Wanderung von Cardon nach Pajara

      Wanderung von Cardon nach Pajara

      Eine ganz besondere Wanderung machte ich im Dezember alleine. Ich wurde bis nach Cardon gefahren und in Pájara abgeholt. Für diese Wanderung, die auf dem Wanderweg GR131 erfolgte, hatte ich 5,5 Stunden Zeit. Es sind aber lediglich nur etwas über 11 km, die man wandert.
      An dem Platz vor der Kirche in Cardon begann diese Wanderung, die ersten Meter werden noch auf Asphalt zurückgelegt, dann geht man in das trockene Bachbett und folgt diesem. Am Regenrückhaltebecken, das fast im Ort liegt, geht es vorbei in Richtung Montana Hendida.



      Der Weg ist sehr breit, hier fahren auch Fahrzeuge durch, es ist sozusagen die Zufahrtsstraße zu den einzelnen Gebäuden rechts und links des Barrancos. Nach wenigen Hundert Metern kommt man an einem Brunnen, dessen Öffnung abgedeckt ist, vorbei.



      Die Aussicht auf den Montana Cardon ist sehr reizvoll



      Auf der anderen Seite des Bachbetts ist ein Wanderweg angelegt, ich folge diesem Weg. Hinter einer Raststelle





      wendet sich der Weg direkt zum Hang und es geht steil hinauf. Oben geht der Blick zum Montana Tirba in der Gegend von Tesejerague.



      Der Weg ist durch Steinreihen oder durch Pfosten markiert, verlaufen kann man sich nicht. Noch hat man keine Übersicht, wo der Weg hin- und herführt.





      Nach dem nächsten Anstieg dachte ich, das es von nun an nur ungefähr auf der gleichen Höhe weitergeht, aber das wäre denn doch zu einfach.



      Es geht hinab, so tief hinab, das ich nur ca. 50 Höhenmeter über dem Bachbett stehe, das ich vorhin verlassen habe. Wofür man dann hoch auf diesen Berg und wieder hinab laufen muß erschließt sich mir nicht. Sinn macht das nur, wenn das Bachbett über ein Privat-Grundstück verläuft.
      Nach etwas mehr als 1 Stunde werde ich nervös, denn ich habe immer noch nicht den Montana Hendida passiert, habe immer noch freien Blick auf das Cardon Massiv hinter mir und kann vor allem nicht das Ziel der Wanderung, Pájara, sehen und abschätzen wie lange man noch unterwegs sein wird.
      Nach dem Abstieg ist vor dem Aufstieg, denn es geht nun wieder einmal hoch an den Hang des Montana Hendido, der mit den markanten waagerechten Gesteinsschichten weithin sichtbar ist.



      Diesen Berg muss man aber nicht ganz hochsteigen, der Weg ist teilweise schwer zu finden und ich halte mich ungefähr auf einer Höhe. Es sind einige Erosionsrinnen zu queren und dann geht es hinab in eine Senke, die mit weicher Erde gefüllt ist. Dort kommen mir 2 französische Wanderer mit schweren Rucksäcken entgegen, sie bedeuten mir, das ich noch 8-9 km nach Pajara laufen muss und das es nicht schwierig ist.



      Wenig später sehe ich mein Ziel in der Ferne. Es geht an wuchtigen Basaltsäulen, die mit Flechten überzogen sind, vorbei





      und dann führt der Weg auf den nächsten Hang. Eine Zeitlang geht es immer wieder leicht hoch und wieder leicht hinab.



      Nun habe ich keine Sorge mehr, das mein Chauffeur auf mich warten muss.
      Ob ich den richtigen Abzweig nehme um von dem Höhenzug hinab in Richtung Pájara zu kommen, weiß ich nicht. Es gibt mehrere Möglichkeiten und ich entschließe mich bei einer, bei der es so scheint, als müsse man nicht noch mehrmals Erosionsrinnen durchqueren. Am Fuße des Höhenzugs sind frühere Besiedlungsspuren zu erkennen, wie mir auch ein Schild erklärt





      Ein letzter kleiner Anstieg und es geht hinab in ein fruchtbares Tal, das mich am Friedhof vorbei nach Pájara führt.







      Hinter dem Friedhof kommen die ersten Häuser von Pájara in Sicht, eine schmucke Katze liegt auf einer Mauer und ist wenige Sekunden später verschwunden.



      Ich habe mich nicht beeilt, bin sehr relaxt mit vielen Fotostopps unterwegs gewesen und komme 1 Stunde zu früh in Pájara an. Aber ich habe Glück und muss nicht lange auf meinen Chauffeur warten.
      Im Dezember machte ich mich erneut von Cardon aus auf den Weg, nur sollte das Ziel nicht erneut Pajara sein, sondern der Montana Redonda o Hendido (Bezeichnung lt. freytag&berndt Karte). Ich liess den Wagen diesesmal auf dem Platz vor der Kirche stehen, kam am ausgetrockneten Regenrückhaltebecken vorbei, wunderte mich noch, weil in vielen anderen Becken Wasser nach den Niederschlägen um den 18.3. herum,



      stand und folgte also wieder einmal dem Bachbett. Bis zum Abzweig zu einer Raststation war ich weitere 30 Minuten unterwegs.



      An diesem Abzweig habe ich aber das Bachbett nicht verlassen, wollte nicht wieder einen unnötigen Auf- und Abstieg bewältigen müssen, sondern ging einfach mal unten weiter. Einen halben Kilometer weiter hing hinter ein paar Agaven mit Feigenbäumchen



      dann eine Kette über dem Bachbett und ein Rest von einem Schild verkündete "hibido el Paso". Davon ließ ich mich nicht aufhalten, mir war schon bewusst, das ich fremdes Eigentum betreten habe, nur war mir nicht klar, wann hier das letzte Mal die Kette abgehängt worden ist. Es musste schon eine ganze Weile her sein.
      Ich wanderte weiter im Bachbett, die dort verlaufende Fahrspur führte aus diesem heraus und das Bachbett führte zum östlichen Hang zu einem weiteren Regenrückhaltebecken. Im schmaler werdenden Bachbett schlich ich mich an einen Ziegenbock heran, der Wind stand ungünstig für ihn, und er hörte mich auch nicht.



      Erst als er sich, für mich unerwartet etwa 4 Meter von mir entfernt hinlegte, schaute er in meine Richtung, war direkt wieder auf den Beinen und lief davon.



      Am Hang entlang stieg ich je nach Gelegenheit ein paar Meter höher und versuchte so den Berggrat über mir zu erreichen. Die Aussicht auf das Ziel ist dabei immer gegeben und ich stellte mir den Anstieg über den Grat zum Gipfel angesichts der moderaten Steigung nicht wirklich schwierig vor.



      Wenig später stehe ich auf dem Grat neben einem Steinhaufen, grünem Tabaiba und dürrem Dorngestrüpp



      Über die Geländestufe, die man am Berg unweit des Gipfels sieht, machte ich mir so meine Gedanken, denn nicht selten ist an einer vertrackten Stelle die Wanderung zu Ende und man kehrt um. Noch bin ich aber nicht auf diesem Grat, der Weg führt erneut ein wenig nach unten, bevor es dann aber nur noch bergan geht.



      Am Scheideweg, der rechte steile Weg oder der etwas längere leichtere Weg links?



      Natürlich gibt es da nichts zu überlegen, ich nehme dabei dann immer den mir leichter erscheinenden Weg.
      Es sind ja auch schon einige Kilometer und Höhenmeter bezwungen worden und ich bin nicht mehr so frisch wie noch am Anfang. Einen Tag vorher war ich mit Romana im Barranco de la Cueva unterwegs und wir sind dort durch das Lavafeld des Jacomar bis zu den Casas de Jacomar gewandert.
      Aber zurück zu dieser Wanderung. Als ich auf den eigentlichen Grat steigen will, sehe ich einen weiteren Wanderer mit Wanderstöcken, der aus der Richtung Pajara kommend schon oben auf dem Grat unterwegs ist und das gleiche Ziel wie ich hat. Das passiert mir ganz selten auf Fuerte, das ich auf meinen Wanderungen fernab der Zivilisation auf einen anderen Wanderer treffe. Er hat Vorsprung und scheint mich noch nicht bemerkt zu haben, jedenfalls wartet er nun nicht auf mich. Ich für meinen Teil warte aber und gönne ihm die Einsamkeit beim Aufstieg.
      Ich bin zwar nicht so gut ausgerüstet wie er aber ich glaube, das ich auch mit meinen Trekkingsandalen auf diesen Berg komme.
      Dann bin ich auf dem Grat und sehe die Steilstufe über die ich mir vorher schon Gedanken gemacht habe.



      Und so sieht das ganze dann aus der Nähe aus





      Sieht nicht wirklich schlecht aus und auf der nördlichen Seite der Steilstufe ist es verhältnismäßig leicht diese Felsen zu überwinden.
      Dann bin ich fast auf dem Gipfel und schaue hinüber zum Montana Cardon



      Am Gipfel liegen viele Steine, aber von der gesamten Gipfelfläche ist ungefähr fast die Hälfte so gut wie steinlos und auf der anderen Hälfte liegt alles voll. Merkwürdig!



      Ich treff den anderen Wanderer bei seiner Gipfelrast, einen Schweizer, und wir unterhalten uns.
      Die Sonne steht schon tief und es wird langsam kühl oben auf dem Gipfel, wir wollen uns gerade auf unseren jeweiligen Rückweg machen, da finde ich Tonfragmente auf dem Gipfel auf der fast steinlosen Fläche und dann dieses schöne Tonfragment mit schöner Verzierung.
      Ich lass das Tonfragment dort oben liegen, lege es nur neben einen großen Stein, so daß es nicht unabsichtlich zerstört werden kann.



      Der Rückweg ist nicht schwer, bei den Felsen auf dem Grat muss man ein wenig trittsicher sein und nicht ganz eine Stunde später stehe ich schon wieder unten im Bachbett. Aber der Rückweg durch das Bachbett nach Cardon zieht sich nun und kommt mir sehr lang vor.
      Es war eine schöne Wanderung, denn ein paar Tage vorher hatte ich schon vom Mirador Astronomico de Sisacumbre aus versucht den Montana Redonda o Hendido zu ersteigen und war auf einer roten Ascheschicht an einem steilen Hang gescheitert.
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