solange dort eine Erhebung vorzufinden wäre. So kam ich dem Roja allmählich näher und so langsam keimte in mir der Wunsch, dort hinaufzusteigen. Ich hatte allerdings keine Ahnung wo man dort hinauf kommt, wusste nur das die Caldera nach Nordwesten offen ist.
      Ich kam aus dem Süden und so musste ich eben dort versuchen den Vulkanberg zu erklimmen.
      Ich kam an einer alten kaputten Wasserleitung vorbei, die so ähnlich aussieht wie die unterhalb des Tafelbergs am Malpais Grande.



      Danach querte ich ein Bachbett (als dunkles Gestein im unteren Bildausschnitt sichtbar)...



      ...und hielt auf den südwestlichen Hang des Vulkankegels zu. Wie im Bild zu sehen ist,...



      ...ist der Fuß des Vulkankegels von vielen Erosionsrinnen durchzogen. Schnurgerade hoch kann man einen solchen Kegel nicht bezwingen, die Flanke des Bergs hat einen Winkel zur Ebene von 40-45 Grad, zumal mit loser Asche bedeckt, was ein Risiko bei jedem Schritt darstellt. Da kommen noch nicht mal Ziegen hoch.
      Ich habe aber auch ehrlich gesagt nicht so sehr auf die vielen Rippen geachtet, mein Plan war es, sobald man nicht mehr weiter hochkommt, auf der Höhe bleibend zum Westhang des Berges zu gehen. Das stellte sich dann als schwieriger als gedacht heraus.

      Fortsetzung folgt
      Nur kurz eingestreut, aber Du wirst ees selbst gefunden haben, der Auf- bzw. absteig für Normalos ist von Norden her.
      Wir sind aber auch querfeldein hochgestiegen, macht bannig Spass, für den Abstieg ist der Nordhang aber besser geeignet, da gibts nen sendero luminoso... ;o)
      Grüssle Micha

      --

      Too old to die young!

      Micha schrieb:

      sendero luminoso... ;o)

      Den habe ich nicht gesehen, naja, nachts bin ich da noch nicht rumgelaufen ;)

      Ich wählte für meinen Aufstieg die letzte Rippe des Südhangs aus, dachte das ich dort im sanften Bogen nach oben komme.



      Dachte ich. Schon ziemlich weit unten hatte ich Probleme festen Halt unter den Füßen zu finden. Ich musste einsehen, das ich dort nicht hochkomme, mir blieb nichts anderes übrig als es am nächsten Hang zu versuchen.



      Dort ging es etwas besser hoch, aber auch dort war es mit dem Aufstieg letztendlich nix.



      Das Gelände sieht gar nicht so steil aus, wenn man es von der Seite betrachtet. Nur der Untergrund besteht aus vielen kleinen Steinen und sehr wenigen festverankerten Felsen.



      Auch auf diesem Hang gab es kein Hochkommen für mich und noch einmal runter und es auf dem nächsten Hang zu probieren hatte ich nun echt keinen Bock mehr.



      Ich beschloß ganz abzusteigen und suchte mir nun für meinen Rückweg, von erhöhter Stelle, einen Weg oder aber zumindest die grobe Richtung durch die Lavalandschaft. So ca. 30 Meter unter mir, wohl aber noch gut 100 Meter entfernt konnte ich das dunkle Bachbett erkennen, das ich beim Hinweg gequert hatte. Auf dem Weg dorthin stolperte ich beinahe über ein rostiges Etwas. Eine Granate bzw. der Rest davon lag dort.



      Ich habe schon öfter auf meinen Wanderungen Granatsplitter gefunden, ich hoffe nur, die Reste der von der Fremdenlegion verschossenen Munition liegt immer gut sichtbar an der Oberfläche. Möchte schließlich nicht auf einen verborgenen Blindgänger treten.
      Granatsplitter fand ich schon auf dem Montana Sombrero Kleiner Ausflug auf den Montana Sombrero und auch auf dem Weg zu den Casas de Jacomar Wanderung zu den Casas de Jacomar. Vielleicht könnte das "Dept. Medio Ambiente" mal Infos herausgeben, wo überall man mit Munitionsresten zu rechnen hat. Nicht nur hier mitlesen und sonderbare Steine entfernen. ;)

      Ich folge einer Erosionsrinne, einem Zufluss zum Bachbett, und gehe dort dann auf glatten schwarzen Steinen in Richtung Küstenstraße.



      Was für ein Unterschied zwischen den schwarzen alten Lavasteinen im Bachbett und dem zackigen roten Gekrümel in der unmittelbaren Umgebung des Roja.



      Das Bachbett verläuft eine zeitlang mit ganz leichtem Gefälle, dann aber kommt eine Geländestufe und es macht viel mehr Spaß und ist angenehmer im Bachbett zu laufen als stellenweise nebenher.



      Wenig später, ich komme noch an den Resten der alten Wasserleitung vorbei, habe ich die Küstenstraße erreicht...



      ...und wandere dort entlang zum Auto zurück. Beim Blick zurück zum Roja kommt dieser mir dunkler vor als in der Nachmittagssonne.
      Fast so wie der Uluru in Australien ;)



      Ich werde noch einmal wiederkommen müssen um auf den Roja zu steigen.
      toller Wanderbericht Thomas, ich hatte nur einmal das Vergnügen, den komplett Berg unten umrundet zu haben.
      Dennoch reizt mich der Elefantenfuss wie in einst rudolf.r so als Berg beschrieben hatte zu besteigen, da kommt selbt die Nordsüdlandung nicht hin, um diese Eindrücke zu beschreiben.
      Kann man eigentlich von der Vulkanspitze bis Corralejo sehen?
      LO QUE NO ME MATA, ME HACE MAS FUERTE

      :da: für dein Feedback. Soso, @rudolf r hat diesen Berg einst beschrieben. Wo kann das denn lesen?

      Mundo schrieb:

      Kann man eigentlich von der Vulkanspitze bis Corralejo sehen?

      Es war nicht sehr klar als ich oben auf dem Berg war, aber Corralejo (als weißer Strich an der Nordkante der Insel) und selbst Playa Blanca kann man erkennen.

      Jetzt habe ich es schon vorweg genommen, ich bin am nächsten Tag direkt wieder zum Berg, diesesmal aber von Norden her hochgewandert. Bericht kommt in den nächsten Tagen.
      Ja, wenn die Sicht gut ist, kann man bestimmt auch die Berge auf Lanzarote ausmachen.
      Dachte nur das vielleicht die Dünen die Sicht auf Corralejo versperren.
      Rainer hat den Berg Elefantenfuß genannt sieht ja auch so aus mit den Erosionsrinnen am Fuße, deshalb denke ich immer daran wenn ich am Berg vorbeikomme.
      LO QUE NO ME MATA, ME HACE MAS FUERTE

      Am nächsten Tag fuhr ich wieder zum Roja, dieses mal jedoch näherte ich mich ihm von Norden her. Ich hatte am Vortag vom unteren Hang aus die Trasse der neuen Autobahn gesehen, einige Brücken wurden errichtet und ich dachte, wo eine Brücke ist, ist evtl. auch eine Ausfahrt.
      Es war recht wenig Verkehr auf der neuen Schnellstrasse, so das ich, bei genügend Abstand zum Vorderfahrzeug, ein paar Aufnahmen während der Fahrt machen konnte. Noch ist der Roja nur als kleiner Hügel in der Ferne sichtbar



      Ich passiere eine Brücke, eine Ausfahrt ist aber nicht vorhanden. Die Brücken dienen bisher nur dazu, die durch die Autobahn unterbrochenen Pisten, wieder durchgängig befahren zu können. Die Pisten müssen enorm wichtig sein.
      Nun ist die Südwestecke des Roja, an der ich am Vortag gescheitert war, schon gut zu sehen.



      Ich kann nichts machen, kurz überlege ich den Wagen neben dem Seitenstreifen abzustellen um dann zum Roja wandern zu können, aber es bleibt mir nur übrig, bis zum Ende der Autobahn und über Corralejo zur FV-1 und über die Küstenstrasse zum Roja zurück zu fahren.
      So sieht der Roja von Norden her aus, der Gipfel befindet sich rechts, knapp vor dem Abschwung.



      Ich habe anscheinend viel Glück, denn ich parke den Wagen schon sehr nah am Berg, überwinde nur eine kleine Böschung und schon stehe ich auf einer Art "Highway". So einen breiten Weg habe ich noch nirgendwo auf Fuerte gefunden.



      Wenig später liegen Steine neben dem Weg, die Schrift ist auf englisch und sie lässt mich ahnen welches Volk hier vorwiegend hochgeführt wird.



      Micha schrieb:

      sendero luminoso... ;o)
      Das könnte dieser sein :D



      Diesem Weg folgte ich, sah zu meiner linken die Wasserleitung vom Vortag auf hohen grazilen Stelzen eine Erosionsrinne überqueren...



      ...und kam allmählich dem roten Gipfelbereich des Roja immer näher.



      Nördlich von mir, im Randbereich des Roja stehen viele sogenannte "Hornitos", ähnlich denen, die man auf Los Lobos sehen kann



      Während ich über diesen sehr gut sichtbaren Weg auf den Berg hochwanderte, schwebte ein Bussard piepsend (schreiend) über mir. Es war zeitweise einfach nur nervend dieses Gepiepse dauernd zu hören. Irgendwann hatte ich genug und ich textete ihn an, er hat mich wohl falsch verstanden, denn nach ca. 20 Sekunden piepste er weiter. :D
      Schöne Farben am Berg, ich mag rote Ascheberge :)


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