Je suis Nazi!

    Je suis Nazi!

    Ich finds schon bemerkenswert ignorant, was die osmannische Grossmannssucht da grade vom Stapel lässt und frage mich, was im diplomatischen Sprachgebrauch am Wort "unerwünscht" eigentlich nicht zu verstehen ist.

    Immerhin haben die Niederländer wenigstens cojones (und selbst wenns nur der anstehenden Wahl geschuldet wäre.) Chapeau!

    Man stelle sich das nur mal umgekehrt vor (wo schon Abgeordnete ohne dabei Wahlkampf veranstalten zu wollen, stationierte Truppen nicht mehr besuchen dürfen), irgendeine Regierung versuchte in ministerialer Kabinettsstärke in der Türkei einzufallen um nationale Reden zu halten oder Busladungen von Pauschaltouristen demonstrierten nationalfahnenschwenkend in der Türkei!

    Nein, natürlich darf die Dame ihr Konsulat in Amsterdam besuchen - in allr Höflichkeit als Touristin und um dort ihren Pass verlängern zu lassen. Aber halt nicht um Wahlkampf zu betreiben - jedenfalls so lange nicht, wie sie dazu als Offizielle nicht eingeladen wurde. Alles andere ist ein Akt der Verletzung territorialer Integrität.

    Wer solche Freunde hat, braucht in der Tat keine Feinde mehr.

    In diesem Sinne - allerdings auch nur in diesem, Herr Erdogan:

    je suis Nazi!
    Grüssle Micha

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    Schon im präfaktischen Zeitalter wusste Mohammed:
    Die Tinte des Gelehrten ist heiliger als das Blut des Märtyrers.
    In einer Demokratie verbietet man nicht die Meinungsäußerung anderer, sondern setzt sich mit ihr auseinander! Und wenn die Erdogan-Knechte bei ihren Wahlkampf-Auftritten mit ihren Äußerungen gegen die Gesetze des Landes verstoßen, in dem sie gerade "auftreten", dann muß man sie halt vom Podium weg verhaften und vor Gericht stellen (nicht abschieben!).
    Unsere Demokratien sind viel wehrhafter als Ihr denkt! Das ist Rückgrat und nicht "Je suis Nazi!" Ihr könnt Euch doch nicht als Nazis bezeichnen, bloß um damit Euere Ablehnung gegenüber Erdogan zu bekunden! Oh Mann! :S
    A.K.
    Du meinst, Alfons, wenn man eine Erpressung Erpressung heisst, dann wäre der Wahrheitsgehalt der Aussage verletzt? ;o)

    Du als RA müsstest doch eigentlich um die Kategorien von Erpressung wissen.
    Ist es produktiver einer Erpressung nachzugeben oder das blaue Auge damit erklären, man sei die Treppe runtergefallen? Ich glaube nicht, dass das Teil einer erstrebenswerten Utopie sein könnte.

    Natürlich wurden die Niederlanden dazu ausgesucht, weil die tendentiell ein internationales Leichtgewicht sind, mit dem Erdogan meint es treiben zu können, aber genau deshalb haben die Niederlande auch so reagiert.

    Der Sultan möchte auf dicke Hose machen und seine Natofreunde vorführen und im Hinblick auf die Niederlande in letzter Konsequenz sogar destabilisieren.
    Muss man eigentlich gar nicht gehabt haben.

    Prinzipiell würd ich schon noch gern z.B. Kapadokien besuchen, aber ich stimm halt mit den Füssen ab, dazu brauch ich im Gegensatz zu Erdogans Entourage auch gar nicht erst hinfahren.
    Grüssle Micha

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    Schon im präfaktischen Zeitalter wusste Mohammed:
    Die Tinte des Gelehrten ist heiliger als das Blut des Märtyrers.
    Von Erdogan als Nazi bezeichnet zu werden, Alfons,
    ist fast sowas wie eine Auszeichnung.
    Da darf man dann auch mal dazu stehen.

    Du verwechselst ein wenig die Kategorien, wenn ein Minister "Meinungsfreiheit" (was ist denn an einem Wahlkampfauftritt "Meinungsfreiheit") in einem befreundeten Land wahrnehmen zu müssen und sich dazu ins Land schleicht, dann ist das Landfriedensbruch.

    Da ist die höfliche Ausweisung das kleinste mögliche Mittel, will man nicht tatenlos zusehen.

    Zur Meinungsfreiheit gehörte, wenn schon, dass nicht nur die AKP Wahlkampf betreibt, sondern alle türkischen Parteien - ich glaube, dass jetzt auch Du merkst, dass dafür fremde Länder der falsche Platz sind.
    Grüssle Micha

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    Schon im präfaktischen Zeitalter wusste Mohammed:
    Die Tinte des Gelehrten ist heiliger als das Blut des Märtyrers.
    Du sprichst leider - wie so oft - für mich in Rätseln, Micha. ?(
    Was der Erdogan will (Sultan/dicke Hose etc.), liegt doch auf der Hand, entscheidend ist aber, was Du in Bezug auf diese "Erdogan-Sache" sein möchtest. Und da möchtest Du Nazi sein. Mir wurde kürzlich - allerdings in privatem Zusammenhang - ein "Hast Du sie noch alle?" vor den Latz geknallt und ich gestehe, daß das auch mein erster Gedanke war, als ich heute vormittag das Forum aufgemacht und die Überschrift des neuen threads von Dir gelesen habe. Das Problem an meinen "Utopien" liegt aber darin, daß sie von einem anderen Menschenbild ausgehen, als dem, welches man uns beigebracht hat, und statt Dich zu fragen, ob Du noch ganz dicht bist, bitte ich Dich deshalb lieber, nochmal ernsthaft nachzudenken, ob Du wirklich in die Welt hinausposaunen willst, daß Du ein Nazi bist.
    A.K.
    Man sollte sich fragen, wie es eigentlich zur gegenwärtigen Entwicklung kam und was Erdogan antreibt.

    Wir betrachten meistens den gescheiterten Putschversuch im Juli 2016 als „Wendepunkt“.
    Dazu gibt es die bekannte Verschwörungstheorie dass er von Erdogan mit der Absicht inszeniert wurde, in der Folge seine Machtbefugnisse auszuweiten.

    Was aber, wenn es sich um einen „echten“ Putsch handelte?

    Ich hatte damals den Eindruck, dass hierzulande manche klammheimlich den Putschisten Erfolg wünschten und auch spätere Solidaridätsbekundungen für Erdogan kaum oder nur sehr zögerlich kamen. Und dass die „Ehre“ bei Türken einen höheren Stellenwert als bei uns, ist eine Binsenweisheit. Und jetzt will er es dem Westen „zeigen“.
    Barriguita llena, corazón contento, lo demás es un cuento
    Es wird derzeit auch ins Feld geführt, dass es türkischen Politikern per Gesetz untersagt ist, im Ausland Wahlkampf zu führen. Im heutigen Presseclub wurde ein Erdogan-Anhänger darauf angesprochen. Sein Statement dazu: „Ja, laut Gesetz ist es verboten – aber es steht nicht drin, dass es ausdrücklich verboten ist“.

    Im betreffenden Gesetz steht übrigens auch nicht, wie die Durchführung überwacht werden soll und mit welchen Konsequenzen bei Zuwiderhandlung gerechnet werden muss. Also geht man drüber weg bzw. erklärt seinen Auftritt als Beitrag zu einer Kulturveranstaltung.
    Barriguita llena, corazón contento, lo demás es un cuento
    Micha, dein Thread-Titel ist absolut daneben!

    Geh davon aus, dass 95 der User nur Überschriften lesen, dann weißt du schon mal, in wie viele falsche Hälse der Titel gehen kann.

    Da auch vom Rest der User die Meisten nur lesen und nicht schreiben, ist es mir wichtig, dir zu sagen, dass mir das nicht gefällt!

    Ich kenne dich persönlich und ich weiß, du bist nicht so.
    Also setz nicht sowas in die Welt - nicht als Ironie oder Gedanken, nicht als Wort und nicht als Tat.
    Wir alle machen unsere Realität - das ist nicht Deine, nicht meine und nicht unsere um Forum.

    Verstehe ich das richtig? Charlie Hebdo Satire und das Obige (Micha) auch Satire?
    Non, eh bien pas pour moi!
    In einer Demokratie verbietet man nicht die Meinungsäußerung anderer, sondern setzt sich mit ihr auseinander! (Schreibt Alfons zu Recht!)
    In dem Zusammenhang, es stellt sich die Frage: Was machen wir denn dann eigentlich mit den anderen Ländern?
    Polen - Jarosław Kaczyński - z.B.? Der zurzeit die EU total unter Druck setzt und auch Sanktionen androht? Und das als größter Nettoempfänger? Was machen wir mit den USA? Was machen wir mit Ungarn? Was mit China, was mit Russland? Mit Keinem mehr sprechen (verhandeln) sondern: Je suis Nazi - nous sommes nazis?
    Impossible!
    Aliena vitia in oculis habeamus, a tergo nostra! - Fremde Laster haben wir vor Augen, die unseren im Rücken.
    Botschafter raus, Tore zu! Dann aus der Türkei die Bundeswehr abziehen. Diplomatische Versuche sind vorbei. Am Ende lieber so ohne die Türkei.Gibt sicher genügend Länder, die uns bzw. der NATO einen Platz bieten. Die Frage die sich mir nur stellt, welche Vorteile könnte Russland dadurch haben? Das wäre wohl das meiner Meinung nach größere Problem.
    Wenn man Pointen erklären muss, ist der Witz immer irgendwie kaputt, aber offensichtlich gehts nicht anders - versuch ichs also mal.

    Nein, natürlich widerrufe ich nicht, Tanja, wieso auch?

    Der Titel, das haben offensichtlich alle erkannt, spielt auf "Je suis Charlie" an.
    Dort wurden stellvertretend "Ungläubige" im religiösen Wahn hingerichtet. Mit der Aussage "Je suis Charlie" sollte deutlich gemacht werden, dass derjenige, der dies bekannte, gleichsam stellvertretend mit hingerichtet wurde.

    Und jetzt kommt einer wie Erdogan und erkennt bei anderen den Balken im eigenen Auge: Nazi!
    Und weil er das nicht nur pauschalierend, sondern zudem unzutreffend und als gezielten Anschlag tut, bin natürlich auch ich einer.

    Jui, je sui Nazi. (Jedenfalls wenn es nach Erdogan geht, er meint damit stellvertetend nämlich auch mich).

    No, je ne regrette rien!

    Ich bleibe dabei, da europäische Staaten, gleich wieviel Türken oder eingebürgerte türkisch stämmige Staatsbürger dort wohnen KEINE türkischen Provinzen sind, die dem Allmachtsanspruch eines Potentaten zu dienen haben, war die einzig korrekte Antwort der Niederlande das freie Geleit bis zur Staatsgrenze.
    Auf einen groben Klotz gehört manchmal ein grober Keil.

    Politisch einseitige Werbung ist keine Meinungsfreiheit, schon gar nicht, wenn man gleichzeitig alle Andersmeinenden wegsperrt, damit sie sich nicht auch an gleicher Stelle zu Wort melden könnten - welche Meinungsfreiheit besitzen die denn? Und muss man das unterstützen?
    (Nochmals: ein fremder Staat ist kein Platz für Wahlkampf, gleich welcher Partei der Wahlkämpfer angehört.)
    Grüssle Micha

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    Schon im präfaktischen Zeitalter wusste Mohammed:
    Die Tinte des Gelehrten ist heiliger als das Blut des Märtyrers.
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