Strandwanderung zum Roque del Moro

      Strandwanderung zum Roque del Moro

      Von so einer Strandwanderung gibt es auf den ersten Blick kaum was zu berichten, denkt man zuerst. Aber es gibt ja auch hin und wieder ein paar Dinge während einer solchen Wanderung zu entdecken. Ich parke den Wagen auf dem großen Parkplatz neben dem Friedhof von Cofete. Letzte Vorbereitung werden getroffen und dann gehe ich los. Das Ziel sehe ich zwar nicht, liegt aber nur ein paar Kilometer weiter westlich.
      Am Anfang ist alles leicht, den Wind habe ich im Rücken und barfuß wandere ich an der Wasserlinie entlang. Das Wetter ist supoptimal für die Wanderung, d. h. keine direkte Sonneneinstrahlung aber auch kein unangenehm kalter Wind.



      Ich sinke stellenweise bis über die Knöchel im Sand ein, je nach Sandzusammensetzung. Das Verhältnis Gewicht zu Fußfläche ist ungünstig; die Wanderung wird anstrengender als es die wenigen Kilometer zum Ziel vermuten lassen. Ich passiere den Gebirgszug mit dem höchsten Gipfel Fraile, der allerdings in den Wolken steht.



      Nach wenigen hundert Metern habe ich die letzten Menschen hinter mir gelassen, zurück blickend sehe ich nur wenige Punkte am Strand. Nach vorne nähere ich mich den beiden felsigen Klippen, die mich noch von dem alleinstehenden Felsen trennen.



      Vor mir fliegen Möwen auf, irgend etwas liegt dort auf dem Strand. Es ist ein Stück Tau mit einer Styroporboje, drumherum sehe ich so viele Pfeile auf dem Sand, ich weiß gar nicht mehr in welche Richtung es nun weiter geht. ;)





      An beiden Enden von dem Tau haben sich eine Menge Muscheln angesiedelt, die nun auf dem trockenen vor sich hin gammeln. Ein kleines Festmahl für die Möwen, aber dazwischen sind auch ein paar kleine Krabben, die sich an den Resten gütlich tun. Krabben sind Aasfresser, da sind sie hier genau richtig.





      Bald darauf komme ich zu der ersten Klippe, ich habe keine Lust diese zu überklettern, sondern will vorne an der Wasserlinie möglichst trocken durchkommen. Das hätte auch klappen können, wenn ich nicht noch ein paar Aufnahmen von dem Gestein hätte machen wollen.
      Das rötliche Gestein, zwischen dem schwarzen Lavagestein, sieht stellenweise aus wie Achat, aber es wird wohl nur ein Quarzit sein.



      Bei der nächsten Aufnahme sieht man grünlichen "Sandstein", der mit glatter Oberfläche über dem schwarzen Lavagestein liegt und trotzdem recht griffig ist. Dort kann ich nicht wegrutschen, es ist recht angenehm darauf zu gehen.



      Sekundenbruchteile nach dieser Aufnahme werde ich von hinten benässt, meine Wanderklamotten sind recht dünn und so bin ich nass bis auf die Haut. Mit nasser Kleidung wandert es sich schlecht, so das ich einen Zwangsstopp einlege. Ich klettere ein wenig an der Stirnseite der Klippe empor, um weiteren Wellen aus dem Weg zu gehen und lass die Sachen im Wind trocknen.
      Sorry, das ziemlich viel Zeit verstrichen ist um diesen Bericht weiter zu schreiben. Ich war nicht in der Stimmung zu schreiben und ich hatte keinen Schimmer wie ich diesen Bericht bis zum Ziel weiter beschreiben sollte. Es gab ja nicht viel zu sehen, halt Strand mit Felsplateau und in der Ferne eine hohe Felswand, vor dem der Roque del Moro steht.
      Jede Wanderung hat ja erstmal ein Ziel, auf das man hinwandert, egal ob es sich im einen Felsen, einen Gipfel oder um eine andere Sehenswürdigkeit handelt. Hier war das Ziel der Roque del Moro. Schön ist es, wenn man dann ein "Highlight" findet und das fand ich erst auf dem Rückweg und hatte absolut nichts mit dem Felsen im Wasser zu tun. Aber soweit bin ich ja noch nicht.
      Also nach dieser Zwangspause zog ich mich wieder an und setzte den Weg fort. Ich musste nun von diesem Kap erstmal wieder in die nächste Bucht hinuntersteigen. Das nächste Kap, das ich direkt übersteigen wollte, liegt ca. 300 m weiter westlich. Der Strand besteht aus einer Felsbarriere an der Wasserlinie, welche aber vor dem nächsten Kap ausgesetzt ist.



      Nachdem ich auf das Kap gestiegen bin, mache ich noch ein Panoramafoto mit Blick zum wolkenfreien Fraile und dem in den Wolken stehenden Massiv des Pico de la Zarza



      Das Kap ist wesentlich breiter als das vorherige, man kann nicht gleich wieder hinuntersteigen, es empfiehlt sich (aus meiner Sicht) ein Stück von der Küste zurückzugehen um gefahrlos, ohne zu kraxeln, wieder auf den Strand zu kommen.



      Wieder auf dem Sand, der zum Strand führt, nehme ich im linken Augenwinkel eine Bewegung wahr. Ich erblicke eine Gruppe, die aus mehreren geländegängigen Fahrzeugen steigt und anscheinend auch zum Roque del Moro will. Sie stehen noch an den Fahrzeugen auf dem kleinen Parkplatz. Ich gehe intuitiv einen Schritt schneller, will keine Touristen auf meinen Bildern haben, will alleine in der Natur sein und bleiben. Ich laufe über etwas festeren Sand, der in mehreren Schichten dort liegt und wenig später einen Sandhang bildet. Ähnlich dem Sand bei La Pared. Immer noch weit weg steht der Felsen in der Brandung.



      Mein Blick bleibt fast konsequent auf dem Roque del Moro hängen, nur am Rande nehme ich einen Sandstein wahr, der auch noch mit Vulkanasche überzogen ist. Rechts im Hintergrund der Montana Azufra



      Ich haste weiter, die Gruppe hinter mir hat es nicht eilig und so hoffe ich doch noch ein paar Minuten mehr zum Fotografieren und Ausruhen zu haben. Nur so kann ich mir erklären warum mein Highlight der Wanderung auf dem Hinweg so unbeachtet bleibt. Anhand der Daten der Bilder bleibe ich gut 1,5 Stunden dort am Roque del Moro, jedoch habe ich nur Fotos aus den ersten 10 Minuten, als ich noch alleine war.
      Im Bildhintergrund ist der Felsen vom Punta de Barlovento zu sehen, dort stand ich schon und musste einsehen, das es von dort keinen Weg zum Roque del Moro gibt, im Bild sieht es nahe aus, in der Realität ist es viel weiter weg.



      Hier das Beweisfoto



      Annäherung an das Ziel, erstmal ein Panorama





      Noch näher an den Felsen kam ich wegen der Brandung nicht heran


      Am späten Nachmittag trete ich den Rückweg an, von nun an gehe ich gegen den Wind und zumeist über Sand. Der Sandsteinblock, mein persönliches Highlight auf der Wanderung, liegt so ca. 300 Meter vom Roque del Moro und sieht von Westen her gesehen so aus.



      Selbst aus 50 Meter Entfernung kann man sehen, das der Block aus verschiedenen Farben besteht.





      Ich bin neugierig geworden und schaue mir den Block genauer an. Auf ca. 2,5 - 3 Meter über dem Strand gibt es eine ebene Fläche, aber wie soll ich dort hochkommen. Aus der Nähe betrachtet sieht der Block wie aus Knetmasse geformt aus....



      ....eine schöne Maserung aus hellen und dunklen Linien in verschiedenen Pastelltönen. Sieht das schön aus; Herz was willst du mehr?
      Direkt vom Strand her gibt es nur an der rechten Seite eine Möglichkeit auf den Sandsteinblock zu kommen, dort besteht der Hang aus normalem Sand, allerdings ist es schwer für mich die anschließende abfallende schräge Seite des Blocks mit Sand unter den Sohlen zu erklimmen. Dort rutsche ich mehrere Male weg, aber aufgeben will ich nun nicht. Schließlich gelingt es mir doch noch und dann stehe ich auf der fast ebenen Fläche.



      Im hellen Sonnenschein ist die Maserung schlecht zu erkennen, aber die im Schatten liegenden Stellen sind wunderschön. Die Natur bringt doch die schönsten Dinge zustande, ich bin von diesen unerwarteten Farben und der Maserung fasziniert. Zartes Rosa liegt neben gelblichem Beige, durchzogen von schwarzen und grauen Linien. Aus diesen beiden Farben besteht der ganze Block. Daran kann ich mich nicht sattsehen.













      Ich klettere ganz hoch und komme dann seitlich neben dem Block wieder herunter, wenn ich nur wüsste woran mich diese Felsform erinnert? Da gab es doch ein Hippo in einem Comic oder war es ein Zeichentrickfilm von Walt Disney? Ich weiß es nicht mehr, es erinnert mich nur an dieses Hippo.



      Kurz darauf, noch am gleichen Strand, treffe ich auf das negative Highlight. Eine Wasserflasche; nicht irgendeine Wasserflasche wie Firgas oder was anderes vom Supermercado, nein, es ist eine chinesische Flasche.



      "Nongfu Spring" wird in China abgefüllt; ich kann mir nicht vorstellen, das diese Flasche um die halbe Welt gedriftet ist und hier auf Fuerte angespült wurde, dafür ist das Etikett noch zu gut erhalten. Sie wird wohl in einem der Chinaläden gekauft und hier dann in der Natur entsorgt worden sein.
      Vielleicht hat ja auch nur der Wind Schuld und hat die leere Flasche den Strand hinunter getrieben, hinterher laufen lohnt sich ja nicht.
      Absicht will ich hier keinem unterstellen, man sieht es nur an vielen Stellen der Welt, der Mensch kann seinen Abfall nicht mit nach Hause nehmen, es ist leichter sich vom Abfall zeitnah zu trennen. Aus den Augen, aus dem Sinn; es wird Zeit das der Mensch umdenkt, Hirn genug zum denken hat er.

      Auf einem der beiden Kaps, die ich übersteigen muss fallen mir noch diese beiden Pflanzen auf, die nah beieinander stehen und trotzdem verschiedenen Arten angehören. Oder handelt es sich um eine Art? @Mundo könnte es mir erklären, denke ich.





      Die Bewölkung an den Bergen hat zugenommen, der Strand liegt trotzdem noch so gerade eben in der Sonne.



      Nach zwei weiteren Stunden bin ich dann wieder am Parkplatz, es hat mich sehr angestrengt im zum Teil tiefen Sand stetig gegen den Wind anzugehen.



      Zum Roque del Moro kann man mit einem geländegängigen Fahrzeug auch leichter hinkommen, von der Piste nach Cofete führt ein Abzweig hinunter an den Strand. Dieser Parkplatz liegt nur ca. 500 Meter vom Felsen entfernt.
    Das Forum rund um die Insel Fuerteventura mit Beiträgen, Tipps und Wissenswertem zur Kanareninsel. Registrieren Sie sich in unserem Forum.

    Datenschutzerklärung nach DSGVO