Wanderung zu den Casas de Jacomar

      Wanderung zu den Casas de Jacomar

      Kurz vor Ende meiner 4 Wochen Urlaub im März habe ich mit Romana eine Wanderung zu den Casas de Jacomar unternommen. Als Ausgangspunkt wählten wir die Ansiedlung Tonicosquey an der FV-2, am Ostrand des Malpais Grande. In manchen Karten wird die Ansiedlung auch "Toniscoquey" bezeichnet, so wie auf dem ersten Bild im Wanderbericht "Wanderung im Barranco de la Cueva" ( Wandern im Barranco de la Cueva ) ersichtlich.
      Von dort habe ich schon die Wanderung auf den Tafelberg neben dem Atalaya de Pozo Negro und eben jene Wanderung in den Barranco de la Cueva begonnen und so war mir der Startpunkt der Wanderung sehr gut bekannt. Wir wollten erstmal in den Barranco de la Cueva hineinwandern und dann am Montana Juanicon (siehe Karte von @PeterM: Wandern im Barranco de la Cueva ) hinauf auf den Montana Jacomar und an dem Lavafeld entlang hinab zum Meer ( ungefähr so wie die grüne Strichlinie eingetragen ist ). So war der Plan, den wir vorher so besprochen hatten, aber das war nur eine Vorgabe. Wir sind flexibel genug um etwaige Planänderungen dann auch durchzuziehen. Es kommt auch immer auf die Tagesform, die Wanderlust, die Temperaturen und auf den Wind an. Mit Wind sind hohe Tempraturen erträglich, selbst wenn es zum wandern eigentlich zu warm ist.

      Der Tag war sonnig, die Temperaturen lagen bei etwas über 25 Grad, fast ideale Bedingungen für eine Wanderung. Wir hatten ca. 2 Liter Wasservorrat/Person mitgenommen und dachten, das wir damit auskommen.
      Wir schauten uns als erstes mal den großen Steinkreis unterhalb des Atalaya de Pozo Negro genauer an.



      Dieser Steinring ist an der Seite kaputt, dort kann man das innere des Steinrings betreten, aber wirklich interessantes liegt dort nicht rum.
      Anstatt nun auf den Montana Juanicon zuzuhalten und dort auf die höhere Geländestufe hochzusteigen, wanderten wir zu den Höhlen im Talgrund, wonach das Tal benannt worden ist. Wir schauten in die kleinen Höhlen...



      ...die heute den Ziegen als willkommener Schattenplatz dienen.



      Da standen wir im Talgrund schon unterhalb des M. Juanicon und wanderten nun weiter bis zu der Stelle, wo die Lava vom Jacomar ins Tal hinab geflossen ist. Gleich neben dem Lavastrom ist eine Erosionsrinne mit hohen Geländestufen zu sehen, die von unten wie weitere Höhlen aussehen.



      Aber dort sind keine weiteren Höhlen, sondern nur Auswaschungen in einer Ascheschicht unter dem harten Deckgestein durch seltene Regenfälle. Nun waren wir schon zur Hälfte den Hang hochgestiegen, da beschlossen wir dort auch ganz auf die obere Geländestufe hochzusteigen. Oben kamen wir an dem flachen Steinkreis vorbei, bevor wir weiter ins Lavafeld des Jacomar hinein wanderten.



      So eine vulkanisch geprägte Landschaft hat viel für das Auge zu bieten; zum einen Aschekegel, auf denen kleine hellrote Pflanzen sich angesiedelt haben ...



      ... zum anderen läuft man über vielfarbige Aschesteinchen. Von schwarzen, roten, grauen, braunbeigen und bläulichen Steinen ist alles vertreten. Diese Aschesteinchen wiegen fast nichts im Vergleich zu ihrer Größe.



      Fortsetzung folgt
      Danke @psycho48 für den Hinweis auf die Versammlungsorte.
      Damit hatte ich diesen Steinkreis überhaupt nicht in Verbindung gebracht.
      Und natürlich gleich mal "tagoror - El Hierro" gegoogelt und dabei erfahren das solche am Südhang "El Julan", wo ich nicht gewesen bin, zu sehen sind. Muss ich nachholen ;)

      Ich hatte ein Foto dieses Steinkreises schon im Wanderbericht vor fast 3 Jahren hier eingestellt, es hat sich nichts daran verändert, anscheinend kommen da doch nicht so viele Touristen dran vorbei. :D
      In dieser Lavalandschaft beratschlagen wir, wie wir weiter wandern wollen. Die Temperatur scheint etwas gestiegen zu sein oder es fühlt sich nur so an, weil der Wind schwächer geworden ist, jedenfalls haben wir nun keine Lust hoch auf den Jacomar zu steigen und entlang des Lavastroms hinunter zum Meer zu wandern. Stattdessen suchen wir uns einen halbwegs machbaren Weg durch die Steinfelder und halten die grobe Richtung nach Osten ein, dann muss früher oder später die Küste auftauchen. Wie weit wir dann von den Casas de Jacomar entfernt sind, sehen wir dann.
      Wir blicken nach Nordwest und sehen den Atalaya de Pozo Negro (Bildmitte) und links davon den Tafelberg mit der markanten Rinne in der Mitte





      Die Oberfläche dieser Lavalandschaft ist teilweise leicht zu begehen, es findet sich meist genug Platz zwischen den Steinen, um nicht mit dem Fuß umzuknicken



      Doch das bleibt nicht so und dann wird es schon schwieriger, vor allem, wenn man wie ich, nur mit Trekkingsandalen unterwegs ist



      Wenige Meter weiter wandern wir über Asche und bestaunen diese Lavaplatte, die sich kurz vor der Erstarrung des Stroms verkantet und aufgerichtet hat



      Und dann kommt ein weiteres Steinfeld wo man schon etwas vorsichtiger drüber gehen muss, um nicht irgendwo hängenzubleiben



      Aber es geht gut und so schaue ich mich nochmal um.
      Majestätisch thront der Jacomar über dieser Landschaft



      Eben noch waren wir einen Aschehang hinabgestiegen und schon befinden wir uns neben dem Lavastrom, wir haben ihn südostwärts durchschritten





      Nun sehen wir das Meer vor uns...



      nördlich liegt der Lavastrom, an dessem südlichen Rand liegen die Casas de Jacomar. Wir machen eine weitere Pause, unsere Wasservorräte sind bedenklich geschrumpft und wir träumen davon, unten am Meer vielleicht ein Bier zu bekommen. Aber es ist ein Wochentag, am Wochenende sind die Einheimischen in den Hütten am Meer und von uns beiden weiß keiner, ob wir überhaupt jemanden antreffen dort unten.

      Fortsetzung folgt
      Wir beenden die Pause und ich will gerade aufstehen, da fällt mein Blick auf einen Granatsplitter. Ich erinnere mich an die Wanderung auf den Montana Sombrero, wo ich mehrere dieser Splitter gefunden habe.( Kleiner Ausflug auf den Montana Sombrero )
      Wurde auch dieses Gebiet mal als Zielpunkt für Geschütze benutzt?



      Dann wandern wir weiter, der nächste Hang ist mit großen Steinbrocken übersät



      Wir müssen noch einen Hang hoch, aber nicht bis zur Spitze,



      sondern nur um einen Barranco zu umgehen und danach sehen wir die Hütten schon recht nah.



      Ob es wohl links von dem Kap einen Weg hinunter gibt?



      Wir entschliessen uns in den nächsten südlich gelegenen Barranco hinabzusteigen und zu den Casas auf dem üblichen Weg an der Küste entlang zu gehen. Dann können sich eventuell anwesende Einheimische schon auf unsere Ankunft vorbereiten.



      Der Weg an der Wasserlinie ist nur kurz, dann muss man noch eine kleine Höhe überwinden und kann dann zu den Hütten hinuntergehen



      Bei den ersten Hütten bleiben wir stehen bzw. setzen uns auf die an die Hütten gemauerten Bänke. Hauptsache aus der Sonne rauskommen ein wenig im Schatten verweilen. Auf den ersten Blick sind wir wohl alleine hier, das erhoffte Bier können wir uns wohl abschminken. ;) Wenige Minuten später kommt aus den letzten Hütten vorne am Meer ein Spanier auf uns zu, Romana unterhält sich mit ihm. Wir wollen Grüße von Barbara ausrichten, aber dieser Spanier kennt keine Barbara.



      Sie erfährt immerhin das noch andere Einheimische hier sind und so gehen wir an den Hütten vorbei, sehen eine Kapelle



      und treffen auf zwei weitere Männer.
      Einer von Ihnen, so erfahren wir, ist hier geboren worden und hat sein ganzes Leben dort verbracht. Dieser Spanier, sein Name ist Merio(?), kennt Barbara und wir richten die Grüße aus. Der zweite Spanier ist in einer Hütte verschwunden und kommt mit einem Sixpack Bierdosen zurück. Ich kann unser Glück kaum fassen.
      Romana unterhält sich mit den beiden, während wir anstoßen und das angenehm kühle Bier trinken. In der Ferne, südlich der Casas, sieht man eine ungewöhnliche Felsformation an der Küste.



      Nach dem ersten Bier wird uns noch eine weitere Dose angeboten aber wir lehnen dankend ab. Eine zweite Dose und ich schlafe auf dem Rückweg ein. ;) Wir bedanken und verabschieden uns, wir müssen auch noch an den Rückweg denken. Hinter den Hütten ist eine kleine Saline angelegt worden, die aber heutzutage nicht mehr genutzt wird.



      An der Küste gehen wir zurück in Richtung Punta de Jacomar, dort ist ein kleiner Strand und dort endet auch die Piste. Wir bleiben aber nicht lange, wir müssen über die Piste zurück gehen, auch wenn das keiner von uns beiden gerne möchte. Unser Wasservorrat beträgt weniger als einen halben Liter, so können wir uns keine anstrengende Kletterei zurück durch das Lavafeld erlauben.
      Wir sind noch keine zweihundert Meter weit von der Küste entfernt, als wir einen Wagen hinter uns hören. Ein Pickup kommt die Piste herauf und wer sitzt drin, hält an und fragt ob er uns mitnehmen kann? Merio und sein Kumpel, mit denen wir das Bier getrunken haben.
      Wir können auf der Rücksitzbank Platz nehmen, für Romana kein Problem, aber ich habe schon beim einsteigen einige Probleme mich dort zusammenzufalten. Mein Einstieg in den Wagen sorgt für Erheiterung bei den anderen. Aber besser schlecht gesessen und gefahren werden als noch kilometerweit die Piste zurückzulaufen.



      Wir werden bis zu unserem Wagen gefahren, ich weiß nicht, wie ich wieder austeigen soll. Es endet damit das ich im Fußraum hinter dem Vordersitz sitze und nicht weiter weiß. Großes Gelächter der anderen, das haben sie auch noch nicht erlebt. Es dauert eine Weile bis ich mich aus dieser Lage befreien kann und neben dem Wagen stehe. Damit kann ich nun auch diese Wanderung auf meiner persönlichen "to-do" Liste abhaken. Wir fahren nach Morro zurück und schauen uns dort noch den Sonnenuntergang an.
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