Weg nach Cofete?

      Weg nach Cofete?

      Ich bin schon öfter in der Landschaft an der Südwestspitze der Insel unterwegs gewesen. Diese Wanderungen habe ich teils alleine oder auch gemeinsam mit Romana gemacht. Meine eigenen Wanderungen hatten nie als Ziel einen Weg nach Cofete zu finden. Mich hat einfach die Landschaft dort interessiert, der Vulkan Las Talahijas beherrscht das Landschaftsbild ebenso wie die Caleta de Madera und es ergeben sich oft herrliche Ausblicke nach Cofete hinüber.

      Nachdem die Wanderungen mit Romana an der Küste entlang oder auch über den Vulkan Las Talahijas zum Punta de Barlovento nie einen begehbaren Weg nach Cofete aufgezeigt haben, versuchte ich es im Dezember erneut, diesmal alleine einen Weg oberhalb der Küstenzone zu finden.
      Ich werde den Weg in den nächsten Tagen mal von der anderen Richtung aus versuchen, ab Cofete. Vielleicht bieten sich Wege oberhalb des Roque del Moro an, die einen Übergang möglich machen und die wir von der Punta Barlovento aus nicht gesehen haben.

      Aber heute sieht es nach perfektem Strand- und Badewetter aus. Sonnig, windstill, wolkenlos. Für eine lange Wandertour brauche ich zumindest ein paar Wölkchen ^^
      Auf der Piste standen nach den nächtlichen Regenfällen an manchen Stellen noch Pfützen.



      Ich ließ den Wagen neben der Piste ca. 1 km vor Puertito stehen und wanderte in Richtung "montana gris". Diese Strecke kannte ich schon, war ich doch den Weg vor wenigen Monaten mit Romana gegangen. Mich interessierte aber nicht der graue Hügel, vielmehr wollte ich mir die Sandsteinbauten ansehen und war gespannt ob der seltsame Stein noch da lag, wo ich ihn hingelegt hatte.
      Der Weg verläuft anfangs fast eben in der Landschaft, das leichte Gefälle bemerkt man kaum.



      Dann läuft man auf eine Geländestufe zu in die sich mehrere Erosionsrinnen eingearbeitet haben.



      Durch eine dieser Erosionsrinnen gelangt man wieder auf nur leicht ansteigendes Gelände.



      Auf einem Hügel stand diese Ziege, deren Jungtier mich nicht wahrgenommen hatte, aber die Ziege ließ mich auch nicht aus den Augen.



      Dann lag er vor mir, der "montana gris". Davor sind noch Sandsteine zu erkennen, genauer gesagt einzelne Sandsteinansammlungen, in denen sich früher Menschen aufgehalten haben mögen.



      Auf dem Weg dahin fand ich die "Waffe", als den ich diesen Stein mit zwei spitzen Enden ansehe. Dieser sehr glatte Stein sticht einem geradezu ins Auge, sind doch die Steine drumherum normal verwittert.





      Und nur ein paar Schritte weiter sah ich diesen Stein, erneut ein sehr glatter Stein, den ich mir auch als Waffe vorstellen kann.





      Dann stand ich an den Sandsteinblöcken, die zu kleinen Behausungen zusammengestellt waren.



      Rätsel gibt mir der Steinkreis auf, den ich in einer dieser Sandsteinbauten fand.



      Fortsetzung folgt
      Hier die Behausung noch aus einer anderen Perspektive. Viel Platz boten diese Schutzhütten nicht, aber vielleicht war dies eine heilige Stätte.
      Es ist schade, das vieles aus der Zeit der Majareros bei der Eroberung der Insel zerstört wurde und verloren ging.



      In der unmittelbaren Umgebung finden sich auch Schalen von Napfschnecken, die von der Größe her an Espressotassen erinnern



      Ich wanderte weiter, östlich an dem grauen Hügel vorbei, und wollte den Hang des Montana Azufra hochsteigen



      Von unten sah es einfach aus, eine Art Rampe schien vor mir zu liegen und so ging ich dort hoch.



      Weiter oben wird es aber immer schwieriger, Basaltadern liegen quer im Hang



      Da kam ich nicht weiter bzw. mir war das Risiko zu hoch. Ich musste wieder ein Stück runter vom Hang und bemerkte dabei eine weitere Basaltader, die an manchen Stellen mit rötlicher Oberfläche freilag.



      Davon machte ich ein Panoramabild; vorne die Basaltader, dahinter der graue Hügel und ganz hinten der Vulkan Las Talahijas



      Ein Blick nach Norden zeigte mir einen rötlichen Aschehang, der von zahlreichen Rinnen durchzogen war. Dort war noch nicht mal ein Ziegentritt zu sehen. Auf Asche, auch Lavagrus genannt, rutscht man besonders leicht weg. Dort war kein Durchkommen zur Westküste, was wiederum den Abstieg bedeutete.



      In diesem Gelände muss man sich dann einen Weg suchen



      Sieht schwieriger aus als es am Ende war, ein wegrutschen muss man bei fast jedem Schritt einplanen, dann geht man den Abstieg hochkonzentriert an. Wenig später stand ich wieder in den Erosionsrinnen



      und hatte Glück das der nächste Hang relativ leicht zu erklimmen war und endlich lag die Westküste vor mir



      Der Hang, auf dessen Grat ich gerade stand, war nicht steil und ich beschloß dort hoch zu gehen und wurde mit tollen Ausblicken nach Punta de Barlovento und zum Roque del Moro belohnt.





      Ich stieg den Hang weiter hoch und dann sieht man Ziegentritte und auch eine deutliche Spur, die oberhalb Punta de Barlovento am Hang verläuft. Die deutliche Spur ein wenig links unterhalb des Roque del Moro



      In der "freytag&berndt-Karte" ist auch eine Strichlinie von Cofete zum Punta Pesebre eingezeichnet. Vielleicht ist das der Weg, der beide Orte verbindet. Ist auf jeden Fall mit äußerster Vorsicht zu begehen, denn der Weg verläuft oberhalb der Steilwände an der Küste.

      Noch ein wenig mehr von der Landschaft



      Fortsetzung folgt
      Danke für die tollen Bericht!

      Als kleine Ergänzung am Rande, hier ist jemand die Route von Cofete aus gegangen:

      sportrouteplanner.com/?id=15123#map

      thebiotrotter.com/2014/08/07/h…f-fuerteventura-part-iii/

      Day 9 Roque del Moro – Punta de Jandía
      .. There was no trail for most of the part and the hillsides in the mountains and ravines were extremely steep. The worst thing however was that the loose rocks we were walking on we’re of the kind called ”tierra mala”. Even though the ground looked like solid pieces of rock it crumbled into gravel after we stepped on them. The terrain was very treacherous and small landslides were frequent. ..

      Nach den Anstrengungen der Wanderung habe ich mich erst mal neben dem Grat in den Windschatten gesetzt und die wärmenden Strahlen der Sonne genossen. Draussen auf dem Atlantik zog eine Regenfront über das Meer.



      Ich konnte nur hoffen von einem Regenguß verschont zu bleiben. Dann machte ich mich an den Abstieg



      Wenig später war ich wieder auf Höhe des grauen Hügels herunter und hatte nun noch geschätzte 2 Kilometer bis zum Wagen vor mir.



      Aber ich hatte kein Glück trocken zu bleiben, die Sonne schien und rings um mich glitzerte jeder Regentropfen beim Aufprall auf den Boden. Diesen Anblick habe ich sehr genossen, es war aber nur ein kurzer Schauer.
      Dann war ich auf der westlichen Seite des grauen Hügels



      Und konnte wählen welche der Erosionsrinnen ich zurück zum Auto nehme. Hier noch ein Blick zurück.



      Die Sonne stand schon tief, es war Zeit die Wanderung zu beenden.



      Auf dem Sandstein liegt eine dicke Schicht aus vulkanischem Bruchgestein



      In einer der Bachbetten ging ich zurück, den Blick oft auf den Boden gerichtet. Aus dem Augenwinkel sah ich etwas weißes in der Sandsteinwand. Ich ging ein paar Meter zurück und sah ein weißes Zicklein, das in einer Vertiefung stand und weit und breit war keine Ziege zu sehen.



      Dieses Zicklein tat mir leid, wer weiß wie lange es schon dort in der Sonne ausgeharrt hatte. Ich legte einen halben Apfel hin, es schnupperte daran aber es ist, so klein wie es war, eher auf Muttermilch programmiert als auf feste Nahrung.
      Wenn ich es hätte greifen können, hätte ich es nach Morro zu den Ziegenfarmen im Barranco del Ciervo gebracht, aber so mußte ich hoffen, das die Mutterziege zurückkommt. Aber so ist die Natur, es ist besser wenn der Mensch nicht überall eingreift.


      fuertetom schrieb:

      aber so mußte ich hoffen, das die Mutterziege zurückkommt. Aber so ist die Natur, es ist besser wenn der Mensch nicht überall eingreift.

      So sollte es sein und bleiben!!

      Danke Thomas, absulot geiler Bericht, als wär man dabei gewesen, nur nicht so anstrengend. :thumbsup:
      Die Hochachtung vor dem Denken anderer gibt dem eigenen Denken erst den richtigen Respekt. (Paul Schupp) :abklatsch:
      Natürlich bin ich im März wieder dorthin, musste ja nachschauen, welches Schicksal Mutter Natur für das Zicklein übrig gehabt hat.
      Ich hatte mir einen Tag mit recht stürmischem Wind für diese Wanderung ausgesucht. Im Wetterbericht waren 7-8 Beaufort angesagt und als ich das Auto neben der Piste an der bekannten Stelle parkte und ausstieg, merkte ich zwar das es windiger als sonst war, aber erträglich. Ich befand mich ja auch ein wenig im Windschatten des Montana Azufra und seinen Nebenhängen und ich hoffte die richtige Erosionsrinne wiederzufinden, hatte ich mir diese doch mit einem "Pfeil" im Dezember markiert. Nach ein wenig suchen war ich am richtigen Bachbett angelangt. Ich habe diese Markierung noch fotografiert als sie besser sichtbar war durch die dann tiefstehende Sonne kurz vor Ende der Wanderung.



      Die Markierung war gut erhalten, anscheinend hatte es ab Mitte Dezember 2016 bis Mitte März 2017 nicht viel Regen gegeben an der Westspitze der Insel. Das Bachbett zieht sich gut einen Kilometer in mäßig ansteigendem Gelände bis zur ersten Steigung, dann kommt man an hohen Sand-Erde Wänden vorbei, die mal rechts mal links stehen.



      Und dann kam der erlösende Augenblick, die kleine Höhle war leer, natürlich fehlte auch der halbe Apfel, den das Zicklein nicht angerührt hatte :D



      Ich wanderte weiter in Richtung Montana Gris, nahm die Steigung in Angriff und hatte wenig später die schöne Aussicht nach Westen auf den Vulkan Las Talahijas...



      ...und in Richtung Norden den Montana Gris (links) und den Montana Azufra (rechts)



      Mich zog es aber in Richtung Norden am Montana Gris vorbei auf den Nebenhang des Montana Azufra, von wo man zum Roque del Moro und zur Playa de Cofete schauen kann. An der Westseite des grauen Hügels ist eine seltsame Verfärbung im Stein zu sehen, als wenn dort schwefelhaltiges Eisen aufgestiegen ist.



      Der graue Hügel ist nur ungefähr 300 m lang und ca. 50-60 m breit und taucht an der nordwestlichen Ecke wieder unter das Umgebungsgestein hinab.



      Wenig später war stand ich dann auf dem Grat im vollen Wind und blickte aufs Meer hinaus. Die Sicht war recht diesig und dort oben auf 150 m Höhe war es schon gar nicht mal so einfach gegen den Wind anzukommen und verwacklungsfreie Bilder zu bekommen.



      Vom Grat geblasen wurde ich aber dennoch nicht, was ich wohl meinem Gewicht zu verdanken habe :rolleyes: , jedoch war es schwierig dort hochzusteigen. Ich musste bei jedem Schritt aufpassen, denn der Wind drückte das Bein aus der geraden Richtung nach rechts weg und so manchesmal war dann dort ein Felsbrocken gegen den man stieß. Nach einer Weile verliert man die Lust, weil das Verletzungsrisiko zu hoch war. Ich machte noch ein paar Aufnahmen, auch ein kleines Video mit dem Handy und stieg dann wieder herunter.



      Mit Mühe kann man den Roque del Moro sehen und in Höhe von Cofete ist es dann zu diesig um noch irgendetwas vom langgezogenen Strand zu sehen.



      Wenige Meter neben dem Grat fand ich dann eine richtig große Napfschnecke, fast 8 cm im Durchmesser groß. So große lebende Exemplare gibt es schon lange nicht mehr an den Felsen.



      Zurück ging es dann wieder in Richtung Montana Gris und den Erosionsrinnen, deren Ränder beeindruckend sind.







      Kurz vor Ende der kleinen Wanderung fand ich dann noch dieses Bruchstück,



      ich weiß absolut nicht zu welchem Tier das gehört. Die regelmäßig angeordneten Erhebungen erinnern mich an einen Seeigel, jedoch müsste der dann riesig gewesen sein, denn das Teil ist gut 7 cm lang und hat innen eine ganz glatte Fläche. Es könnte ein Meerestier sein, aber welches? :hm:
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