Montana Cardon

      Montana Cardon

      Das Massiv des Montana Cardon erstreckt über 4 km und besteht aus 2 Gipfeln. Der Cardon misst 694m Höhe, der Gipfel auf der rechten, nördlichen Seite „El Castillo“ kommt auf 663m Höhe (von Osten betrachtet)


      Die Besteigung ist relativ einfach, ich wähle da immer eine Erosionsrinne. Das ist das einfachste, fast wie Treppensteigen. Ab einer gewissen Steilheit muss man dann aber die Rinne verlassen und querfeldein hoch gehen. Klettern braucht man nicht. Wenn man die Route richtig wählt ( gelingt mir auch nicht immer) kommt man zu einer Art Balkon, ein schmales langgestrecktes Tableau,


      an dessen rechtem Ende eine Höhle zu finden ist. Die Höhle bietet 2 Schlafplätze


      ist aber nur ca. 1,5m hoch. Dieser Balkon und die Höhle befinden sich direkt unter dem Grat, auf dem man sich nach links zum Gipfel wendet. Auf dem Grat liegen viele Steine, die natürlich verwittert aussehen aber es gibt auch offenbar von Menschenhand behauene Steine. Sind das Steine, die auf natürliche Weise entstanden sind?




      Die Aussicht und die Ruhe dort oben ist toll.
      Direkt unterhalb des Castillos findet man rote Vulkanerde, welche ein hervorragender Dünger ist. Vom Grat aus betrachtet, steht auf der westlichen Seite des Massivs eine Felsnadel die knapp 30m hoch ist. Diese Felsnadel ist ein erodierter Vulkanschlot, ist ca.50m breit, 15m dick und 30m hoch, auf dessen Stirnseite man vom Grat neben dem Gipfel "El Castillo" blickt.


      Aussicht vom Grat des Montana Cardon nach Norden zum Montana Hendida


      Panorama der westlichen Seite des Montana Cardon, im Hintergrund der Istmo de la Pared

      Ich würde Euch raten, doch ein Frachtschiff zu mieten, damit Eure Nachbarn auch etwas davon bekommen.
      Doch Spaß beiseite.
      Ich finde die Beschreibung der Wanderung und die Fotos von Fuertetom äußerst interessant und zeigt die wildromantische Seite der Bergwelt der Insel.
      Regt bestimmt den einen oder anderen, der noch gut zu Fuß ist, zu einer Wanderung an.
      Wir anderen freuen uns, durch die Fotos an dem Erlebnis teilnehmen zu können.
      Auf meiner Homepage REISEBERICHTE FUERTEVENTURA 2013/ 2014
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      Mit Reiseberichten (u.a. Berlin, Fuerteventura, Südschwarzwald), Ahnenforschung und Kurzgeschichten.
      Wie groß muss der Garten sein oder hat jemand einen eigenen Park, wenn ein Frachtschiff benötigt wird ?(
      Doch nun weiter mit Text und Bild zum Thema.

      Bei meiner letzten Bergtour auf den „Cardon“ habe ich mal meinen Aufstiegsweg fotografiert, um denjenigen unter euch, die auch mal da oben hoch wollen, eine kleine Anleitung zur Hand zu geben. Es versteht sich von selbst, das dieser Weg nicht der allein gültige ist und sein kann. Bisher bin ich immer wieder diesen Weg gegangen. Er ist relativ leicht, jedoch oben am Hang wird es schwieriger und man geht oft auch quer um einen leichteren Weg zu finden.
      Von der Ortschaft Cardon führt eine Straße am Montana Cardon vorbei, die im weiteren Verlauf auf die FV-605 trifft. Ziemlich genau unter dem kleineren nördlichen Gipfel „El Castillo“, der mit dem roten Hang, befindet sich auf der rechten Seite der Straße eine Parkbucht. Wenige Meter weiter zweigt ein Feldweg auf der anderen Straßenseite ab, der scheinbar direkt zum Gipfel führt. Dort stand wohl früher mal eine Tomatenplantage, die zurückgelassenen Rohre lassen dieses vermuten.
      Aufstiegsweg


      Kurz hinter dem Feld betrete ich dann eine Erosionsrinne, in der man wie auf einer Treppe hochsteigen kann. Ab und an muss man die Rinne verlassen, wenn es leichter ist, nebenher zu gehen.
      In der Erosionsrinne


      Im Hang




      Kurz vor Erreichen des Balkons, des langgestreckten Tableaus, dahinter sind es wenige Höhenmeter um den Grat zu erreichen.


      Seit ich das Massiv Cardon kenne, ist es mein Wunsch, das gesamte Massiv in Nord-Süd Richtung zu überqueren. Im vorletzten Urlaub erkannte ich im Abendrot eine Art Steinader oder Mauer, die sich den Hang hinaufzieht.


      Das wollte ich auf jeden Fall erkunden, wusste jedoch nicht, wo ich am Hang am leichtesten emporsteigen und dann über den Grat entlangwandern könnte. Ich versuchte es an der Südspitze des Massivs, parkte den Wagen an der FV-617 und ging erstmal zu den Resten der alten Steinhäusern, die ich mir immer mal ansehen wollte und die man von der Straße schon sehen kann, wenn man von La Pared aus hochkommt .
      Noch unschlüssig, ob diese Stelle wirklich geeignet ist, um dort den Aufstieg zu wagen, schlenderte ich ein wenig zwischen den Steinhaufen umher, als ich auf einmal ein Fragment sah.


      Ich dachte erst, wer wirft denn hier Fliesen in die Gegend, so weit weg von der Straße. Aber je genauer ich mir dieses Teilchen ansah, desto sicherer war ich mir, das es etwas mit den alten Steinhäusern zu tun hat. Die Rillen sind alle gleich tief, jedoch der Abstand zu den anderen Rillen unterschiedlich. Wenn man das Bruchstück von der Seite betrachtet, erkennt man, daß es aus einem Mix verschiedener Materialien besteht.
      Wahrscheinlich hat der ausgiebige Regen im November, dieses Stück freigelegt. Etwas intensiver als vorher besah ich mir nun den Boden und wurde erneut mit einer kleinen Scherbe, auf der neben den Rillen auch kleine Vertiefungen zu sehen sind, fündig.


      Dann ging es Schlag auf Schlag, wusste ich doch inzwischen auf welche Steinfarbe ich zu achten habe. Ich fand auch größere Scherben, von unterschiedlicher Dicke, leicht bauchige Bruchstücke, mit glatter Oberfläche innen und außen. Hier ein Fragment mit vielen Rillen, die Rillen wirken schon ein wenig abgenutzt. Vielleicht ein oft verwendeter Gegenstand.


      Diese Bruchstücke gehören alle zu tönernen Töpfen und Schalen, die wahrscheinlich noch aus der Zeit stammen, bevor die Spanier die Inseln in Besitz nahmen.
      Aber mal zurück zum Aufstieg auf den Cardon.
      Am nächsten Tag versuchte ich an dieser Stelle erneut den Aufstieg auf den Grat. Oberhalb der Steinhaufen endet eine ziemlich unscheinbare Erosionsrinne, in die ich einstieg.


      Auch dort liegen merkwürdig glatte Steine, die in einer solch kleinen Rinne auffallen.


      Wie lange mag dieser Schädel da schon liegen?


      Die Erosionsrinne endet dann an einer Steilstufe, die dort ca. 8m hoch ist.


      Ein Weiterkommen schien unmöglich, also ging ich an der Steilstufe nach Osten entlang und kam an eine natürliche „Treppe“, allerdings in sehr brüchig wirkendem Gestein.


      Trotzdem stieg ich dort weiter hoch, machte noch ein Bild von der Aufstiegsstelle, denn wenn ich später evtl. dort wieder absteigen sollte,


      wollte ich jedenfalls wissen, an welcher Stelle ich die natürliche Treppe wiederfinde. Das Ende des Aufstiegs kam dann schneller als gedacht, denn ich konnte mich auf dem Geröll oberhalb der Steilstufe nicht halten, rutschte oft weg und war öfters als mir lieb ist auf allen Vieren unterwegs. Ich musste mir eingestehen, das es zu gefährlich ist, dort an dem Hang den Aufstieg zu wagen.
      Also stieg ich vorsichtig ab und war froh, das ich mithilfe des Bildes die richtige Stelle wiederfand, um über die natürliche Treppe abzusteigen. An der Steilstufe wandte ich mich dann nach Westen, um dort die Mauer oder Steinader zu suchen. Am Hang entlang ging es dann deutlich entspannter


      und nach wenigen Minuten erblickte ich schräg über mir eine Mauer, die aber nicht die gesuchte war.


      Ein wenig überrascht es mich immer wieder, das auf vielen heutzutage kahlen Bergen Mauern errichtet wurden. Das Leben vor einigen Jahrhunderten auf der Insel scheint nicht das reinste Zuckerschlecken gewesen zu sein. Als ich die kleine Mauer erreichte, erblickte ich dahinter eine Terrassenlandschaft mit landwirtschaftlichen Anbauflächen.


      Bei der weiteren Wanderung auf den am Westhang errichteten Anbauflächen sah ich auch einen merkwürdigen Stein, der aussah wie eine längliche Raute. Ich habe leider kein Foto davon gemacht, denn auf den Gedanken, das der Stein als primitiver Pflug verwendet wurde, kam ich erst viel später. Zum mitnehmen war er mir zu schwer, ca. 40cm lang, ca. 15-20cm breit und 6-8cm dick. Ich habe 2 ganz ähnlich aussehende Steine in den Anbauflächen gesehen.
      Am Ende der Anbauterrassen konnte ich gut erkennen, das es bei der Steinreihe, die man von der FV-605 erkennt, tatsächlich um eine weitere Mauer handelt, die sich den Hang hochzieht und oben entlang des Grats verläuft.


      Auf der nördlichen Seite der Mauer gibt es in dieser Höhe keine weiteren Anbauflächen.
      Jedoch sah ich einen einzeln stehenden Baum am Hang.


      Den wollte ich mir auch anschauen, aber ich musste noch einmal wiederkommen, da der Tag schon weit vorangeschritten war.
      Ich nutzte für die Wanderung zu dem einsam stehenden Baum einen Tag mit recht böigem Südostwind, wo ich im Windschatten des Massivs Cardon an dessen Westseite wandern wollte. Den Wagen ließ ich an der FV-617 stehen, etwas unterhalb der alten Steinhäuser, dort fängt eine Leitplanke an und davor führt eine kleine Piste zum Bachbett, ideal um zu parken. Ich ging los, hielt mich aber zunächst etwas weiter westlich, wanderte um das Staubecken herum,


      welches gut gefüllt war und kam auf eine ehemalige Piste, die am Anfang kaum mehr als solche zu erkennen ist.


      Am Anfang führt die Piste leicht bergauf, verläuft dann eben und führt dann leider wieder nach unten.


      Aber ich wollte nicht hinab, so daß ich eine der vielen Erosionsrinnen nutzte um den Hang querfeldein emporzusteigen. Beim Aufstieg schaue ich fast permanent auf den Boden, da ich nur mit Trekkingsandalen unterwegs bin und mir eine Verletzung, alleine in menschenleerer Umgebung, nicht erlauben kann.


      Hinter der Erosionsrinne erstreckt sich eine Fläche, die mit hellen Steinbröckchen bedeckt ist und sich den Hang hochzieht.


      Dort fand ich zwischen den Steinen einen abgebrochenen Henkel eines Gefäßes.


      Mein Ziel an diesem Tag war ja „nur“ der einsam stehende Baum und nicht auf den Grat des Berges hochzusteigen, so das ich gar nicht sonderlich drauf achtete, wo ich am leichtesten zum Baum gelangen konnte. Unversehens stand ich an einem Hang, wo es anfangs recht leicht war abzusteigen, aber nach Durchsteigung einer Erosionsrinne wurde es sehr schwer.


      Dann sah ich Strukturen am Boden, wie Gravierungen im Stein. Ob diese feinen Rillen natürlichen Ursprungs sind oder nicht, konnte ich nicht erkennen.

      fuertetom schrieb:


      Bei meiner letzten Bergtour auf den „Cardon“ habe ich mal meinen Aufstiegsweg fotografiert, um denjenigen unter euch, die auch mal da oben hoch wollen, eine kleine Anleitung zur Hand zu geben. Es versteht sich von selbst, das dieser Weg nicht der allein gültige ist und sein kann. Bisher bin ich immer wieder diesen Weg gegangen. Er ist relativ leicht, jedoch oben am Hang wird es schwieriger und man geht oft auch quer um einen leichteren Weg zu finden.
      Von der Ortschaft Cardon führt eine Straße am Montana Cardon vorbei, die im weiteren Verlauf auf die FV-605 trifft. Ziemlich genau unter dem kleineren nördlichen Gipfel „El Castillo“, der mit dem roten Hang, befindet sich auf der rechten Seite der Straße eine Parkbucht. Wenige Meter weiter zweigt ein Feldweg auf der anderen Straßenseite ab, der scheinbar direkt zum Gipfel führt. Dort stand wohl früher mal eine Tomatenplantage, die zurückgelassenen Rohre lassen dieses vermuten.


      Hallo! Ich möchte in Kürze auch gern diesen Gipfel besteigen. Ist der Parkplatz, den du meinst, zufällig dieser hier? (am besten in Satellitenansicht anschauen): google.de/maps/dir/35628+Card%…05453!2d28.262194!1m0!3e0

      Wenn nein, wäre es super, wenn du ihn markieren könntest.. :)
      Wie lange dauert der Aufstieg denn ungefähr?

      Viele Grüße
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