Wanderung zum Playa de Barlovento

      Wanderung zum Playa de Barlovento

      Diese Wanderung habe ich im März zusammen mit Romana unternommen. Von Süden kommend befuhren wir die FV-2 in Richtung Costa Calma und verließen die Straße kurz nach dem südlichen Autobahnstück in der Senke des Barranco de Pecenescal. Dort kann man die Straße nach rechts verlassen, wenden und gegenüberliegend auf eine Parkfläche fahren. Von dort führen 2 Pisten die Hänge hinauf, die südliche Piste führt zu den Häusern neben der Autobahn, die nördliche an einer Ziegenfarm vorbei und weiter zum Istmo de la Pared. Dorthin wollten wir und dann je nach Wetterlage, Fitness und allgemeinem Befinden weiter zum Playa de Barlovento.
      Das Wetter war an diesem Tag leicht unbeständig, es war locker bewölkt und ab und zu trieben dunkle Wolken vorrüber.



      Vom Parkplatz aus wanderten wir auf der nördlichen Piste, die erst den Hang hinauf führt und dann relativ eben verläuft. In diesem Bereich sind die Fundamente für die Hochspannungsmasten der neuen Stromtrasse errichtet worden.



      Wir kürzten den Weg ein wenig ab, indem wir die Piste verließen, eine ebene Fläche querten, die am Rand stark erodiert ist, um dann etwas später wieder auf die Piste zu stoßen.



      Die Landschaft ist dort etwas eintönig.



      Die Piste verläuft neben einer Erosionsrinne und steigt nun unmerklich ein wenig an. Auf der gegenüberliegenden Seite der Erosionsrinne lagen einige Ziegen im Schatten der wenigen Büsche



      Zum Ende der fast eben verlaufenden Piste wird stellenweise die alte Piste, die unter der Diktatur von Franco errichtet wurde, sichtbar.



      Diese gepflasterte Piste findet sich auch weiter oben am Südrand des Istmo de la Pared und nahe der Windkraftanlagen. Die Piste wird mehr und mehr sandiger und führt hinauf zum Loma de Cuchilette. Von dort bietet sich ein imposanter Blick ins Sandmeer "El Jable".



      Wir verlassen nun endgültig die Piste und wenden uns zur Westküste, ersteigen noch einen weiteren Hang



      und müssen dann erkennen, das über dem Meer ein Regenschauer niedergeht. Wir hoffen noch, das dieser Schauer an uns vorbei zieht, jedoch stehen wir wenig später im Regen im Sand. So langsam gewöhne ich mich daran auf Fuerteventura ohne Regenschutz im Regen zu stehen. ;)



      Aber es ist nur ein kurzer Schauer und bald darauf trocknet der Wind das bisschen Feuchtigkeit. Wir verlassen diese Höhe und wandern hinab durch die Sandhänge zur Westküste.



      In der Ferne, mitten im Sandmeer, steht ein Bagger und errichtet den Drehort für den nächsten Star Wars Film.



      Ich kann das nicht ganz verstehen, das man im Parque Natural de Jandia so sorglos mit diesem "Naturerbe" umgeht. Wenn dann erst später, so wie in Tunesien, die Touristen und Filmfans diesen Drehort besichtigen wollen, ist es mit der Natur und Ruhe dann dort endgültig vorbei.

      Fortsetzung folgt
      @PeterM
      Wie du bestimmt selbst weißt, kommt es beim wandern nicht auf die Zeit an, die man zur Erreichung des Zieles und den Rückweg verbraucht. Anhand der Daten der Fotos kann ich dir aber mitteilen, das wir so ungefähr 7 Stunden unterwegs waren, natürlich mit Pausen. Man nimmt genug Wasser mit und genießt den "Luxus" nicht auf die Zeit zu achten.
      Ich dachte, die Zeiten in denen man am Istmo de la Pared querfeldein herumfahren darf wären vorbei, aber da musste ich mich getäuscht sehen, denn unvermutet fuhr in der Senke unter uns ein Jeep durch den tiefen Sand und weiter auf einen Hügel um sich den Ausblick auf Cofete von dort anzusehen.





      Vielleicht sind das auch erste "Folgen" der Arbeiten am Drehort, knapp zwei Kilometer entfernt. Schade um dieses Idyll.

      Wir wandern hinunter zur Küste und finden ungefurchte Sandflächen vor, leider scheint die Sonne nicht darauf, aber auch so sieht die Landschaft dort toll aus.



      Unter uns befindet sich die Steilküste, wir wenden uns nach Westen und wandern nun unserem Ziel entgegen



      Nun kommt die Sonne heraus und es wird fast zu grell für die ungeschützten Augen.





      Erst ist es ein wenig anstrengend durch den tiefen Sand vorwärts zu kommen, irgendwo westlich von uns hört der Sand auf und ein Weg, fast nur ein Pfad, verläuft dort Richtung Playa de Barlovento, das Ziel kann man schon erahnen



      Und dann haben wir den Weg durch das nun steinige Gelände erreicht, er verläuft meist eben und wir kommen gut voran



      Ein Blick zurück...



      ... und noch einer



      Sehr bald danach stehen wir hoch über dem Anfang des Playa de Barlovento,



      wir müssen nur noch zu einer Stelle, wo rotviolette Lavaasche den Hang bildet. Zum Strand hin steht eine schwarze Lavaader, die dort V-förmig eingebrochen ist, dort führt ein nun schon kaum noch erkennbarer Weg hinunter und dann sind wir auf dem Strand.





      Ich will unbedingt baden gehen, wenigstens nur kurz ins frische Nass. Schwimmen sollte man an dieser Küste nicht versuchen, zu viele haben diesen Unsinn schon mit dem Leben bezahlt.
      Plötzlich sehe ich ein noch ziemlich lebendiges Exemplar einer Portugiesischen Galeere am Strand, das Bad muss verschoben werden. Ich habe noch zu gute Erinnerungen an meine erste Erfahrung mit einem Nesselfaden dieser Staatsqualle. Eine Wiederholung muss nicht sein.



      Auch von den kleinen Segelquallen sind einige angetrieben worden,



      wahrscheinlich noch zu klein um Schaden anzurichten, aber die Anwesenheit einer weiteren sehr lebendig wirkenden Staatsqualle



      lässt mich den Gedanken ans baden gehen endgültig vergessen. Das Risiko ist mir das kurze Bad nicht wert.

      Fortsetzung folgt
      Nach einer Verschnaufpause am Strand, klettern wir neben der schwarzen Lavaader wieder hoch zum Pfad. Hoch geht es relativ einfach, hinab war vorher die Schwierigkeit, weil man bei jedem Schritt nie weiß, ob man wegrutscht und wo man ganz sicher Halt findet. Und man hat noch die Stellen, an denen man die Richtung wechseln muss in Erinnerung. In ungefähr 8 Meter Höhe muss man ganz nah an der Lavaader, die dort recht schmal ist, 2 oder 3 Schritte machen. Aber dort haben wir keine Probleme.



      Wir wollen noch ein wenig mehr von dieser vulkanisch geprägten Landschaft sehen und wandern den Pfad entlang Richtung Cofete



      Wenig später stehen wir an einer weiteren schwarzen Lavaader und wollen zwischen den schwarzen Wänden auf der Lavaasche hochsteigen. Wie gesagt, hoch ist nicht schwer und so stehen wir bald ein paar Meter höher und müssen erkennen, das wir die nächste schwarze Lavaader nicht überklettern können...



      ...wir müssen zurück. Ich gehe voran und halte mich ganz nah an der schwarzen Lavaader, mit der rechten Hand halte ich mich immer wieder am oberen Abschluß fest, und so gelingt es mir ein paar Meter abzusteigen. Zu sehr befürchte ich auf der Asche abzurutschen, aber ich weiß mir nicht anders zu helfen. Und dann passiert es; auf einmal bemerke ich das der Stein, an dem ich mich festhalte, wackelt und bricht. Ein Bruchstück kann ich festhalten aber der untere Teil fällt herunter und trifft mich am Oberschenkel, knapp oberhalb des Knies.
      Da habe ich mächtig Dusel gehabt, nicht auszudenken, wenn der Stein mich am Knie getroffen hätte oder mir auf den Fuß gefallen wäre. Die Wanderung wäre beendet gewesen und Romana hätte Hilfe holen müssen. Ich habe nun zwei kleinere Verletzungen, am Handgelenk und am Oberschenkel. Am Oberschenkel ist die Haut handtellergroß abgeschürft und eine kleine Fleischwunde blutet etwas, eine weitere kleine blutende Fleischwunde habe ich am Handgelenk. Die Verletzung am Oberschenkel schmerzt etwas bei jedem Schritt, aber es ist auszuhalten.
      Was habe ich auch für eine Wahl, ich muß zu Fuß zurück. So oder so.

      Wir pausieren erstmal, warten die Gerinnung ab und gehen dann vorsichtig weiter, kommen an einem Wasserfall vorbei, wo natürlich momentan kein Wasser rauscht.



      Der Weg wird immer schwieriger zu begehen,



      vor allem da wir nun wissen wie brüchig die schwarzen Lavaadern sein können und so beschliessen wir umzukehren.

      Fortsetzung folgt
      Wir folgen dem Pfad zurück, überqueren vorsichtig die Lavaadern



      und kommen dann in die mehr vom Sand geprägte Landschaft.



      Erst auf dem Rückweg hat man auch den Blick für Sandsteinskulpturen



      aus einem anderen Blickwinkel erscheint die gleiche Stelle wieder ganz anders



      An einer Erosionsrinne, die wir auf dem Hinweg achtlos gequert haben, verlassen wir den Pfad und wenden uns von der Küste ab.
      Ein wenig Grün in dieser kargen Landschaft weckt unser Interesse



      Hinter einer Biegung erblicken wir richtig hohe Büsche,



      aber das Grün verhindert den weiteren Weg im Bachbett, zu dicht steht es dort. Wir steigen am Rande den sandigen Hang hoch und sehen hinter den Büschen weitere Grünflächen. Hier muss irgendwo eine Quelle sein, deren Wasser nur kurz an der Oberfläche bleibt, bevor es wieder versickert.



      Oberhalb der Erosionsrinne wird das Grün immer weniger, an den Hängen des Loma de Cuchillete bleibt wohl viel Feuchtigkeit hängen.



      Erst bemerkt man es nicht richtig, aber wenig später wünscht man sich das grüne Tal nicht gesehen zu haben; eine Vielzahl von kleinen Mücken schwirrt durch die Luft, sie sind lästig und stechen, mein Kopf bekommt mehr und mehr Beulen. Wir flüchten, gehen so schnell wie möglich gegen den Wind in Richtung Istmo de la Pared. Die Hänge vor uns sind karg, steinig und wenig später wieder sandig.





      Es ist sehr anstrengend, auf ungefähr der gleichen Höhe am Hang weiter zu wandern. Immer wieder tauchen Erosionsrinnen auf und wir müssen immer den Hang hoch und in der nächsten Rinne wieder herunter.
      Nach diesem Kraftakt steht uns noch die Querung der sandigen Hänge bevor



      und das übersteigt fast meine letzten Reserven. Wenig später stehen wir an fast der gleichen Stelle wie Stunden vorher als es regnete nur jetzt ist es sonniger.



      Erst gehen wir auf der alten Piste weiter,



      verlassen diese aber um in direkter Linie hinunter in Richtung Auto zu gehen



      Spurenlesen im Sand; erst kam das Kaninchen dann der Regen



      Nach einer schier endlosen Piste, kürzen wir an der nächsten Stelle wieder ab und queren erneut die ebene Fläche vom Anfang der Wanderung



      Nach über 7 Stunden sind wir wieder am Auto und fahren zur nächsten Farmacia um uns ein paar Mittel gegen Juckreiz zu holen.
      @Carmelita
      Das habe ich irgendwo gelesen (Quellenangabe werde ich nachreichen wenn ich es wiederfinde :/ ); aber macht ja auch Sinn, wenn man Bunker an der Ostküste errichtet, weil man glaubt, von dort käme der Feind. Und diese Bunker mußte man durch das "Sandmeer" Costa Calma irgendwie erreichen.

      psycho48 schrieb:

      Aber nachmachen? Niemals!

      Uns trennen nur 12 Jahre; deshalb mache ich die Wanderungen jetzt noch und stelle mich darauf ein, das ich es in 12 Jahren nicht mehr schaffe ;)
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