Wanderung auf den Morro de la Habana

      Wanderung auf den Morro de la Habana

      Der Morro de la Habana liegt im südwestlichen Teil der Insel und kann nur über die Piste hinter Morro Jable erreicht werden. Natürlich kann man auch schon ab Morro zu Fuß zum Barranco de Gran Valle und daran vorbei zu den Casas de Jorós weiterwandern, aber wir haben im März die faulere Variante genommen und sind mit dem Wagen bis zur Zisterne hinter diesem Haus gefahren. ;)



      Im Bild sieht man den Morro de la Habana ( 531 m hoch ) in der Bildmitte, eine runde Kuppe links neben dem Zacken des Morro de Siete Fuentes. Ich habe nur gehört das dieser Berg vor dem Morro de la Habana so heißt, in meiner Karte ist er nicht verzeichnet. Vielleicht weiß @PeterM da mehr, vielleicht ist dieser Berg in seiner Karte benannt. Es gibt oder gab im März dort keine Quellen, vielleicht werden auch die markanten Basaltadern an diesem Berg als "Fuentes" bezeichnet.

      Wir parkten den Wagen, packten unsere Rucksäcke, prüften ein letztes Mal den Wasservorrat, durchquerten den Barranco



      und stiegen westlich der Casas de Jorós den Hang hinauf. Aller Anfang ist schwer, man muss an jedem Hang erstmal zu seinem gewohnten Gang finden und sich an den steinigen Boden gewöhnen.



      Weit unterhalb der Basaltadern finden sich schon Steinbrocken, die von diesen Adern stammen. Sie haben eine andere Färbung als die Steine in der Umgebung.



      Wir gehen selten hintereinander einen Hang hinauf, jeder sucht sich seinen Weg, wir sind immer in Hörweite, um für den anderen erreichbar zu sein, falls mal was passiert.



      Es dauert nicht lange und wir kommen zu der ersten Steilstufe, die wir auch an verschiedenen Stellen überwinden.



      Hinter der Steilstufe wird es vorrübergehend etwas flacher und es sieht so aus, als wenn es schwierig wird die Spitze des Morro de Siete Fuentes zu erreichen und es liegen viele Bruchstücke der Basaltadern herum.



      Bei genauerem Hinsehen fällt mir ein quadratischer Stein auf, der direkt an einem dreieckigen Stein lehnt. Der untere dreieckige Stein bildet fast ein gleichschenkliges Dreieck. So perfekt symetrisch sind diese beiden Steine, das es mir schwer fällt ihre Enstehung der Natur zuzuschreiben.



      Die kristalline Form der Lava heißt Basalt und ist fünfeckig, wenn sie bricht kann auch eine dreieckiges Bruchstück entstehen, aber nicht mit fast identischen Winkeln.

      Ein paar Ziegen beobachten uns, anscheinend haben sie hier in diesem Gelände keine Menschen erwartet.



      Kurz danach folgt eine weitere Geländestufe, die wir auch problemlos überwinden...



      ...und stehen dann an den Basaltadern vor dem Gipfel, auf denen wir ganz entspannt hochsteigen können.



      Aber es sind nur wenige Meter dann kommt wieder das normale Lavagestein...



      ... und wenig später liegt ein weiteres Stück einer Basaltader wie ein fetter Regenwurm vor uns



      Fortsetzung folgt
      Wie immer ein toller Bericht :thumbsup: Und mit dem Finger auf der Landkarte kann man Dir immer folgen ;)

      Da direkt angesprochen: Auf der meiner Kompasskarte ist der Morro de Siete Fuentes benannt. Eine gute Quelle für die lokalen Ortsnamen ist auch die offizielle topographische Karte (Bild 2) unter http://visor.grafcan.es/visorweb/#, die man in den unterschiedlichsten Ansichten (einschließlich alter Luftaufnahmen) einstellen und auf der man auch Entfernungen und Höhen messen kann. Leider enthält sie keine Wanderwege .

      Scan der Kompass-Karte aus dieser Gegend.


      Screenshot der offiziellen topographischen Karte von IDE Canarias.

      Vielen Dank, auch für den Link.

      @PeterM
      Beim Studium deiner beiden Scans wird aber das alte "Manko" sichtbar. Im Ausschnitt der Kompass Karte wird ein Bergrücken östlich der Casas de Jorós als Morro de Siete Fuentes bezeichnet, ein Bergrücken, von dem @Romana mal im Wanderbericht Sonderbare Steine berichtet hat. In der topografischen Karte liegt dieser Morro (de) Siete Fuentes aber in direkter Linie zwischen den Casas de Jorós und Morro de la Habana und würde mit dem von mir im Bericht erwähnten Gipfel übereinstimmen. Aber welche Karte hat nun Recht? :con:
      Einen Wanderweg haben wir dort am Berghang auch nicht gefunden, allerdings ist eine Art Trasse am gegenüberliegenden unteren Hang des Montana de Jorós zu sehen gewesen. ( siehe auf der topografischen Karte links von den Casas de Jorós )
      @fuertetom

      Du hast natürlich genauer hingeschaut als ich. Da ich glaube, dass die Spanier ihre Berge besser kennen als Kompass, würde ich der topographischen Karte mehr vertrauen. Das was Kompass als Morro de Siete Fuentes bezeichnet ist auf der spanischen (offiziellen) Karte der Morro Munguia und liegt als Doppelspitze direkt am Eingang des Gran Valle. Aber wer nun definitiv Recht hat?????? Den dort lebenden Ziegen ist es wahrscheinlich egal.

      Hier noch einmal ein etwas größerer Ausschnitt und ein anderes Kartenprofil von der gleichen Website
      Wir befinden uns nun knapp unter dem Gipfel des Morro Siete Fuentes, wir setzen uns hin und ruhen uns aus. Tief unter uns passiert gerade der Bus nach Morro unseren Parkplatz



      Der Gipfel des Morro Siete Fuentes interessiert uns beide nicht sonderlich, ( im Bild die größte Annäherung ^^ )



      und so steigen wir wenige Höhenmeter unterhalb des Gipfel an diesem vorbei und wenden uns dem Morro de la Habana zu.



      Der ist vom östlich angrenzenden Barranco de Gran Valle aus nicht zu besteigen, zu steil sind die Geröllhänge hinunter in dieses Tal



      Vor einigen Jahren hat mich @conny mal gefragt wie man auf den Fraile ( 689 m ) kommt, der in direkter Linie hinter dem Morro de la Habana steht und den Abschluß dieses Bergrückens bildet. Ich antwortete ihr, das ich von der Piste an den ganzen Bergrücken abwandern würde, da die Hänge am Fraile außerordentlich steil sind. Ob sie schlußendlich auf den Fraile gestiegen ist weiß ich nicht, ich glaube im nächsten Urlaub hat sie sich den Fuß verknackst und dann musste sie diese Bergwanderung aufgeben.

      Die Vulkanlandschaft wird nun urtümlicher, hohe Lavabrocken säumen unseren Weg...



      ...aber es sind nur wenige dieser Brocken und nach ein wenig kraxeln wird es deutlich ebener bis es an den nächsten Aufstieg zum Gipfel des Morro de la Habana geht.



      Im unteren Bereich des letzten Anstiegs erwarten uns einige Steinplatten, auf denen ich besonders gerne hochsteige, aber auch unterschiedlich große Steine, die alle fest auf dem Boden liegen. Der Anstieg mag schwierig aussehen, aber uns gefällt es, weil es eben kein Geröllhang ist auf dem jeder Schritt ein Risiko wegzurutschen birgt. Der Aufstieg ist in Wirklichkeit so leicht wie Treppensteigen, wo die "Stufen" eben unterschiedlich hoch sind. Am Rand zum Gran Valle ist der Aufstieg nicht machbar...



      ...und so wenden wir uns wieder den letzten ca. 50 Höhenmeter auf dem westlichen Hang zu. Hier liegen die Steine nun nicht so fest, hier muss man wieder aufpassen und einkalkulieren das man eventuell mit dem Stein wegrutscht.



      Aber letztendlich überstehen wir auch das letzte Stück zum Gipfel auf dem uns neben einem Steinmännchen noch eine "Überraschung" in Form von mehreren Stahleckstäben, die mit Stacheldraht verbunden sind und auf dem Boden liegen, erwartet.



      Wozu hat man hier auf diesem Gipfel einen Zaun errichtet? Wozu diese kiloschweren Stahlstäbe und den Stacheldraht hier heraufgetragen?
      Was musste derart fernab der Piste gegen wen oder was geschützt werden? Da die Stahleckstäbe allesamt am Fuß durchgerostet sind und manche dieser Stäbe so verrostet sind, das sie zerbröseln sobald man sie aufhebt, gehe ich davon aus, das dieser Zaun zu Zeiten von Gustav Winter hier installiert worden ist. Aber weswegen?



      Ausblick auf den Fraile, auf diesen Berg will ich auch noch hochsteigen, aber das geht sich an diesem Tag leider nicht mehr aus. Das wären noch einmal 150 Höhenmeter mehr und man muss vorher noch rund 70 Meter absteigen.



      Wir steigen diese 70 Meter hinunter und befinden uns im Sattel zwischen den beiden Gipfeln, wollen aber nach Westen in den Barranco Valle de Jorós hin absteigen. Der Untergrund macht uns einen Strich durch die Rechnung, zu viel Asche und Geröll liegen am Hang, ein risikoloser Abstieg sieht anders aus und so wenden wir uns zum Rückweg ungefähr auf dieser Höhe bleibend, um unterhalb des Gipfels auf unsere Aufstiegsroute zu gelangen. Aber auch das ist mühevoller als gedacht, auch dort gibt es einige Stellen mit Geröll auf dem wir uns nicht halten können und ins rutschen kommen. Es hilft alles nichts, wir müssen erneut den Hang hochsteigen und im steinigeren Hang, wo man wieder Halt findet, zum Morro Siete Fuentes hin absteigen.
      Wir kommen wieder in die urtümliche Vulkanlandschaft...



      ...und kommen an der "fetten" Basaltader vorbei



      Auch neue Ausblicke nach Morro Jable gibt es



      Im letzten Abschnitt der Wanderung fällt mir auf, das es dort Stricklava zu sehen gibt, genau die gleiche Lavaart wie ich sie nur eine Woche später auf El Hierro, aber dort sehr viel schöner, wiedersehen sollte.







      Wenig später stehen wir wieder unten am Wagen und freuen uns auf das ein oder andere Bier in Morro.

      fuertetom schrieb:

      Wozu hat man hier auf diesem Gipfel einen Zaun errichtet? Wozu diese kiloschweren Stahlstäbe und den Stacheldraht hier heraufgetragen?
      Was musste derart fernab der Piste gegen wen oder was geschützt werden? Da die Stahleckstäbe allesamt am Fuß durchgerostet sind und manche dieser Stäbe so verrostet sind, das sie zerbröseln sobald man sie aufhebt, gehe ich davon aus, das dieser Zaun zu Zeiten von Gustav Winter hier installiert worden ist. Aber weswegen?


      Deine Vermutung wird sicherlich richtig sein, das Winter-Areal sollte geschützt werden. Als wir 1980 mit dem Wagen nach Cofete wollten, gab es auf der Höhe der Casas de Joros einen Zaun, der sich aus den Bergen bis ans Meer runterzog. Die Straße war durch ein Tor versperrt, welches ein älterer Herr bewachte. Erst nach ausführlichem "woher, wohin, warum? " durften wir passieren. Im nächsten Jahr war das Tor zwar offen, aber der Zaun war immer noch da, verschwand allerdings in den folgenden Jahren.
      Die Hochachtung vor dem Denken anderer gibt dem eigenen Denken erst den richtigen Respekt. (Paul Schupp) :abklatsch:
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