Mein Urlaubstagebuch

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      Es ist sehr kalt da oben, zu mehr als dieser Aufnahme von der Ermita Virgen de Los Reyes möchte ich den Wagen nicht verlassen. Die Straße führt um die Ermita herum und geht ca. 50 Meter weiter in eine Piste, die mit schwarzer Lavaasche bedeckt ist, über. Anfangs ist die Piste ziemlich glatt, wie überall gibt es ein mehr oder weniger starkes "Waschbrett" und dann teilt sich die Piste, eine führt steil bergan, die andere führt etwas den Hang hinunter ist ziemlich stark erodiert. Sowas würde ich selbst auf Fuerte nicht befahren, also wende ich und fahre zurück. Gar nicht weit von der Ermita entfernt finde ich einen Parkplatz und ich beschließe ein wenig die Umgebung zu erkunden. Den Rucksack lass ich im Wagen, nehme die Softshelljacke und die Kamera und gehe über einen Feldweg in den Kiefernwald hinein. Durch den Baumbewuchs ist es hier ein wenig geschützter, der kalte Wind ist nicht so stark spürbar, nur einzelne Böen lassen mich frieren, denn ich habe keine Socken mitgenommen. Bei den ersten Schritten im Wald duftet es intensiv nach Kiefernharz. Nach rechts hin öffnet sich eine hohe Erdspalte von ungefähr 3 m Breite, da ist es fast windstill drin.
      Ich gehe dort hinein, der Grund ist fast eben und der Spalt schlängelt sich am Hang entlang.





      Vor mir fliegt ein Turmfalke auf und landet auf einer Kiefer ungefähr 30 Meter weiter. Aber meine Kamera hat einen großen Zoom und so kann ich diesen Greifvogel aufnehmen. So viele Turmfalken wie auf El Hierro habe ich noch nirgendwo gesehen.



      Án den langen Nadeln der Kanarischen Kiefer bleibt viel Feuchtigkeit der Passatwolken hängen. Ein Wasserproblem hat El Hierro nicht.
      Ich verlasse den Erdspalt, anscheinend befinde ich mich nun im Windschatten des Montana de la Virgen, am Hang wächst alles mögliche. Von Wacholder, Kiefern, Kakteen bis hin zu Wolfsmichgewächsen ist alles vertreten.



      Drachenbäume soll es auch auf der Insel geben, habe ich nur nicht gesehen. Ich gehe zurück zum Wagen und fahre noch ein paar Kilometer oberhalb der Südküste entlang. Die Straße steigt kontinuierlich bergan, bis ich auf ca. 1.000 m Höhe bin und obwohl es dort sonnig ist, ohne Windschatten ist es dort nicht auszuhalten. Ich befinde mich am Südhang El Julan der Insel, links von der Straße sind bewachsene Aschehänge zu sehen





      Der Waldboden, auf denen die Kiefern stehen, ist nur eine dünne Schicht, darunter befinden sich mächtige Ascheschichten



      Ich fahre zurück in Richtung Ermita, biege vorher auf die nachts gesperrte Straße ab und schaue wenig später hinunter zur Südspitze der Westküste. Dort steht ein Leuchtturm, Faro de Orchilla, direkt neben der Montana de Orchilla und ist nur über eine Piste erreichbar.
      Der Vulkan und Leuchtturm am linken Bildrand.



      Wenige Kilometer weiter nähere ich mich dem Vulkan Lomo Negra und bleibe erneut an den Ausblicken und Farben hängen. Die Landschaft berührt mich, beinahe ehrfürchtig betrachte ich die Lavamassen und mir wird bewusst wie kraftvoll die Natur sein kann und gleichzeitig wie unbedeutend der Mensch dagegen ist.





      Es ist nicht zu verbergen, Lavalandschaften ziehen mich wie magisch an und ich fühle mich dort im steinigen Chaos wohl.



      Ich fahre wieder die unzähligen Kurven hinab und bleibe unten auf der Küstenplattform stehen und gehe zum Roque del Pilato



      Die Küstenplattform steht ausschließlich auf Basaltsäulen, der kristallinen Form der Lava. Woran erinnert mich nur die Form des Felsens?



      Ich fahre zurück zur Unterkunft und werde schon erwartet



      Ich gehe wieder ins Studio und verteile das Katzenfutter auf 2 Tellerchen, trete hinaus und sofort sind die Katzen um mich herum. Ich gehe auf die Mauer zu, eine der beige-braunen Katzen hat es geahnt, springt hinauf und von dort in Kamikaze Manier in Richtung des Tellers, den ich gerade noch festhalten kann. Die Katze hat nun Katzenfutter im Fell, der Rest liegt auf der Terrasse. Na klasse, jetzt darf ich auch noch Wischmop und Eimer holen und dort wischen.

      Fortsetzung folgt
      Den Boden der Terrasse zu wischen hätte ich mir sparen können, denn kurz danach fängt es leicht an zu regnen. Aber das dauert nicht lange und außerdem ist gleich Sonnenuntergang. Ich fahre in Richtung des Ladens Cooperativa und nehme den ersten Abzweig nach rechts zur Küste. Die Straße endet in La Maceta direkt an der Steilküste. Dort führen Treppen hinunter an das Meer, denn dort gibt es Meerwasserschwimmbecken.



      Schwimmen gehen will ich auch mal auf El Hierro aber nicht unbedingt zur Sonnenuntergangszeit und auch nicht an der kühlen Nordwestseite der Insel, an der es allerdings am frühen Nachmittag auch warm sein kann.
      Der Sonnenuntergang steht kurz bevor, aber spektakulär wird der nicht werden...



      ...und so gehe ich von dem Parkplatz zu einer überdachten hölzernen Plattform und daneben steht eine hölzerne Imbisshütte mit Terrasse. Von der Plattform führt ein Weg die Küste entlang, ist teilweise mit Holzstegen versehen und man kann dort zu einer weiteren kleineren Plattform gelangen, auf der fest verschraubt zwei Stühle angebracht sind. Von dort schaue ich zurück nach Westen und sehe einen Teil eines Steinbogens direkt am Meer. Den will ich mir genauer anschauen, will durch diesen Steinbogen den Sonnenuntergang fotografieren, aber es ist wenig Zeit und es gibt keinen Weg dort hinunter an den Strand. Die Sonne ist eh nicht mehr zu sehen, eine Wolkenbank liegt am Horizont.



      Ich fahre zurück zur Unterkunft und überlege, ob ich nach einer Pizzeria in Tigaday suchen soll oder aber das von Andrea mir angepriesene Restaurant aufsuchen soll, denn mir steht nun nicht schon wieder der Sinn nach Brot mit Wurst, Käse, Tomaten und ein paar Oliven.
      Ich könnte auch hinlaufen, aber faul wie ich bin, fahre ich hin, es ist an der Straße nach Punta Grande gelegen. Das Restaurant ist an diesem Abend gut besucht, ein Bus von "transhierro" steht vor dem Eingang. Ich bekomme von der Kellnerin einen Platz am Rande zugewiesen.
      Mir scheint, sie wundert sich das ich alleine essen gehe, denn sie fragt "solo?" "Si" antworte ich und nehme Platz.
      Ein paar Tische sind zusammengeschoben an denen die große Reisegruppe sitzt und über die Wanderung am nächsten Tag abstimmen soll. Man könnte meinen man wäre in einer Bahnhofsgaststätte irgendwo in Deutschland angesichts des Stimmengewirrs.
      Ich habe aber anscheinend einen günstigen Zeitpunkt zum Essen gewählt, denn mein Mahl kommt schon nach ca. 20 Minuten.
      Es ist gut und günstig, so wie Andrea es gesagt hat, vielleicht komme ich hier nochmal hin.

      Am nächsten Morgen muss ich erst noch ins "Office" und das Studio bezahlen, ich erwähne die Katzen und deren Taten und Andrea will gleich die Terrasse mit einem Schlauch abspritzen, denn erst bleiben die Essensreste und später kommen dann die Ameisen, die Tausendfüßler und anderes Getier.
      Dann mache ich mich auf und fahre durch den Tunnel hinauf nach Mocanal und weiter nach Valverde, kaufe dort in der Post Briefmarken und Postkarten. Ich komme an alt wirkenden Gebäuden vorbei und sehe das ich vor dem Casa de Las Quinteras/Centro Etnografico stehe.
      Die Straßen dort sind sehr steil, hinter den Häusern an der Straße sehe ich unter einem Überhang alte Steinhütten. So haben also die Einheimischen der Insel vor einem Jahrhundert noch gewohnt.



      Nun will ich zur Ostküste um mir den "Roque de la Bonanza" anzuschauen. Von Valverde fahre ich hinunter in Richtung Flughafen, an dem Abzweig vorbei nach Puerto de la Estaca. Ich parke am Hafen, nehme das restliche Brot von gestern mit und will Fische füttern. Aber im Hafenbecken sind nur ganz vereinzelt wenige kleine Fische zu sehen, die auch noch weiter hinab schwimmen, als ich kleine Brotstückchen auf das Wasser werfe. Ich setz mich wieder ins Auto und fahre am Tanklager vorbei und wenig später durch einen zweispurigenTunnel. Dahinter befindet sich ein Parkplatz, es ist der Playa de Timijiraque und ich will mir das Kunstwerk am Tunnelausgang anschauen.
      Es schaut so aus als wenn die Figur sich an der Betonverstrebung anlehnt, aber da ist noch Luft dazwischen.



      Ungefähr 3 Kilometer weiter komme ich zu einem weiteren Tunnel, die Ampel zeigt rot und ich muß hinter einem Lieferwagen warten, denn es ist ein einspuriger Tunnel. Nach einer Weile wird es grün, der Lieferwagen vor mir will anscheinend die verlorene Wartezeit wieder aufholen, denn er rast durch den ca. 500 m langen Tunnel. Vielleicht ist aber auch die Taktzeit so kurz, ich trete aufs Gaspedal und folge ihm. Irgendwo außerhalb des Tunnels muß der "Roque de la Bonanza" zu sehen sein. Als ich aus dem Tunnel komme, steht dort ein Auto in Gegenrichtung an der Ampel. Ich parke nun mangels eines Parkplatzes neben der Straße und gehe zum Tunnel zurück, an dessem Ende der Felsen im Meer steht. Es ist warm, der Wind wird von der hohen Felswand abgehalten.
      Als ich neben der Ampel hinab zum Strand absteige steht der Wagen immer noch vor der roten Ampel, ich hätte mir auch zeit lassen können bei der Tunneldurchfahrt

      Am Strand liegt eine rostige dicke und wohl einige Hundert Kilo schwere Kette auf den Steinen...





      ...und der Felsen im Meer zeigt mir seine Stirnseite.

      Fortsetzung folgt
      Ich mag es über diese mehr oder weniger runden Steine an der Küstenlinie zu gehen, die oft eine glatte Oberfläche haben. Das ist immer mit ein wenig Risiko verbunden, denn nicht alle Steine liegen fest. Man versucht bei jedem Schritt die in Frage kommenden Steine einzuschätzen, ob die gut eingeklemmt oder frei liegen. Manche Steine kippen leicht; wenn ich darauf trete, bewegt sich der Stein. Da darf man nicht in Panik geraten, denn der nächste Schritt ist ja sozusagen schon verplant. Brenzlig wird es erst wenn man zwei hintereinander liegende Steine betritt, die nicht fest liegen, dann sollte man möglichst nichts in den Händen halten. Denn der nächste sichere Stand muß nun möglichst schnell gefunden werden, was nicht ganz einfach ist, wenn der Untergrund sozusagen in Bewegung ist.
      Aber ich will diesen "Roque de la Bonanza" von der Seite mit dem Meer im Hintergrund sehen, die alte Küstenstraße ist wegen Steinschlags gesperrt und es ist verboten dort her zu gehen. Dann sehe ich einen "Herzstein", einen herzförmigen Stein. Aber der ist eindeutig zu groß und schwer um den mitzunehmen. ;)



      Ein paar Meter weiter komme ich auf ein Steinplateau und immer noch sehe ich nur die Stirnseite des Felsens



      Hinter diesem Plateau sind die Steine nun größer und poröser und ich gehe darauf noch einige Meter, schaue zurück und endlich habe ich den Standplatz für das Foto vom Bonanzafelsen gefunden.



      So ganz gefällt mir das Foto noch nicht, der Felsen sollte rundherum nur mit dem Meer abgebildet sein, aber dafür muss ich einen höheren Stand erreichen. Es gibt einen und der müsste auf der gesperrten Küstenstraße zu finden sein. Worauf warte ich noch? Ich gehe zurück, klettere an der erstbesten Stelle ein wenig hoch und stehe auf der Straße, die stellenweise unter so einigen Steinen begraben liegt.



      Naja, wird schon nicht gerade jetzt ein weiterer Stein runterfallen und so gehe ich an der Leitplanke entlang. Die hängt wenig später in der Luft, da dort die Betonstützmauer den Hang runtergerutscht ist. Die Straße führt nun an der gewaltigen Steilwand entlang...



      ...und ich finde den gesuchten Platz für ein Foto des Felsens mit dem Meer rundherum. Die Häuser im Hintergrund sind schmückendes Beiwerk.



      Auch ein weiteres Motiv, von der Natur geschaffen, nehme ich noch auf, bevor ich zurück gehe.



      Wieder am Wagen fahre ich die restlichen Meter bis zum Ende der Straße. Ich komme am staatlichen 4* Hotel Parador vorbei



      Die Straße hört kurz dahinter vor dem Playa de los Cardones auf, ein Fußweg über 3,8 km Länge führt nach oben auf gut 800 Meter Höhe zu "Las Casas". Es ist Zeit genug für eine Wanderung und ich fahre zurück in Richtung Flughafen, um in der Lavalandschaft von Tamaduste zu wandern.

      Fortsetzung folgt
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