Spanische Fremdenlegion

      RE: Spanische Fremdenlegion

      @ Paullustig:

      danke dir für die guten Hinweise.
      Die Fernseh- und auch die Youtube-Hinweise habe ich mir gespeichert.

      Pantalla
      Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.
      -Antoine de Saint-Exupéry-

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      Original von Henry99
      @Paule: Woher das Interesse? Willst Du anheuern? Was sagt Queen dazu? ;)


      So einen alten Sack wie mich würden sie nicht mal in der Küche brauchen :D

      Weis nicht,wo das interesse herkommt...vielleicht liegts daran, daß die Fremdenlegionen allgemein als Helden im Untergrund gelten, die diese ,,Drecksarbeit'' macht,wo die Politik nicht nicht mehr weiter weiß...aber sich die Lorbeeren einsteckt...

      Bin aber keineswegs blauäugig und weiß,daß gerade bei den Fremdenlegionen die meisten Verbrechen geschehen...zumal sie nirgens als offizielle Kampfeinheiten im Einsatz sind...es ist jedenfalls bis heute etwas mystisches dran genauso wie bei der Mafia

      Es kommt wahrscheinlich daher: ich hatte einen Kollegen,der war ab 1945 in franz.Gefangenschaft...man hat ihm angeboten,ihn freizulassen, wenn er in die Fremdenlegion geht...da war er dann 10 Jahre und man hat ihn 1956 in Ehren entlassen...mit allen Rechten,die die Legion ihren ehemaligen Soldaten bis an ihr Lebensende gewährt...leider hat er nicht viel davon gehabt,weil er sich 1956 entschlossen hat, in die DDR zu gehen...was er aber nach dem Mauerbau bitter bereut hat...ab da an wurden die ehemaligen Legionäre von der Stasi argwöhnisch unter Kontrolle gestellt
      GEIZ IST DER FEIND JEDER LEBENSFREUDE !

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      RE: Spanische Fremdenlegion

      @ Henry99:

      ja, ich könnte berichten in Sachen Legion in Puerto del Rosario.

      Da muss ich mal in mich gehen, ob ich da einen kleinen Bericht mache.
      Es war um das jahr 1988, als Walburga und ich einen deutschen Legionär hier kennenlernten und was sich dann daraus ergeben hatte.
      Wenn´s interessiert?....

      Pantalla
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      -Antoine de Saint-Exupéry-

      RE: Spanische Fremdenlegion

      @ Joerg53 und Henry99:

      na, da werd ich mal was verfassen.
      Das war so um das Jahr 1988.
      Nur nicht drängeln Jungs.
      Hab ich mir doch gedacht, dass ihr was lesen wollt.
      Wollte das nur mal von euch noch einmal gesagt bekommen.
      Man lässt sich ja gerne mal bitten, oder?.... :D

      Aber setzt die Erwartungen nicht zu hoch.
      Bis dann also.

      Pantalla
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      RE: Spanische Fremdenlegion

      Meine Erlebnisse mit einem Deutschen in der spanischen Fremdenlegion. (1)

      Es war so um das Jahr 1988.
      Mit unserer Insel waren meine Frau und ich fest verbandelt seit 1986.
      Seit dem ging es ein-, zwei- oder manchmal auch dreimal nach Fuerteventura, je nachdem es die Arbeitszeit und das Portemonnaie zuließ.
      Bei einer der Landungen stand da ein kräftiges Mannsbild in Legionärsuniform am Flughafeneingangsbereich, derbes Gesicht, etwas grobschlächtige Gestalt, aber mit gutmütigem Gesichtsausdruck.
      Als Berufsverwandter konnte ich es mir nicht nehmen lassen und sprach ihn an mit ein paar radebrechenden spanischen Worten und erhielt perfekt auf deutsch Antwort.
      Ich war auf einen Landsmann getroffen, der bei der spanischen Legion war und in der Kaserne in Puerto del Rosario seinen Dienst abriss.
      Das war natürlich ein besonderes Ereignis, mit einem waschechten Legionär bekannt zu sein, denn dass Gespräch entwickelte sich und wir verabredeten ein Treffen bei ihm in der Kaserne. Dort wohnte er mit Frau und Kind.
      Walburga und ich besuchten ihn dort mit seiner Familie.
      Die Legion war ja damals auch schon in der Kaserne wo auch heute noch das spanische Berufs-Militär ist, also fast am Hafen; kann man gar nicht übersehen den großen Eingang, wenn man vom Hafen aus rückwärts blickend die nächste Parallel-Straße nimmt.
      Sie hausten alle in halbrunden Blech-Hütten, früher sagte man da Nissen-Hütte drauf, wer den Ausdruck noch kennen sollte. Jede Familie hatte ihr Abteil und die Einrichtung war sehr spartanisch. Das Nötigste an Mobiliar war vorhanden und Bücher interessierten mich immer schon (und nennen wir unseren Legionär mal einfach Karl).
      Ein oder zwei Bücher standen im Regal an der Blechwand. Ich schaute rein und herausschaute eine dicke Cucaracha. Sie war in der Wohnung nicht alleine. Mein momentanes Erschrecken wunderte die drei Familienmitglieder eigentlich nicht.
      Denn die lieben kleinen Cucas gehörten da zum normalen Alltag.

      Soweit erst mal für heute.
      Fortsetzung folgt.

      Pantalla
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      -Antoine de Saint-Exupéry-

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      RE: Spanische Fremdenlegion

      Toll Pantalla,
      mach weiter, auch ich kann mich noch sehr gut an die Legion erinnern. War am Anfang immer seltsam, wenn man durch Rosarios Straßen ging und die Legionäre sah. Die Geschichten über die Legion waren ja nicht immer nur Gutes, aber auch ich kannte einige, mit einer alten Bekannten, die mit einem spanischen Legionär verheiratet(ist gestorben) war, bin ich heute noch in Verbindung. Also ich bin schon gespannt auf Deine Erzählungen.
      LG. Kalahari
      Gott gab den Europäern die Uhr, den Afrikanern die Zeit. :D

      Franco und die Legion

      Franco war 1936 von März bis Juli Militärgouverneur auf den Kanarischen Inseln mit Sitz in Santa Cruz de Tenerifa.

      In dieser Zeit zettelte er mit Hilfe der Fremdenlegion und marokkanischen Truppen im spanischen Teil Marokkos einen Militärputsch an, der sich dann am 18.7.1936 in den allseits bekannten Spanischen Bürgerkrieg ausweitete
      GEIZ IST DER FEIND JEDER LEBENSFREUDE !

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      RE: Spanische Fremdenlegion

      Meine Erlebnisse mit einem Deutschen in der spanischen Fremdenlegion. (2)

      Hoffentlich sind eure Erwartungen nicht zu hoch angesetzt.
      Es ist keine Räuberpistole, sondern eher ein Erlebnisbericht wie es so gelaufen ist, einen Legionär wieder in Deutschland anzusiedeln. Der Pulsschlag wird sich nicht erhöhen.

      Zunächst muss ich mich berichtigen.. Es liegt ja schon gut zwanzig Jahre zurück.
      Legionär Karl wohnte mit Frau und Tochter in einem Wohnviertel, voll mit einer sehr hohen Mauer umgeben neben der Kaserne in der schon beschriebenen Nissenhütte aus Blech neben anderen Familien oder ähnlichen Lebensgemeinschaften aufgeteilt in kleinen Gassen der einfachsten Form.
      Heute ist die Mauer noch da, doch die Hütten sind geschliffen.

      Es war die Zeit der Auflösung der Fremdenlegion, zumindest hier in Puerto del Rosario und sein Vertrag lief aus und wurde nicht mehr verlängert.
      Er musste also mit, nennen wir seine Frau Karla und sein Töchterchen Karola (11) ausziehen und auch Arbeit finden. Die Legion hatte für nichts vorgesorgt, so sagte er uns und Geld hatte Karl sowieso nie zusammenhalten können. Die Taschen waren meist leer, dafür hatte er immer einen Glimmstängel im Mundwinkel. Das gehörte zu seinem Image.
      Sie fanden in La Lajita im Dorfzentrum eine kleine Wohnung mitten zwischen den Einheimischen
      und Karla kam da überhaupt nicht zurecht, hatte kein Gespür wie man sich integriert, trug wohl auch die deutsche Nase etwas zu hoch und schnell war an die Hauswand „puta“ mit Farbe angeschmiert. Klein-Karola wehrte sich der frechen Kinder, wie sie sagte mit „ojo, Papá Policia !“
      (Piloto muss mir unbedingt noch das Kürzel beibringen für das vordere Ausrufungszeichen)
      Karl arbeite schwarz als Nachtwächter in einer touristischen Anlage an der Costa Calma. Das ging einige Monate gut bis man ihn anschwärzte und er arbeitslos wurde.
      Irgendwo fand er dann aber wieder was für einen kurzen Zeitraum.
      Das Geld reichte hinten und vorne nicht gut fürs Überleben.
      Walburga und ich streckten da immer schon was vor.
      Eine uralte Schrottlaube hatte er aber dennoch zur Fortbewegung und CB-Funk musste natürlich auch sein. Es gab keine Autofahrt wo er nicht das Gerät am Hals hatte und nach allen Ecken kleine Konversationen machte. Ich hatte damals den Eindruck, dass er bald jeden Lkw-Fahrer kannte, der uns begegnete. Spanisch konnte er ja ganz gut durch seine Legionärszeit.
      Das zog sich so über zwei, drei Jahre hin, wo er sich so durchwurschtelte.
      In der Zeit holte er uns auch schon mal vom Flughafen ab oder brachte uns zum Abflug.
      Wir beide waren aber damals schon perfekt per Anhalter unterwegs oder nahmen den Bus, wenn es denn passte. Der „guagua“ fuhr ja damals nur einmal rauf und einmal runter, mehr nicht. Aber man wurde seinerzeit noch gut und gerne per Anhalter mitgenommen.
      Die Lösung hieß also für die Zukunft:
      Wir mussten versuchen, Karl, Karla und Karola irgendwie nach Deutschland zu bekommen.

      Fortsetzung folgt.

      Pantalla
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