Wanderung zur Caldera de Gairia

      Wanderung zur Caldera de Gairia

      Im letzten Urlaub habe ich mal mehr Wert auf Erholung gelegt und so manche Wanderung erst am frühen Nachmittag begonnen. Das bedeutet, das man dann nur noch 3-4 Stunden Tageslicht nutzen kann. Aber das reicht für die meisten Wanderungen auch aus. Dachte ich zumindest, denn für die Caldera de Gairia brauchte ich dann doch 2 Nachmittage. Vor allem deswegen, wenn man bei der persönlichen „Erstbegehung“ die Landschaft und die Stille auf sich wirken lässt und dabei ganz vergisst, das man dieselbe Strecke noch zurück gehen muss. Wie schon öfter geschehen, fuhr ich in Tiscamanita hinter der Bar „Tio Pepe“ rechts ab in die „Calle Manuel Velasquez Cabrera“. Nach knapp 1,5 km teilt sich die Straße, ich fuhr wenige Meter auf die links abgehende Piste und parkte dort den Wagen. Ca. 80 Meter zurück führt eine Piste hinunter in den Barranco, aber ich gehe normalerweise immer da los, wo ich parke und ging somit auf geradem Weg über unzählige kleine Steine zum Barranco hinunter.


      Im Barranco gibt es unterhalb der Aloe-Vera Felder weitere Felder für Vieh, so schien es. Auf einem dieser Felder grasten 3 Pferde.


      Hinter diesem Feld war eine Piste zu sehen, die nach rechts führte und auf dieser Piste ging ich dann den nächsten Hügel hinauf. Die Piste führt in sanftem Bogen wieder nach links, ich blickte zurück und sah einen Einheimischen, der am Feld mit den Pferden vorbei ging und direkt den Hügel in Angriff nahm. Als ich am höchsten Punkt der Piste angekommen war,


      war der Einheimische schon vor mir, aber ich ließ mir bei der Wanderung auch etwas mehr Zeit, denn die Farben der Landschaft wechselten ständig. War gerade noch in der Umgebung das gelb-beige der Steine beherrschend, wechselte es kurz dahinter zu grünlich mit braunroten Steinen. Die Piste führte wieder hinunter und war bedeckt mit Lavasteinchen.


      An der nächsten Anhöhe führte ein kleiner Pfad nach links, auf den ich weiter ging und gelangte so in die Ausflussrinne des Vulkans.


      Um in die eigentliche Caldera hineinzublicken, hätte ich nur diese Ausflussrinne weiter hoch gehen müssen, aber ich dachte es wäre an einer anderen Stelle einfacher. Ein Blick über die Ausflussrinne in Richtung Malpais Grande und zur Caldera de la Laguna.


      Auf dem nördlichen Gegenhang und auch der östliche Vulkanhang war bewachsen, ein toller Anblick das grün der Sträucher auf dem braunen Hang zu sehen. So ungefähr stelle ich mir den früheren Bewuchs Fuerteventuras vor.




      Von dem nördlichen Hang neben der Ausflussrinne blickte ich auf den südlichen Hang, auf dem sich die Ziegentritte deutlich abzeichneten,


      stieg danach hinab zur Piste


      und wanderte auf dieser dann weiter in Richtung Norden. Ich kam nur noch auf die nächste Anhöhe, dort war ein Abzweig, ein Schild steht dort. Da steht drauf, das es zur Caldera noch 40 Minuten zu gehen sei. Da frag ich mich doch, wo ich denn die ganze Zeit unterwegs war. :hm:
      Zwischen alten Mauern (Feldbegrenzungen) führte doch tatsächlich ein Weg weiter in Richtung Vulkanhang, aber es war nun schon 17 Uhr Ortszeit, gegen 18 Uhr geht die Sonne im Dezember unter und der weitere Weg zur Caldera lag jetzt schon im Schatten.


      Ich musste umkehren und nahm dann nicht die Piste, auf der ich herkam, sondern die vermeintliche Abkürzung, den direkten, möglichst geraden Weg zurück zum Auto. Schon nach 40-50 Metern bereute ich diesen Entschluss, der Boden war übersät von Steinen unterschiedlichster Größe, selten gab es mal eine kleine Fläche mit relativ wenigen Steinen. Es war sehr schwierig ohne umzuknicken da drüber zu gehen. Ein Grund daher zu gehen war der Zeitfaktor, der andere aber, ich wollte zu einem senkrecht stehenden Vulkangestein, welches hinter einer Mauer steht und mir schon vom Hang aus aufgefallen war. Das Gestein regte die Fantasie an, aus einer Richtung sieht es aus wie ein Auerhahn,


      aus einer anderen Richtung wie eine kleine Kapelle.


      Danach ging ich in Richtung Piste, es war der einzig machbare Weg, denn man geht fast ständig gegen die tief stehende Sonne und sieht so nicht die Unebenheiten des Geländes und wenig später auch nicht die der Piste. Nochmal ein Blick zur Caldera


      Auf dem Weg zum Auto kamen mir 3 Mountainbiker entgegen, man sprach mich auf Deutsch an, ob ich etwas Wasser brauche, welches ich aber dankend ablehnte. Ich habe ja immer selber eine Wasserflasche dabei, aber ich machte wohl einen sehr erschöpften Eindruck, denn die nächste Frage war, ob ich was zu essen, genauer gesagt einen Schokoriegel haben wolle, aber auch dieses lehnte ich dankend ab. Was so Fahrradfahrer alles dabei haben. :)
      Die Caldera de Gairia im Abendlicht von der Piste aus gesehen


      Nicht weit vom geparkten Auto entfernt steht noch ein Kalkofen, der mir als Vordergrund für das letzte Bild der Caldera an diesem Tag diente.
      Am nächsten Tag erkundete ich mit dem Auto die nördliche Umgebung der Caldera. Ich war auf der Suche nach einer Möglichkeit, die am Vortag abgebrochene Wanderung möglichst nahe am Berg fortzusetzen, ohne den langen und mir nun bekannten Weg erneut ablaufen zu müssen. Nördlich Tiscamanita, die FV-20 führt hinab in einen kleinen Barranco, um dann nach Agua de Bueyes hinaufzuführen, fand ich eine Stelle. Direkt hinter dem Barranco stehen ein paar Häuser auf der rechten Seite, dort ist eine Einmündung, in die ich fuhr, auf der asphaltierten Straße hielt ich mich am nächsten Abzweig links und stand dann wenige Meter weiter vor einer Piste. Ich stieg aus und wurde direkt von 3 bellenden Hunden empfangen und gleichzeitig hörte ich ein leisen Knall, wie von einem Schuss. Irgendwo in der Gegend wurde geschossen, worauf oder weswegen war mir nicht klar. Ich entschloß mich, die recht gute Piste hochzufahren und nach einem Weg Ausschau zu halten.


      Nach ca. 1,5 km war rechts eine Möglichkeit um zu parken. Kaum war ich ausgestiegen hörte ich wieder Schüsse. Ich war neugierig und ging auf der Piste weiter an einer Mauer entlang, hinter der ein Anwesen zu sehen war. An deren Ende stand ich an der Einfahrt zu einem Ausflugsrestaurant, so schien es, mit 5 angelegten Boulebahnen


      und auf einem Schild war auch aufgeführt, das man dort Tontaubenschiessen kann.
      Das war also der Grund für die Schüsse. Unweit hinter der Einfahrt war ein Gartentor, welches aber verschlossen war. Hinter dem Tor hätte man vermutlich zur Ausflussrinne wandern können. Es wäre eine mir recht willkommene Abkürzung gewesen, aber so kehrte ich um, ging zum Auto, machte noch Bilder für ein Panorama


      und fuhr hinunter zur FV-20, auf der ich in Richtung Agua de Bueyes weiterfuhr. Ob es einen Wanderweg (Piste) oberhalb von Agua de Bueyes gibt, der zur Caldera führt, habe ich nicht herausgefunden. So fuhr ich wieder nach Tiscamanita in die Calle Manuel Velasquez Cabrera und fuhr dort weiter die Piste runter, bis ich in der Nähe der Caldera de la Laguna war.


      Caldera de Gairia vom Osten her gesehen


      In der Ferne wurde westlich des Malpais Grande eine neue Stromtrasse gebaut.


      Danach fuhr ich zurück und parkte den Wagen an der gleichen Stelle wie am Vortag um meine weiterführende Wanderung (Erkundung) in Angriff zu nehmen.
      Unten im Barranco waren nun keine Pferde, aber viele Schafe grasten dort.


      Nun ging ich den Weg, den der Einheimische am Vortag gegangen war und sparte mir somit wertvolle Zeit. Trotzdem reichte es nicht, das ich nördlich der Caldera noch im Sonnenlicht wandern konnte. Am Abzweig zur Caldera ist die Landschaft recht grün, zwischen Vulkansteinmauern, führt ein alter Weg zum nordöstlichen Vulkanhang.


      Dieser Weg führt ein wenig bergan, zwischendrin sind dann mal ein paar Absätze wo es etwas steiler ist, aber insgesamt ist es recht angenehm zu gehen.


      Es scheint ein alter Siedlungsplatz zu sein, überall im Gelände stehen Mauern. Ab der Hälfte der Strecke zum Berg ging ich dann schon wieder im Schatten der Caldera.


      Am Ende dieses Weges steht man dann direkt am Vulkanhang, an dessem Fuß man weiter bergan geht.


      Kurz danach habe ich wohl in der Unzahl an möglichen Pfaden den rechten Pfad verlassen und stand wenig später in einer Geröllwüste. Von meinem Standpunkt aus konnte ich nirgends einen Weg entdecken, den Vulkanhang hochsteigen zu können, um in die Caldera hineinzublicken. Auf dem Sattel neben dem Vulkanhang sah ich ein weiteres Schild und ging darauf zu, aber in direkter Linie wäre ich den Hang nicht hochgekommen, so das ich einen kleinen Umweg in Kauf nahm und dann eine Höhle am nächsten Weg auftauchte.


      Ich hatte zwar keine Taschenlampe dabei, aber der Eingang war übermannshoch und hinter dem Eingang waren zwei breite hohe "Kammern" erkennbar. Wie tief der Hohlraum in den Berg hineinführt habe ich nicht herausgefunden, auf jeden Fall waren beide Kammern wohl an die die 15-20 Meter lang.
      Nach wenigen Metern war es aber bereits so dunkel bzw. meine Augen hatten sich noch nicht an die Dunkelheit gewöhnt, so das ich nur vom Blitz der Kamera in der Höhle für Sekundenbruchteile noch was sah.


      Nachdem ich die Höhle verlassen hatte, stand ich vor dem Dilemma, entweder weiter gehen im Sonnenlicht oder fast den gesamten Rückweg im Schatten zurückzulegen. In der Richtung, in die ich wollte, war kein Pfad zu sehen, aber angesichts der fortgeschrittenen Tageszeit konnte ich den Rückweg zum Auto dort wenigstens im Sonnenlicht gehen.


      Ich plante dann meinen Rückweg, indem ich den Berghang irgendwie hinuntersteige, danach die Piste ablaufe und notfalls an der FV-20 entlang zurück nach Tiscamanita bis zum Abzweig neben der Bar Tio Pepe und von dort noch die 1,5 km zum Auto zu gehen. Das war noch ein langer Weg.
      Am Anfang, direkt neben dem Berghang, war die Erdoberfläche sehr erodiert, vielfach waren kleine „Brücken“, auf die ich mich aber nicht traute, zu sehen.


      Kurz danach stand ich oberhalb mehrerer Erosionsrinnen und konnte auf die unten liegende Piste und das Ausflugsrestaurant hinunterschauen.


      Dort konnte ich aber nicht absteigen. Diesen Rinnen musste ich ausweichen, denn ich hatte mal wieder Trekkingsandalen an und diese Vulkanasche, auch Lavagrus genannt, setzt sich überall hin, zwischen die Zehen, zwischen Fußsohle und Sandale und man kann alle paar Meter stehenbleiben und sich von den kleinen Steinchen befreien.


      Nach einigen Geländestufen, die alle mit diesem Lavagrus bedeckt sind, stand ich auf festem Untergrund, der mit sehr feiner Asche und auch Splitt bedeckt war. Ab da kam ich schnell den Hang hinunter, denn es war nicht zu steil und auch nicht rutschig. Kurz darauf war ich auf der Piste angelangt und ging auf dieser in Richtung FV-20. Als die Piste dann zu Ende war und ich auf dem Asphalt weitergehen wollte, sah ich, das links eine Piste in den Barranco hinunterführte. Das war eine willkommene Abkürzung, die ich nutzte.


      Die Piste führt hinab in den Barranco und verläuft dann am nördlichen Rand zu einem Aloe-Vera Feld. Da musste ich mich beeilen, um mit dem letzten Sonnenlicht am Barrancogrund das Feld zu fotografieren.


      Von dort bin ich dann am südlichen Hang hoch zur Straße und dort entlang zum Auto gegangen.Zum Abschluss noch ein Bild der Caldera de Gairia im letzten Sonnenlicht.


      Um die Wanderung etwas besser nachvollziehen zu können, habe ich einen Screenshot von „google maps“ erstellt.


      1.Wanderung: gelb
      2.Wanderung: blau
      An einem ziemlich bewölkten Nikolaustag fuhren wir nach Tiscamanita um dort gemeinsam zur Caldera de Gairia zu wandern.



      Gelegentliche Wolkenlücken liessen in der Ferne die Hügel grün erstrahlen



      Wir wollten in die Caldera und daher begaben wir uns auf dem mir bekannten Weg in die Ausflussmulde. Dort sind viele schmale Wege, die sich den Hang hinaufziehen.



      Im Hang, der Aufstieg dort ist nicht schwierig. Man beachte aber, das der Aufstieg immer leichter als der Abstieg ist





      Ausblick zur Caldera de Liria und dem Malpais Grande



      Wenig später stehen wir am Kraterrand, der an dieser Stelle recht niedrig ist und schauen auf den erstarrten Lavadom.
      Auf dem Kraterboden kann man Steinmauern und wenigstens die Umrisse zweier Steinhäuser erkennen. Hier haben mal Menschen gelebt.



      Während ich mich ausruhte, erkundete Romana das Innere der Caldera



      Fortsetzung folgt
      Wir beschlossen am Kraterrand weiter zu wandern und die Caldera weiter zu erkunden. Aber zuerst mussten wir mal auf den Kraterrand hochklettern





      Die Wolken lockerten mehr und mehr auf, das Wetter wurde besser. Beim Aufstieg hörten wir des öfteren ein Tier schreien. Wir machten uns Gedanken, was denn am Krater passiert sein konnte. Die Schreie kamen vom gegenüberliegenden Kraterrand. Ich habe niemals vorher ein Tier derartig schreien hören.
      Immer wieder schauten wir hinab in den Krater und ich stellte mir vor, weshalb und unter welchen Umständen Menschen vor vielen Jahren hier gelebt haben.



      Wir wanderten am Kraterrand entgegen dem Uhrzeigersinn, da der Anstieg im Uhrzeigersinn unmöglich erschien.



      Es waren einige Ziegen am Kraterrand, die aber, je näher wir kamen, sich immer weiter zurückzogen.



      Wenig später erblickten wir eine Ziege mit ihrem Zicklein und auf einmal ergab alles einen Sinn.





      Das schreiende Tier war wohl eine gebärende Ziege. Anders konnten wir uns die Schreie nicht erklären. Es war Zicklein-Tag oder eben die Zeit, in der die Zicklein geboren werden.

      Ich sah eine weitere Ziege mit ihrem Zicklein



      Wir konnten nicht wissen, wieviele Ziegen sich noch am Kraterrand befinden und wollten die Tiere auch nicht unnötig stressen.
      So beschlossen wir die Wanderung dort oben abzubrechen und zurückzugehen. Während ich über den Kraterrand zurück ging und noch überraschende Felsformationen sah



      versuchte Romana über den Hang hinunter zu den Tabaiba-Büschen abzusteigen.



      Ich hielt das für keine gute Idee, aber jeder soll versuchen, seinen eigenen Weg zu finden.
      Bei der ersten Wanderung am Hang der Caldera hatte ich schon bemerkt, das es richtig schwierig ist auf diesem Geröllhang Halt zu finden.
      Solange noch ein wenig Felsen vorhanden sind, an denen man sich festhalten kann ist das noch machbar, aber wenn diese Felsen fehlen wird es sehr schwierig.



      Unten am Fuß der Caldera ist der Wanderweg gut erkennbar



      Zum Abschluß der Wanderung nochmal ein Blick zurück



      Ich werde wohl noch einmal wiederkommen um den Rest des Kraterrands zu erkunden und mir die Höhle noch genauer anzusehen.
      Eigentlich wollten fuertetom, mein Freund Roque und ich gemeinsam um 10.00 Uhr den "Gayria" besteigen, aber wegen Regen haben wir abgesagt, doch als die Sonne sich so gegen 13.00 Uhr von der besten Seite zeigte, haben wir es im Alleingang versucht. Begleitet wurden wir jedoch von einem kleinen fremden schwarzen Hund, der uns den Weg zeigte und stets mit IKER vorweg lief.
      Es hat echt Spass gemacht, doch für mich war es als Ungeübte etwas anstrengend. Das letzte Stück bis zum Gipfel traute ich mich mehr, das war mir dann doch zu felsig und zu windig.
      Roque allerdings schaffte es, mit den Hunden, bis ganz nach oben,
      bin aber trotzdem stolz auf mich.

      Hier die Fotos




























































































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