Das unbekannte(re) Griechenland

      Das unbekannte(re) Griechenland

      In den nächsten Tagen werde ich mal wieder einen Reisebericht machen, wie gewohnt in mehreren Teilen und ich hoffe, ich langweile Euch nicht.
      Wir waren das erste Mal in Nordwestgriechenland und haben über 2 Wochen nicht nur enstpannt sondern einen tollen Urlaub verbracht rund um die Region Preveza.
      Dabei haben wir auch 4 der ionischen Inseln besucht: Mit dem Auto, einem Ausflugsschiff mit dem Charakter einer Minikreuzfahrt und selbst per Boot, was so in Deutschland undenkbar gewesen wäre.

      Also dann... von Verständigungsproblemen schon an der Tankstelle - einem Hotelchef, der selbst serviert - überaschenden Sandstränden - Pita Gyros für 2€ und vielen schönen Bildern :D

      Damit die Orientierung leichter fällt, habe ich mal 2 Karten erstellt und für die "Nichtgriechen" die wichtigsten Orte in lateinischer Schrift ergänzt:





      Kleine Vorschau von Bildern:

















      Diese Teile erwarten Euch:
      • Preveza
      • Arta und der ambrakische Golf
      • Parga
      • Tagestrip nach Paxos und Antipaxos
      • Lefkas
      • Bootstrip rund um Meganisi
      „Wie kommt man denn auf die Idee dorthin zu fahren?“ – Die Frage höre ich immer mal wieder, zuletzt dürfte das beim Tripp auf die Azoren der Fall gewesen sein. Ähnlich war das jetzt.

      Nun so weit abgelegen ist die Gegend um Preveza in Westgriechenland im Grunde gar nicht, nur eben abseits gewöhnlicher Touristenströme und ich muss gestehen, bis irgendwann an einem ungemütlichen Tag im letzten Winter hatte ich den Flughafen Actio/Preveza auf keiner Karte. Von Köln fliegt in diesem Jahr die Eurowings dorthin, einmal pro Woche und nur im Sommer. Preveza trennen vom Flughafen vielleicht 3 km, dazwischen liegt allerdings, wie man auf dem ersten Bild ganz oben im ersten Teil erkennen kann, das Mittelmeer bzw. der Ausgang des ambrakischen Golfs.





      Hier, genau an der Stelle der historischen Seeschlacht von Actium, wurde vor einigen Jahren ein Unterwassertunnel gebaut, der die griechischen Region Epirus und somit deren südlichsten Zipfel um Preveza mit dem Flughafen und weiter bis Richtung Patras auf der Peloponnes verbindet. Die 3€ Maut… wie in Griechenland üblich sitzt da jemand in einem Häuschen und kassiert… haben wir in den folgenden Tagen mehrfach bezahlt, nach und von Richtung Lefkas und am letzten Morgen zurück zum Flughafen. Der Flughafen selbst ist einer der ganz kurzen Wege und der Traum eines jeden Urlaubers: Vom Ausstieg am Flugzeug über das Terminal bis zum Mietwagen sind es maximal 300 Meter.





      Preveza selbst hat ca. 20.000 Einwohner, ist auf 3 Seiten vom Wasser umschlossen und wegen des geschützten Hafens auf der Seite des ambrakischen Golfs ein sehr beliebter Anlaufpunkt für Segler.

      Es gibt eine lebhafte Hauptstraße, welche mit etlichen Läden auf beiden Seiten fast gerade die ganze Stadt durchzieht. Die unübersichtliche Verkehrsführung in den Nebenstraßen mit massig Einbahnregelungen ist von der Orientierung durchaus eine Herausforderung, umso mehr, wenn zeitgleich rechts und links hinter einem knatternde Zweiräder so dicht auffahren, dass sie in keinem Spiegel mehr zu erkennen sind und man nur noch „nach Gehör“ fahren kann… So kenn ich das und daher kein Grund zur Panik :D

      Im Zentrum eine Fußgängerzone und enge Gassen mit unzähligen Tavernen, bis direkt an den Hafen. Hier waren wir Abends sehr häufig essen. Auf das Thema Essen und Trinken komme ich noch einmal zurück.







      Südlich und westlich der Stadt, also auf der Mittelmeerseite, gibt es einige Strände. Der Stadtkern geht dort in kleinere Siedlungen und Agrargebiet über. In einem solchen lag unser Hotel, nur 200 Meter vom Meer entfernt. Ich bin in Griechenland ein großer Fan von überschaubaren familiengeführten Hotels und das fanden wir auch. Das hier war wahrscheinlich das Beste aus dieser Kategorie in 38 Jahren Griechenlandurlaub: Mit Pool, sehr gepflegter Anlage, großen sauberen Apartments, das Frühstück servierte der Chef selbst, alle waren über die Maßen nett. Und dabei hat es offiziell "nur" 3 Sterne.







      Jetzt noch ein paar Bilder von den Stränden und der Küste rund um Preveza und in der Nähe unserer Hotels. Vielleicht ist Euch aufgefallen, dass es ziemlich grün ist, wenn nicht, sieht man es jetzt auch noch einmal. Das wird sich in den nächsten Teilen auch fortsetzten. Die Insel im Hintergund ist übrigens Lefkas, aber da kommen wir ja noch hin.











      wird fortgesetzt...

      Arta und der ambrakische Golf

      In ersten 3-4 Tagen war das Wetter noch etwas wechselhaft. Besonders nachts hat es richtig heftig geschüttet. Aber ins Landesinnere sollte es eh mal gehen und zum Aklimatisieren war das ziemlich angenehm. Bei dieser Tour sind wir dann an Orten vorbeigekommen, wo sich deutsche Pauschaltouristen selten bis nie hin verirren. Dabei waren wir noch gar nicht im eigentlichen einsamen Epirus unterwegs. Auf dem Weg nach Arta fuhren wir zunächst noch einige Kilometer entlang der Küste von Preveza in Richtung Norden bis Kanali. Hier erstreckt sich ein ca. 25 km langer Kies-/Sandstrand, an dem es etliche bewirtschaftete Abschnitte gibt, teils sehr schön hergerichtet, dazwischen Naturstrand. Auch als es in den folgenden Tagen zur Dauersonne und steigenden Temperaturen überging, unter der Woche nur sehr spärlich besucht.







      Während deutschen Familien Sonntags bei Rinderbraten im häuslichen Wohnzimmer speisen, zieht es die Griechen am Wochenende mit der gesamten Familie (oft 3 Generationen) an den Strand. Dort wird dann Alles ausgepackt und nach 3 oder 4 Stunden spätestens zieht die Karawane dann wieder von dannen. Da liegt dann kaum einer den ganzen Tag und „brät“ in der Sonne. Dass es unter der Woche fast einsam zuging, war also auch ein Zeichen, dass hier kaum Touristen unterwegs waren, zumindest bis Mitte Juli. Besonders gut gefällt mir an dieser Küste, dass sich die grünen Wälder und Büsche bis direkt ans Wasser ziehen.

      Die Bilder enstanden tw. ein paar Tage später am selben Küstenabschnitt.







      Ca. 45 Minuten dauert, auf ordentlich ausgebauten Landstraßen, die Autofahrt von der Küste bei Kanali bis nach Arta. Sehenswürdigkeit dort ist steinerne Brücke, in dieser Form aus dem Mittelalter stammend. Diese überquert den Fluss Arachthos, ausnahmsweise in der Gegend mal kein mythologischer Zufluss der Unterwelt (oder doch, weiß nicht genau...), der bei unserem Besuch noch ordentlich Wasser führte. In Deutschland wäre die Brücke aufgrund einer zu niedrigen Absturzsicherung für Fußgänger sicher gesperrt, aber wir sind ja in Griechenland...







      Der Arachthos mündet nach etlichen Kilometeren und Schleifen in den 500km² großen ambrakischen Golf, der sich rund 35 km ins westgriechiche Festland hineinzieht.





      Dorthin ging es weiter und zwar auf die einzige bewohnte Insel Koronisia, welche inmitten der riesigen Wasserfläche liegt. Landschaftlich sehr schön, fährt man über kilometerlange schmale Dämme, anfangs noch durch Schilfwälder auf dem Festland, bis zum gleichnamigen Hauptort. Der Golf ist ein Vogelparadies, es gibt Fischzucht und ansonsten waren wir, wie man sieht, fast alleine unterwegs. Am Ende hatten wir sogar Glück mit dem Wetter, es blieb fast trocken, auch wenn es auf den Fotos teils dramatisch über die arkananischen Berge zieht.





      Schöner Ausflug in das Hinterland und den ambarkischen Golf. Ca.120km sind wir gefahren bis wir wieder am späten Nachmittag wieder zurück in Kalamitsi waren.
      Hallo Bahama
      ich freue mich auf die weiteren Foto-Reiseberichte, insbesondere auf Lefkas und die Ionischen Inseln Paxos und Antipaxos. Bin selbst in jüngeren Jahren mit Rucksack und einer Freundin, die griechisch spricht, auf der Peloponnes gereist, allerdings ohne Auto und dann ab auf die Kykladen. Paros und Antiparos waren auch dabei.
      Fernweh!!! Aber jetzt besuche ich ja bald meine Lieblingsinsel Fuerteventura.
      Lg sahra
      Hoffe, der Beitrag kommt nicht doppelt, upps auf einmal war er weg.
      Gerne, Du musst Dich aber noch ein Teil gedulden, der jetzt erst einmal kommt :)

      Parga liegt 45 Autominuten nördlich von Preveza. Es geht zunächst flach entlang der Küste. Hinter Kanali steigt die breite Straße auf etlichen Kilometern dann nach oben an. So bieten sich immer wieder schöne Ausblicke auf den Küstenabschnitt und die vorgelagerten Insel Paxos und Antipaxos. Plötzlich auftauchende streunende Hunde forderten jedoch die Aufmerksamkeit des Fahrers. In weitem Bogen wird die total grüne Mündungsebene des Unterweltflusses (dieses Mal stimmt das auf jeden Fall) Acheron durch- bzw. überquert, ein verlandeter See.





      Kurz danach zweigt eine kleinere Straße in Richtung Parga ab. Der zunehende Verkehr vor dem Ort veranlasste uns das Fahrzeug oberhalb des eigentlichen Ortskerns abzustellen. Geschäftiges Treiben am Vormittag, wir begaben uns zunächst einmal in ein Café bei einem Frappé. Der örtliche Pope tat dies ebenfalls, in einer Lokalität gegenüber. Hier war es doch deutlich touristischer, unzählige Tavernen und Geschäfte in netten ganz engen verwinkelten Gassen. Das Pita Gyros Barometer zeigte 2€ an, also alles noch in Ordnung. Bevor es aber soweit war, stiegen wir über etliche Stufen zur fototechnisch viel versprechenden venezianischen Festung auf. Rechts und links neben den Treppen viele kleine Geschäfte, echt ein nettes Örtchen und so viel war am Ende auch gar nicht los.







      Wir fanden ein Lederwaren Geschäft mit richtig guten und extrem preiswerten Ledergürteln. Ich hatte zunächst so meine Zweifel, ob die echt sein konnten. Die in Englisch geführte Unterhaltung mit dem offensichtlichen Besitzer (mein Griechisch reicht ja leider nur für die Schrift und wenige Worte) endete wie so oft in diesen Tagen in der Frage "where are you from?" Auf meinen ja doch recht regelmäßigen Reisen nach Griechenland, auch während den Hochzeiten der Krise, zuletzt im April nach Athen, führte die Antwort auf diese Frage nie zu einem unfreundlichen Wort, egal in welchem Landesteil ich unterwegs war. - In einem Reisebüro wurde Werbung für eine Tages Bootstour nach Paxos und Antipaxos gemacht und für die Woche darauf nach kurzer interner Beratung auch gebucht, komme ich dann im nächsten Teil dazu. Die Ausblicke von oben waren wirklich sehenswert.









      Dann kam ich, wieder unten im kleinen Hafen, endlich zu meinem Pita Gyros und einem Alfa Bier, landestypisch im tiefegkühlten Glaskrug serviert, herrlich. Am Nachmittag traten wir den Heimweg an. Wir hatten inzwischen auch eine Art Urlaubsrhythmus gefunden: Tage der Aktivitäten wechselten sich mit totaler Entspannung in unserem netten Hotel ab. Der Erlebnisgrad sollte sich in den nächsten Tagen jedoch deutlich steigern...so wie sich das gehört :cool:




      Tagestour nach Paxos und Antipaxos

      Paxos und Antipaxos sind die "größeren" ionischen Inseln Nummer zwei und drei, wenn man beim nördlichen Korfu von oben anfängt zu zählen. Von Parga brachen wir in der folgenden Woche mit ca. 150 anderen Touristen (fast nur aus Ost- und Südosteuropa wie mir schien) zu einer Art Minikreuzfahrt auf.





      Eine Stunde benötige der kleine Ausflugsdampfer bis zum ersten Stopp, einem Naturhafen im Norden von Paxos. Mittlerweile hatte das Wetter längst jene Stufe erreicht, die man für Griechenland Urlaube als von Zeus gegeben erachtet: Strahlender Sonnenschein bei wolkenlosem Himmel, türkis und tiefblaues Wasser.

      Ich stand vorne auf dem Oberdeck unserer MS "Vicky-F2" und blickte durch die geöffnete Tür auf die kleine Brücke. Hinter Bergen von Akten saß auf einem Hochstuhl der Seniorchef, der ununterbrochen mit dem Handy telefonierte und dabei eine Zigarette nach der anderen „quartze“. Der jüngere Steuermann schaute an weiteren Aktenbergen und einer Ikone vorbei gelassen durch die vorderen Fenster. Direkt neben mir am Eingang saß auf einem zweiten Hochstuhl die Tochter oder Schwiegertochter des offensichtlichen Familien Unternehmens und verlass aus einfolierten Blättern auf Griechisch und in gebrochenem Englisch per Mikrofon die nächsten Programmpunkte der Tagesreise. Hinten an der Wand, teils verrostete Elektrik und viele viele Kabel in offener Verlegung.

      Ich beschloss, ein Deck tiefer zu gehen und bei einem kühlen Mythos Bier vom dortigen kleinen Kiosk über das Beobachtete zu sinnieren oder besser auf das herrliche Meer zu blicken, dem brummenden Schiffsdiesel zuzuhören und gar nicht mehr daran zu denken. Im Nachhinein muss ich aber sagen, die Crew "hatte es drauf", die wussten genau, was sie machen.





      Nachdem wird Korfu in größeren Abstand südlich passiert hatten, wurde in den Naturhafen von Longos auf Paxos eingelaufen, ohne zu stoppen eine Runde zum Gucken gedreht und dann die Reise forgesetzt.







      Weiter ging es Richtung Norden entlang der Küste bis nach Lakka. Dort wurde für 75 Minuten angelandet. Wir nahmen in einem englisch angehauchten Lokal an der Seaside einen Snack zu uns und schlenderten anschließend durch das kleine Örtchen. Schon hier wurde deutlich, dass Paxos so sein ganz eigenes Flair besitzt und zwar ein sehr reizvolles. Verschlafen wäre das falsche Wort, aber gemächlich ging es hier zu. Kleine enge Gassen und Plätze, ein paar Geschäfte und Gaststätten, der ein oder andere müde daher trottende Hund lief durch das Örtchen. Wenn abends die Tagestouristen weg sind, dürfte schnell Ruhe einkehren.






      Für die Nicht-Griechen, da steht: "Vicky F2"



      Auf der Weiterfahrt umrundeten wir in nahem Abstand die Nordspitze von Paxos und fuhren entlang der spektakulären westlichen Steilküste wieder in Richtung Süden. Unfassbar klares, tiefblaues Wasser, die nahen hellen Felsen, einige Tümmler begleiteten uns eine Weile: So müssen sich auch Odysseus und seine tapferen Gefährten in diesen hellenischen Gewässern gefühlt haben 8o





      Ziemlichen Respekt hatte ich, als wir mit dem ja gar nicht so kleinen Ausflugsdampfer in eine der zahlreichen Naturhöhlen hinein fuhren, sehr nahe an den in dem Moment und im Halbdunkel bedrohlich wirken Felswänden. Aber unsere griechischen Nautiker und Steuermänner hatten alles im Griff und so ging es nach einer Weile weiter Richtung Süden gen Antipaxos.





      An der Nordostküste ankerten wir eine Stunde in der traumhaften Bucht von Voutoumi. Hier konnte man vom Heck unsere Vicky F2 bequem ins türkisfarbene Wasser einsteigen oder direkt von Deck hineinspringen. Andere hatten die Bucht allerdings auch schon für sich entdeckt.



      Letzter Stopp unserer Tour war dann am Ende Gaios auf Paxos. Hier war ziemlich viel los, kaum ein freier Liegeplatz im von Seglern und Jachten aller Größe bevölkerten Naturhafen. Die Preise in den Restaurants lagen auch deutlich über denen am Festland. Wir machten eine kleinen Bummel durch das Örtchen und auf einem belebten Platz kam dann ich zu meinem verdienten Lohn für das Ausfindigmachen dieses fantastischen Tagestripps: Das Pita Gyros Barometer schlug allerdings bis auf 3,50€ hoch, den teuersten in den ganzen 2 Wochen.











      Dann ging es wieder zurück Richtung Parga, nicht ohne auf halber Strecke noch über einem versunkenen Schiff zu kreuzen, welches man im klaren Wasser und bei flacher See ganz deutlich auf dem Grund liegen sah. So richtig habe ich nicht verstehen können, wann und unter welchen Umständen es untergegangen war. Am späten Nachmittag betraten wir dann wieder das Festland.



      Wer eonmal in diese Gegend kommt, muss diese Tour für unfassbare ca. 25€ (ich weiß es nicht mehr genau, waren jedenfalls keine 30€) unbedingt machen, es lohnt sich unbedingt!
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