(Winter-) Kreuzfahrt im westlichen Mittelmeer

      (Winter-) Kreuzfahrt im westlichen Mittelmeer

      Hallo,

      ich werde die nächsten Tage mal wieder einen bebilderten Reisebericht einstellen, in mehreren Teilen, von unserer Januar Kreuzfahrt im westlichen Mittelmeer.

      Gebunden an die Schulferien haben wir mal wieder eine "hessische Woche" (= keiner hat Ferien außer uns) für eine Kreuzfahrt genutzt. Da uns das im Sommer zu heiß ist, haben wir Rom und Co. im Januar gewagt.

      Los ging es von Palma de Mallorca. Nachdem der Niki Flug sich buchstäblich in Luft aufgelöst hatte, flogen wir morgens von Frankfurt mit der ersten Tuifly Maschine gen Palma. Ausgestorbene Flughäfen und eine halbvolle Maschine, das Ganze für 29€ p.P plus 2x Koffer. Bei Sonnenaufgang fuhren wir schon mit dem Taxi durch ein menschenleeres Palma Richtung Hafen, 20 Minuten später auf der Aida Perla eingecheckt. Wir hatten uns gerade ein Restaurant zum Frühstück ausgesucht, da kam schon die SMS, die Kabine sei fertig, es waren gerade 8.45 Uhr... Selten so entspannt einen Urlaub begonnen.

      So ruhig sollte es aber in den nächsten 8 Tagen nicht bleiben, aber davon in den nächsten bebilderten Teilen...

      Route und Schiff

      Na da muss ich mich ja ran halten :D

      Die anvisierte Route (Häfen) sollte so ablaufen
      • Palma de Mallorca
      • Seetag
      • Civitavecchia
      • Livorno
      • Seetag (Abends Ankunft Marseille)
      • Marseille
      • Barcelona
      • Palma de Mallorca
      Aufgrund des Wetters wurden Marseille und Civitavecchia getauscht. Der Einlauf in Marseille klappt dann irgendwann in der Nacht mit Mühe. Uns war es recht, wir wären dort im Dunkeln eh nicht mehr von Bord, zumal der Liegeplatz ca. 7 km außerhalb der Stadt liegt.

      Beim Schiff, der 2017 in Dienst gestellten AIDAperla wussten wir ziemlich genau, was uns erwartet, da wir vor 1,5 Jahren mit der zu 99% baugleichen AIDAprima über die Nordsee geschippert sind: Ein Familienschiff, allein wegen der Größe von unpersönlicherem Charakter als die Mittelklassemodelle, dafür mit vielen Bereichen, die für eine Wintertour besser geeignet sind, einem größeren Pool, (teil-) inkludierten Bedienrestaurants und nicht zuletzt komfortableren Kabinen.

      Unsere im sog. Variotarif gebuchte und somit zugeteilte "normale" Verandakabine befand sich auf Deck 14, hatte knapp 21 qm, einen begehbaren Kleiderschrank, eine Dusche im Längsformat und einen Balkon von stolzen 7 qm mit der Aida typischen Hängematte. Den Unterschied zur "Komfort" Varinate konnte mir keiner erklären, egal, unsere war extrem ruhig, wie ich das ganze Schiff im Lauf als extrem leise und ruhig empfunden habe, auch als wir einige Tage später Windstärke 12 hatten, aber dazu dann...








      Schiff (AIDAperla) Teil 2

      Ok, da mindestens 2 Forianer hier in Kürze an Bord gehen, sage ich doch noch mal paar Wort mehr zu dem Schiff bzw. den beiden Schwestern Prima und Perla. Wir sind ja mit beiden schon gefahren. Die Unterschiede sind marginal, ich konnte nur kleine optische Veränderungen feststellen.

      Gegenüber den bisherigen Aida Schiffen gibt es einige konzeptionelle Änderungen: Keinen zentralen Treff mehr, sondern mehrere, je nach Geschmack. Das macht dann auch einen ganz anderen Charakter aus. Mir persönlich gefällt die Mittelklasse besser, weil man irgendwie mehr Kreuzfahrtfeeling hat. Hier geht es schon Richtung Freizeitpark, ein Familienschiff eben, jedoch mit unbestreitbaren Vorteilen auf Januarrouten übers Mittelmeer zb…

      Bekannt von anderen Aida Schiffen: Das imposante Theatrium über 3 Decks in der Schiffsmitte, in dem Abends die Shows, die Primetime und tagsüber Kunstauktionen oder Vorträge laufen. Ausgestattet mit ausgefeilter Bühnen-, Beleuchtungs- und Lasertechnik und einer riesigen LED Kugel. Die Kunstauktionen, naja ziemlich gähnend, vielleicht lags auch an der Auktionatorin... mh.. nennt man die so ?



      Also ich liebe ja diesen Bereich am Rande des Theatriums nach Außen, da kann man so herrlich träumen… besonders an Seetagen, auch ohne Alkohol :)



      Im hinteren Teil des Schiffs das 4-Elements, eine Kombination aus Schwimmhalle, Klettergarten, Tribünen mit riesigem Bildschirm für Filme und Fussball, sowie einem Restaurant (Fuego), welches in Teilen in den Bereich hineinragt. Naja geht so, nicht mein Lieblingsbereich, etwas ungemütlich und wegen des Bades riecht es immer mehr oder weniger nach Chlor. Im ersten Teil des Fuego übrigens nicht, das waren nur 30 Sekunden von unserer Kabine und morgens habe ich da öfters mal den ersten Kaffee genommen und auf die Wellen geschaut. - Klettergarten mache ich bin nächsten Mal, dafür bin ich diesmal aber erstmalig durch den Racer... mehrfach :lach:



      Ganz oben der Beachclub ist über 2 Decks, wetterunabhängig und Abends Auftrittsort der Band. Hier begeisterte mich schon auf der Prima das abendliche Laserspektakel, besonders die Projektionen auf einen Wasserfall über dem Pool.





      Erwähnenswert auf jeden Fall das abgestufte Restaurantkonzept:
      Neben 5 Buffet Restaurants gibt es mit French Kiss, Casa Nova und Brauhaus 3 Bedienrestaurants, in denen das Essen inkludiert ist und die Getränke nicht, zumindest wenn man keine Getränkekarten gebucht hat. Insbesondere das French Kiss hat uns dieses Mal beim Abendessen überzeugt, das Casa Nova weniger. French Kiss hatten wir auch zum Frühstück, also das gefällt mir echt gut, man könnte es an der einen Seite noch etwas mehr optisch vom "Laufweg" abtrennen. Im Brauhaus esse ich an Seetagen mittags gern mal einen leckeren „Broiler“ und trinke ein „Bordbier“. Ganz neu ist, dass man in der Tapas Bar (Essen ebenfalls inkl.) mittags Salate bekommt. Haben wir auch probiert, war lecker, nur der Zusatzname „Organic“… vielleicht denkt man noch mal nach über solche Namensgebungen. Zuletzt die Currywurst… geht immer, zumindest bis nachts um 02.00 an der „Scharfen Ecke“, ich finds ne gute Sache, die Wurst bekommt Note 2

      Wenn ich es mal irgendwann schaffen sollte, in diesen ganzen Restaurants nichts Schmackhaftes zu finden über 7 Tage, dann gehe ich auch mal in die Bezahlrestaurants… zu Rossini und Tim Mälzer…


      Der erste Stopp war Marseille. Der Hafen liegt ca. 7 km nordwestlich. Machen wir uns nichts vor, ein Schiff der Größe der Perla fährt nicht mal eben in einen kleinen Hafen ein.

      Ich war noch noch nie dort, Kulturhauptstadt Europas, älteste Stadt Westeuropas, das weckt natürlich ein paar Erwartungen. Geplant war eine Runde um das Gebiet des alten Hafens, dann mit dem Minizug eine Route durch südlichen Stadtteile bis hinauf zur Basilika Notre Dame de la Gardeund dann gemütlich zurück mit dem ein oder anderen kulinarischen Stopp.

      Durch die Umroutung fuhr der öffentliche Shuttle nicht aus dem Hafen, wenig flexibel die Franzosen, so wenige Landgänger kamen ja nicht. Wir gingen ein paar Meter weiter zu einer öffentlichen Haltestelle (ca. 15 Minuten zu Fuß vom Anleger) und fuhren mit dem Linienbus (Tagesticket Öffentliche knapp 6€, Einzelfahrt 2€) bis Joliette. Vorbei an der Großen Kathedrale sieht man die Fähren liegen, nach Korsika, Sardinien und glaube auch nach Algier.













      War ja alles ganz nett so rund um den Alten Hafen, die beeindruckenden Festungsanlagen, vor der Küste die Inselgruppe mit dem Château d'If („Der Graf von Monte Christo“) ganz oben Notre Dame, enge Gassen in den Stadtteilen unterhalb.



      Die Jahreszeit dieser Reise, das hatte ich zuvor schon erhofft, bringt 2 riesen Vorteile mit:
      1. Es ist nicht heiß, wenn denn auch der Rest des Wetters mitspielt - und das hat es getan zu 90%
      2. Es ist kaum etwas los, kaum Wartezeiten, man nutzt die ja doch knappe Zeit an Land deutlich effektiver und streßfreier

      Das war nicht nur in Marseille so, sondern sollte in den kommen den Tagen in Pisa und auch Rom so sein, mit Abstrichen auch in Barcelona.





      Das Wetter war auch ok und hielt bis fast zurück ans Schiff, aber eins bleibt mir besonders hängen von Marseille... es war dreckig ab der ersten Straße außerhalb des Alten Hafens. Von daher bleibt ein etwas zwiespältiger Eindruck, auch wenn wir uns zu keiner Zeit unsicher gefühlt haben.





      Alle Fotos dieser kleinen Reportage wurden übrigens ausschließlich mit meinem Sony Smartphone gemacht und sind unbearbeitet. Wundert Euch nicht, wenn es ab zu und etwas weitwinkelig und "abgerundet" wirkt: Die 2. Kamera hat einen ordentlichen Weitwinkel :) nettes Gimmick eigentlich für Selfies gedacht, hab ich öfters mal "umfunktioniert".
      @Bahama vielen Dank für eine Bilder und deinen Bericht bisher. Zeigt es mir doch das diese Art von Kreuzfahrtschiffe nichts für mich ist.
      Ja es muss auch die großen Schiffe geben ( wieviel Gäste passen auf die Perla?) aber dieser Rummel ........
      Das Schiff ist bestimmt schön, die Kabinen sehen toll aus, das es so viele Restaurants gibt.
      Aber wenn ich jedesmal überlegen muss was ich an Essen und Getränken mitgebucht habe.....
      Wir gehen dieses Jahr auch auf Canaren Kreuzfahrt aber mit der sehr viel kleineren Albatros mit nur 700 Gästen ( zur Zeit zu sehen auf ARD um 16 Uhr " Verrückt nach Meer" diese Fahrt haben wir gemacht und waren auch schon im Bild ).
      Das soll jetzt keine negative Kritik sein. Betone nochmals, das es auch andere Schiffe geben muss und ich mich über weitere Berichte Bahamas freue.
      @Waage

      Alles gut, schon ok, ich verstehe das voll ;)
      Dem Rummel konnte man zumindest in unserer Woche recht gut aus dem Weg gehen. Es gibt generell so viele Ecken auf dem Schiff, wo man sich wunderbar zurück ziehen kann. Man muss da im Grunde gar nicht so viel überlegen, sondern macht einfach das, wozu man Lust hat. Gleiches gilt auch für das Essen und Trinken. Wir hatten noch 2 Geburtstage in der Woche, das läuft einfacher ab als zu Hause.

      Aber ich habe ja eingangs schon gesagt, dass ich persönlich, was das Kreuzfahrt Erlebnis angeht, im Rückblick der 4 Touren in knapp 2 Jahren lieber auf der Mittelklasse fahre und dass diese Schiffsgrösse (4.500 übrigens bei Vollbelegung im Sommer, dieses Mal angeblich 3.500) als eindeutiges Familienschiff in Richtung Freizeitpark geht. Wir hatten eine Familie dabei als Neulinge und die waren total begeistert. Das ist hier die Hauptzielgruppe, wobei Andere auch nicht zu kurz kommen.

      Pisa... via Livorno (Teil 1)

      Am nächsten Morgen waren wir in Livorno. Es tut mir ja leid liebe Italiener, aber in den nächsten beiden Tagen wurde ich in meinem Gefühl bestärkt, das Land auch in Zukunft für längere Urlaube lieber zu meiden und das kam so:

      Zunächst kamen wir nicht in den Hafen und mussten eine große Runde drehen, was schon einmal eine Stunde Verspätung zur Folge hatte. Der Kapitän meinte, er könne es auch nicht erklären, wir seinen überpünktlich an der Lotesenstation gewesen auch das einzige Kreuzfahrtschiff an dem Tag.

      Wir wollten auf eigene Faust eigentlich mit dem Zug nach Pisa und, wenn es die Zeit erlaubt, weiter bis Lucca. Also im Grunde kein allzu strammes Programm, eigentlich… Nun darf man in Livorno den Hafen nicht zu Fuß verlassen und muss den (kostenlosen) Shuttlebus in die Stadt nehmen. Standen da also, nachdem wir endlich angelegt hatten, mehrere Hundert Leute in der Wartehalle und es fuhr… ein einziger Bus, der für eine Runde mindestens ne Viertelstunde benötigte, vielleicht waren es auch 2 - egal. Jedenfalls standen wir fast ne halbe Stunde, ohne dass sich groß etwas tat.

      Versuch beim Taxistand: Einmal Pisa und zurück (Entfernung ca. 25 km) mit 2 Stunden Aufenthalt – 200€
      Also zurück aufs Schiff und in aller Ruhe, es war mittlerweile fast Mittag, schön im "Weite Welt" Restaurant in die Sonne gesetzt, was gegessen und getrunken.

      1,5 Stunden später nächster Versuch: Ohne Wartezeit mit dem Shuttle in die Stadt. Jetzt musste man aber von dort noch rund 20 Minuten zum Bahnhof laufen und wär käme denn auf die Idee, nachdem der Shuttle eh schon gefühlt ne Stadtrundfahrt gemacht hatte, den bis zum Bahnhof fahren zu lassen. So standen die findigen Taxivermittler nun an dem Ausstieg mitten in Livorno. Kurze Lage Besprechung und es wurde gewettet, dass die Taxifahrt jetzt nur noch die Hälfte kostet… Kurze Verhandlung, 6 Personen 100€, zur Erinnerung rund 1,5 Stunden zuvor waren es 200€ bei an sonst gleichen Rahmenbedingungen.

      Wie es dann in Pisa lief und wie der Urlaub in Italien seine Fortsetzung nahm … geht gleich weiter...

      Pisa... via Livorno (Teil 2)

      In Pisa selbst war relativ wenig los und so hatten wir auch keine Probleme uns den „Platz der Wunder“ also den Domplatz samt Umgebung und natürlich den schiefen Turm anzusehen.





      Nachdem unzählige Fotos gemacht waren, wurden noch „Devotionalien“ gekauft und in einem Cafe was getrunken, das war dann Alles recht entspannt.
      Ich könnte wetten, dass die Preise im Sommer hier deutlich höher liegen…





      Ist schon beeindruckend das ganze Ensemble, aber irgendwie und dieses Mal liegt es nicht an meinem Smartphone… da ist nicht nur der Schiefe Turm aus der „Waage“. Vielleicht bauen sie vor, wenn der doch mal umfällt. Die Rückfahrt klappte dann auch problemlos, gegen Sonnenuntergang waren wir wieder am Schiff. Irgenwie musste man auch nicht stundenlang durch den Hafen fahren um wieder zum Schiff zu kommen, ja ich bin jetzt argwöhnisch... vielleicht... aber das sollte ich nicht ohne Grund sein, wie der nächste Tag zeigen sollte...


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