Mein Urlaubstagebuch

      Mein Urlaubstagebuch

      In den 25 Tagen Urlaub, die ich im März auf den Kanaren verbringen wollte, hatte ich auch 7 Tage für El Hierro eingeplant. Vor Jahren, als ich noch nur als "Pauschurlauber" in den Urlaub flog, habe ich mal gesehen, das ein 14-tägiger Urlaub in einem 4* Hotel ungefähr 3.300 Euro kosten sollte. Das war mir damals viel zu teuer und ist es auch heute noch. Aber da ich jetzt den "Luxus" hatte, von Fuerteventura aus mit der Binter zu der Insel zu fliegen und mir dazu noch ein Apartment in La Frontera in der Finca Wapa reserviert hatte, war das bei weitem nicht so teuer.
      Dafür habe ich Mitte Januar per Internet die Flüge gebucht. Der billigste Tarif war für die Zeit vom 18.3. bis 25.3. leider schon ausgebucht, sodaß ich Flugtickets für knapp 150 Euro (4 Flüge) gebucht habe. Der erste Flug ging von Fuerte nach Gran Canaria und 2 Stunden später dann weiter nach El Hierro. Das Apartment hat 245 Euro und der Mietwagen für die 7 Tage 110 Euro gekostet.
      Ich machte mich an diesem Samstag schon recht früh auf den Weg von Morro Jable aus zum Flughafen. Ich Caleta tankte ich noch den Wagen an der dortigen Repsol Tankstelle auf und fuhr in die manuelle Autowaschanlage, sprühte den Dreck und Staub so einiger Pisten vom Wagen ab und gab den Wagen bei cicar am Flughafen ab.
      Ich habe lieber einen Zeitpuffer als das ich mich abhetzen muss, es könnte ja mal was dazwischen kommen. Mein Flug mit der Binter sollte um 12 Uhr 40 von Fuerteventura aus losgehen. Ich war schon gewarnt worden, ich müsse mich ein wenig klein machen wenn ich da mitfliegen wolle. Das einchecken verlief problemlos, es werden keine Sitze zugewiesen, man sucht sich selbst den Sitz im Flieger aus. Dazu ist es dann von Vorteil, das man als langer Mensch recht früh auch zum Boarding ansteht. Das Boarding verzögerte sich allerdings um eine gute halbe Stunde. Es wurden keinerlei Informationen an die Reisenden gegeben. Als endlich eine zweite Person am Boardingschalter auftauchte, erkundigte ich mich auf englisch nach dem Grund der Verzögerung, da ich ja auch den Anschlussflug nicht verpassen wollte.
      Man teilte mir mit, das der gesamte innerkanarische Flugplan wegen schwerer Gewitter stillgelegt worden war, so daß ich keine Sorge wegen dem Anschlußflug nach El Hierro haben solle.
      Um 13 Uhr 10 konnten wir dann endlich an Bord gehen, die Maschine stand wenige Meter vor dem Terminal und wir gingen zum Flugzeug. Der Ein- und Ausstieg bei diesen Maschinen befindet sich nur hinten und ich musste etwas den Kopf einziehen, da die meisten Gepäckfächer geöffnet waren. Vorne vor den ersten 4 Reihen stand eine Flugbegleiterin und ging rückwärts als sie mich sah und wies mir einen Platz im Vierer-Sitz zu. Da konnte ich meine Beine ausstrecken.



      Wenig später war das Boarding abgeschlossen und die Maschine rollte aus eigener Kraft zurück. Ich hatte ja nun den Sitz vorne rechts, aufgrund dessen konnte ich nicht viel von Fuerte sehen. Über der Insel lagen nun schon einige dicke Wolken, die Sicht nach El Cotillo war schlecht.



      Der Flug nach Gran Canaria dauerte 40 Minuten, die mir gar nicht solang vorkamen. Über Gran Canaria regnete es bei unser Landung...





      ...und wir wurden, obwohl es nur wenige Meter waren, mit dem Bus zum Terminal gefahren. Einen Regenschirm habe noch nie in den Urlaub mitgenommen wenn es auf die Kanaren ging. Im Terminal konnte man dann noch etwas zu trinken und essen holen und es lief die Ansage, das der Flug nicht aufgerufen wird, sondern das man selbst zu der angegebenen Zeit am Boardingschalter stehen müsse. Vom Gewitter habe ich nur einen Blitz wahrgenommen, der nicht allzuweit vom Flughafen entfernt eingeschlagen war.
      Als wir Gran Canaria verlassen auf dem Flug nach El Hierro ist es an der Küste schon wieder trocken.



      Der Weiterflug erfolgte um 15 Uhr 20 und dauerte etwas länger als die angegebenen 55 Minuten, da wir die Gewitterzelle über der Insel weiträumig umflogen.



      Nun habe ich auch mal Maspalomas gesehen...



      ...von Teneriffa sah man nicht gerade viel, von La Gomera fast gar nichts und der Landeanflug auf El Hierro ließ auch nicht viel erkennen.



      Wir landeten, die Sonne schien, es war trocken und meinen kleinen Trolley hatte ich wenig später. Direkt neben dem Gepäckband gibt es den cicar-Schalter. Nach Übernahme des Wagens fuhr ich nach Valverde um im dortigen Supermarkt mich zumindest mit Lebensmitteln für den Abend und für den nächsten Morgen einzudecken. Über die HI-3 und die HI-2 erreiche ich Valverde, das auf 590 m Höhe liegt. Zwischendurch kam ich an dieser Skulptur vorbei. Was das bedeuten soll kann ich leider nicht angeben. Ich weiß es nicht.



      Ein erster Blick nach Valverde sagt mir das die Insel viel Ähnlichkeit mit La Palma hat. Es fehlen nur die vielfältig farbigen Häuser



      Anstatt in Valverde zu wenden und über Mocanal nach La Frontera zu fahren, fahre ich auf der HI-1 weiter und komme nach San Andres, das schon 1000 m hoch liegt. Ich steige aus, mir ist schlagartig kalt und ich beschließe hier nochmal hinzufahren wenn ich zumindest wärmer angezogen bin. Ich schaue auf die Karte die ich mir während der Planung zu diesem Urlaub bei ebay gekauft habe (10,80 Euro) und sehe, das ich über die HI-10 nach Mocanal zurückfahren kann. Auf der Hochfläche der Cumbre fühlt man sich an Irland erinnert.



      Und tief unter mir sehe ich den Mirador de la Pena.



      Vor Mocanal kann ich auf die HI-5 nach La Frontera, Tigaday und El Golfo abbiegen. Die Straße ist gut ausgebaut und führt durch einen hohen langen Tunnel (mindestens 2,7 km lang) hinab nach La Frontera. An der zweiten Abbiegung hinter dem Tunnel fahre ich rechts ab auf die HI-550 und erreiche nach 300 Metern die Finca Wapa. Es ist aber keiner da, der mir das gebuchte Studio-Apartment zeigen kann. Ich warte und schaue mir die einzeln stehenden Bungalows an. Kurz nach mir erscheint ein Pärchen, das, wie sich herausstellt neben mir wohnt. Wenig später trifft Andrea ein und zeigt mir mein Studio. Naja, für die 1 Woche wird es wohl reichen, große Ansprüche habe ich nicht. Die dazugehörige Terrasse ist fast so groß wie das Studio und es gibt (Streichel-) Katzen. Andrea meint, das in diesem Studio immer schon Menschen gelebt haben, die die Katzen während ihres Aufenthalts versorgt haben. Andrea ist eine Deutsche, die vor 20 Jahren nach El Hierro gekommen und dort hängengeblieben ist.
      Von ihr erfahre ich wo die "Cooperativa" und das nächste günstige Restaurant zu finden sind. Ich mache mich auf den Weg zur "Cooperativa" um mir das fehlende Bier und natürlich Katzenfutter zu besorgen. Ich sollte noch viel Spaß aber auch Ärger mit den Katzen haben. Es ist nämlich verdammt schwierig ein zweites Tellerchen mit Katzenfutter zu befüllen, wenn die Katzen in der Nähe sind und vom anderen Tellerchen fressen.

      Fortsetzung folgt
      Von einem schweren Gewitter bleibt El Hierro verschont, erst ist es sternenklar und ich kann gut die großen Wintersternbilder und die Milchstraße erkennen. Was für ein überwältigender Sternenhimmel. Ich sitze in einem Liegestuhl auf der Terrasse und schaue in den Himmel, während die Katzen eintrudeln und sich zu mir gesellen. Der kleine Kater, der Hans-Franz gerufen wird, wie mir Andrea am nächsten Morgen mitteilen wird, ist zutraulicher als die beiden braun-beigen Katzen und nimmt auf meinem Schoß Platz. Bei den Streicheleinheiten fährt er immer wieder seine Krallen der Vorderpfoten aus und piekst mich eins ums andere mal.
      Später am Abend bewölkt es sich, vereinzelt werden die Wolken über der Cumbre nördlich von mir von einem fernen Blitz erhellt. Wetterleuchten! Ich freue mich schon darauf ein Gewitter zu erleben, möchte gerne Blitze sehen, aber es bleibt ruhig und kurz nach Mitternacht fängt es leicht an zu regnen. Ich verlasse die Terrasse und gehe zu Bett.

      Am nächsten Morgen ist es bewölkt oben auf der Cumbre, während über dem Talkessel von La Frontera blauer Himmel zu sehen ist.



      Kater Hans-Franz begrüßt mich und möchte erneut gestreichelt werden.



      Nach dem Frühstück möchte ich die nähere Umgebung erkunden, möchte an die Steilküste, die gar nicht weit von der Finca Wapa liegt.
      Aber ich weiß nicht welche Piste an die Küste führt, zweimal stehe ich vor einem Tor und einer Mauer und muss umkehren. Ich setz mich ins Auto und fahre in Richtung Tunnel, vor dem ich aber den Abzweig nach Punta Grande nehme. Am Ende der Straße ist eine Sehenswürdigkeit der Insel zu sehen. Auf einer Klippe steht das kleinste Hotel der Welt, es ist ein 2*Hotel.



      Von drei Seiten klatschen die Wellen an die Klippe auf der das Hotel steht. Eine schmale Zufahrt verbindet die Klippe mit der Insel.



      In der Nähe stehen weitere schmucke Apartmenthäuser vor der hoch aufragenden Wand der Cumbre



      und auch ein in die Jahre gekommenes Schwimmbad, das ziemlich modern aussieht, aber der Metallzaun, der die Anlage einfasst, liegt an vielen Stellen auf dem Lavaboden. Vielleicht hat es nur im Sommer geöffnet. Eine weitere Sehenswürdigkeit dieses Küstenstrichs entdecke ich erst am letzten Abend, doch davon später mehr.
      Ich fahre zurück zur Unterkunft und muß erst noch die Katzen füttern. Ich gehe auf die Terrasse und verfüttere eine weitere Dose Katzenfutter an diese beiden.



      Dann packe ich meinen Wanderrucksack und fahre zur Westspitze der Insel.
      Die HI-550 führt schnurgeradeaus an der Unterkunft vorbei, auf 2,4 Kilometer braucht man das Lenkrad nicht bewegen. Dann führt die Straße auf einen Hügel, eine Kurve folgt und fast schnurgerade führt die Straße weiter nach Pozo de la Salud,



      dahinter kommt man zum westlichen Ende der Insel. Ich bin sehr angetan von den gewaltigen Berghängen, den verschiedenen Gesteinsfarben und Formen.



      Unterhalb der Ansiedlung Sabinosa stehe ich an der Straße und schaue hinauf in den Himmel, wo drei Gleitschirmflieger zu sehen sind. Während ich den dreien fast eine halbe Stunde zusehe wundere ich mich, das die scheinbar immer wieder an Höhe gewinnen, der Aufwind an den Hängen der Cumbre muss gewaltig sein.







      Hinter Pozo de la Salud komme ich zu einer offenen Schranke, an der ein Schild hängt und verkündet, das die Straße auf einer Länge von 7 km von 18 Uhr 30 bis 7 Uhr 30 gesperrt ist. Die meist einspurige Straße verläuft durch eine Lavalandschaft, Punta de La Dehesa genannt.



      Fortsetzung folgt
      Am Anfang ist die Lavalandschaft noch nicht recht zu erkennen, Gestrüpp wuchert auf der Küstenplattform. Nach wenigen hundert Metern wandelt sich das Bild, dort ist anscheinend vor noch gar nicht allzu langer Zeit Lava geflossen.



      An der Westküste ist von ca. 4.000 v. Chr. bis ins erste Jahrtausend n. Chr. die Lava aus dem Vulkan Lomo Negra zur Küste geflossen. Man kann gut 2 verschiedene Arten der Lava erkennen und es überwiegen die Farben schwarz und dunkelrot. An manchen Stellen liegt die Pahoehoe-Lava, die dünnflüssig war und beim erstarren eine glatte Oberfläche hinterließ auf der man auch barfuß gehen kann. Die andere Lava-Art ist die Aa-Lava und darauf kann man nicht barfuß gehen, weil die Oberfläche wild zerklüftet und zackig ist.



      Ich fahre weiter, die Straße führt aus der Küstenebene heraus, man kann die großen Flächen der schwarzen Lava mit der glatten Oberfläche zwischen der roten Lava mit gezackter Oberfläche gut erkennen. An der Steilküste stehen mehrere Steinbögen, der bekannteste ist der Arco de la Tosca (nicht im Bild)





      Die Straße führt in unzähligen Kurven zum Vulkan Lomo Negra hinauf, kommt am Aussichtspunkt vorbei, wo eine Tafel die Entstehung des Küstenstrichs erklärt..





      ...und führt dann flacher ansteigend in ein Gebiet hinein, in der viele Pflanzen und Bäume auf dem älteren Lavaboden stehen. Ich würde hier nun gerne aussteigen und mir die Gegend anschauen, bin fasziniert von diesen Bäumen und Ausblicken. Aber es ist gibt nur ganz vereinzelt kleine Stellen neben der Straße, wo man den Wagen abstellen kann. Auf der Straße gehe ich zurück und verlasse diese um querfeldein über einen Lavafluß den Hang hochzusteigen



      Diese Landschaft hat es mir angetan, vielfältig in milden Farben und vereinzelt stehen zumeist kahle Bäume dazwischen



      Weiter oben kommt man dann in das Gebiet von El Sabinar, wo vom Wind verdrehte und niedergedrückte Wacholderbäume stehen, aber soweit wollte ich jetzt nicht hochsteigen.



      Ich genieße noch eine Weile diese tolle Landschaft, steige hinab...



      ...und fahre dann weiter zur Ermita Virgen de Los Reyes, die auf 730 m Höhe am Fuße des Montana de la Virgen liegt.



      Fortsetzung folgt
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