Kultstätten der Guanchen

      Die Fragmente der Kulturreste einer vorspanischen Kultur (Mahos/Guanchen), die wir auf Fuerteventura vorfinden, sind bis jetzt noch nicht professionell aufgearbeitet worden.
      Die übrig gebliebenen Hinterlassenschaften sind oft nicht auf den ersten Blick zu erkennen, da die Steine vieler archeologischen Stätten entweder als Steinbruch, Gavias oder Mauern verwendet wurden.
      Neben einfachen Werkzeugen aus Stein sind auch in Stein geritzte symbolische Formen, wie die Fußabdrücke (Podomorfos) im Montaña de Tindaya zu finden. Vieles deutet darauf hin, dass die Majos bestimmten natürlichen Formen eine besondere Bedeutung zugeordnet haben. Geometrische, oder die von Natur aus Menschen und Tieren ähnlich sind wurden dabei bevorzugt. In diesen Symbolsteinen sind die naturnahen Darstellungen aus dem vergessenen Mythensystem der Ureinwohner wiederzufinden. Da es kaum Information zu diesem Thema gibt, habe ich nun mit dem Buch Atlantura versucht meine Erkundungen und Beobachtungen zu Beschreiben.


      Gracias! Bin beim Recherchieren immer mal wieder in diesem Forum gelandet. Da sind doch tatsächlich weitere Menschen, die Interesse an der vorspanischen Kultur von Fuerteventura haben.
      Vieles wird wohl für immer ein Geheimniss bleiben, doch jeder kleine Hinweis, jeder neue Fund, kann einen unbekannten Horizont eröffnen.

      J.H
      Hola Jo, endlich mal einer der Ahnung von den Hinterlassenschaften der vorspanischen Kultur hat.
      Schön dich hier anzutreffen, wir hatten uns mal im Dezember in Cotillo unterhalten.

      Es steht viel Text von mir hier aber ohne Bilder. Die werde ich jetzt nach und nach wieder einstellen und hoffe, das wir uns darüber austauschen können.
      Im Barranco de la Cueva habe ich im Urlaub einen kleinen unscheinbaren Stein gefunden, von der Form erinnert er mich an eine Speerspitze. Die genauen Abmaße der Speerspitze sind 49,4mm lang, 29,1mm breit und max.7,8mm dick und ist auf einer Seite sehr glatt. Ein anderes Steinchen hat eine ebenso glatte Seite, ist 51,7mm lang, 33,1mm breit und auch nur max. 8,2mm dick. Nur nach einer Speerspitze sieht es nicht aus. Das Steinchen soll eher nach einem "Teigschaber" aussehen.


      Den "Teigschaber" habe ich auf dem abgeflachten Berg, der westliche Nebenhang des Atalaya de Pozo Negro, neben dem Malpais Grande gefunden.
      Dieser Felsbrocken, mit einer glatten Oberfläche und einer fast gerade verlaufenden Rinne liegt auf
      dem Cuchillo del Chiervo, oberhalb Morro Jable. Die Häuser im Barranco de las Damas kann man am rechten Bildrand erahnen.


      Nicht weit weg davon, lag und liegt hoffentlich noch, dieser kleine Stein.


      Ganz woanders, nämlich am Montana Cardon, liegt dieser Stein mit gerade verlaufenden Rillen. Ob die Rillen natürlichen Ursprungs sind, kann ich nicht beurteilen.
      Hallo Fuertetom, interessante Sachen hast du da gefunden. Der Versuch einer Deutung, die Fragen für welchen Zweck wurde der Fels oder Stein bearbeitet, und ist es überhaupt ein Artefakt aus den glanzvolleren Tagen der Insel sind schwer zu beantworten. Mir wurde schon vor langer Zeit von öffentlichen Stellen erklährt, dass es sich bei den verdächtigen Steinen die ich gefunden hatte, um natürlich entstandene Formen handelt.
      Durch einen Zufall entdeckte ich im Süden und Norden zwei Plätze mit Ansammlungen kleiner Steine, von denen viele mit einer vertieften Rinne umrandet waren. Auf den ersten Blick war es ihnen nicht anzusehen, das es sich um naturnahe Statuetten von Menschen und Tieren handelt. Sie zeichneten sich durch ihre Mehrdeutigkeit aus. Während auf einer Seite des Steins der Schattenriß eines Gesichts erscheint, ist auf der anderen Seite ein eingravierter Vogel zu erkennen. Diese Art von Symbolsteinen wurden auch in grösseren Dimensionen aufgestellt. So bin ich überzeugt, dass einmal am Berg Tindaya, Cardon, Risco de las Penas (beim Mal Paso), und vielen anderen Bergen Steine aufgestellt waren. Es ist nicht viel unzerbrochenes übrig geblieben, doch viele der kleinen Steinskulpturen sind vollständig erhalten.
      Nach der Eroberung sind die Kultstätten zerstört worden, denn nichts sollte die christianisierten Majos und die folgenden Generationen an das alte Leben, Kulte und Bräuche erinnern.
      @Jo Hammer:
      Eben gerade von Amazon das Buch erhalten.

      Aus Neugierde schon mal darin geblättert. Mein erster Eindruck: GENIAL. Tolle Bilder, fachlich erstklassig. Da werde ich mich in den nächsten Tagen sofort "reinknien".

      DANKE für die tollen Einblicke.

      @All:
      Aus meiner Sicht nur vom durchblättern schon mal eine absolute Empfehlung und jeden Cent wert! Echt fundierte Aussagen, die Inselinteressierte begeistern werden.
      Wollte hier eigentlich keine schleichende Werbung posten und hab den falschen Link angewendet. Es sollte der "google books" Link sein! Vielleicht kann der Adm. den aktuellen Löschen?
      Vielen Dank "schwegi", für Kritik und Anregungen bin ich sehr dankbar.
      Das Thema schwebt wie ein Geist über Fuerteventura und sucht einen Weg dem Dunkel der Vorgeschichte zu entkommen.

      Link wie gewünscht gelöscht, Du kannst ja noch den richtigen Link posten.
      Gruß ennis
      Vielen Dank für die freundliche Aufnahme. Das steinige Thema beschäftigt mich ja nun schon mehrere Jahre und es ist nicht immer leicht die richtigen Worte zu finden.
      Aus diesem Grunde ist das Buch Atlantura entstanden. Es geht in diesem Fall ja auch darum, auf einen Kulturschatz hinzuweisen und weitere Zerstörungen zu vermeiden. In der Hoffnung einmal einen Weg aus der Ignoranz und fruchtlosen Archeologie der Insel Fuerteventura zu finden, ist hier der Link.
      books.google.es/books/about/At…=Qdz8AwAAQBAJ&redir_esc=y
      Accidit in puncto, quod non speratur in anno.-
      Es ereignet sich im Augenblick, was in Jahren nicht erwartet wird.



      Ich wiederhole mich zwar zu gestern , aber es ist faszinierend darin zu lesen und die Bilder zu bestaunen. Wirklich professionell aufgebaut, informativ und (obwohl nicht ganz billig) wirklich jeden Cent wert. Ich melde mich mal demnächst mit einer paar Fragen per PN dazu!
      Ich habe da noch eine Broschüre aus den Anfängen der 1980er ausgegraben. Ich weiß nicht, ob sie selten, bzw. unbekannt ist. Und ob sie für dieses Thema interessant ist, muss der geneigte Leser / Interessent entscheiden.
      Für "wissenschaftliche" Zwecke bin ich gerne bereit, sie abzugeben. Bitte per PN melden.



      Die Hochachtung vor dem Denken anderer gibt dem eigenen Denken erst den richtigen Respekt. (Paul Schupp) :abklatsch:
      Dieser Beitrag, der im Thread " Montana Cardon" steht, gehört eigentlich hier hinein. Nun wird der Beitrag erweitert, weil ich eine email vom Cabildo in Tuineje bekam.
      Im Dezember 2014 parkte ich den Wagen an der FV-617 und ging zu den Resten der alten Steinhäusern, die ich mir immer mal ansehen wollte und die man von der Straße schon sehen kann, wenn man von La Pared aus hochkommt .
      Ich schlenderte ein wenig zwischen den Steinhaufen umher, als ich auf einmal ein Fragment sah.


      Ich dachte erst, wer wirft denn hier Fliesen in die Gegend, so weit weg von der Straße. Aber je genauer ich mir dieses Teilchen ansah, desto sicherer war ich mir, das es etwas mit den alten Steinhäusern zu tun hat. Die Rillen sind alle gleich tief, jedoch der Abstand zu den anderen Rillen unterschiedlich. Wenn man das Bruchstück von der Seite betrachtet, erkennt man, daß es aus einem Mix verschiedener Materialien besteht. Wahrscheinlich hat der ausgiebige Regen im November, dieses Stück freigelegt. Etwas intensiver als vorher besah ich mir nun den Boden und wurde erneut mit einer kleinen Scherbe, auf der neben den Rillen auch kleine Vertiefungen zu sehen sind, fündig.


      Dann ging es Schlag auf Schlag, wusste ich doch inzwischen auf welche Steinfarbe ich zu achten habe. Ich fand auch größere Scherben, von unterschiedlicher Dicke, leicht bauchige Bruchstücke, mit glatter Oberfläche innen und außen. Hier ein Fragment mit vielen Rillen, die Rillen wirken schon ein wenig abgenutzt. Vielleicht ein oft verwendeter Gegenstand.


      Diese Bruchstücke gehören alle zu tönernen Töpfen und Schalen, die wahrscheinlich noch aus der Zeit stammen, bevor die Spanier die Inseln in Besitz nahmen.

      Ich hatte im Januar eine email an das Cabildo von Tuineje geschickt, dann lange nichts gehört, hier war der Crash, einige Beiträge waren verschwunden und ich vergaß diese email. Nun habe ich mich mal wieder bei gmx.de eingeloggt und sehe, das eine Antwort vom Cabildo im Postfach liegt, mit folgendem Text:
      Vielen Dank für die Informationen,
      Es tut uns leid nicht früher antworten, denn wir waren im Urlaub und
      haben bereits die Gemeinde Pájara seiner Entdeckung informiert.
      Sorry für mein Deutsch, aber ich bin mit Google Translate.
      Wahrscheinlich in Kontakt mit Ihnen von der Stadt Pájara erhalten,
      um weitere Informationen bitten.

      Ein Gruß.


      dazu die Adresse einer Homepage, über die ich dann geantwortet habe. Im Mai bin ich wieder auf der Insel und kann dann dem Cabildo Einzelheiten zum Fundort geben. Barbara wird mich begleiten.

      Heute bin ich zum Cabildo de Fuerteventura gefahren um die Fundstücke abzugeben. Ich hatte zuvor eine mail erhalten, wonach ich zum Cabildo de Fuerteventura in der 1.Street in PdR fahren sollte. Aber wenn man das googelt, sieht man das viele verschiedene Stellen vom Cabildo in PdR zu finden sind. Welche die richtige war, erfuhr ich zwar schon in der ersten Anlaufstelle, sollte aber erst beim 3. weiteren Cabildo richtig sein. Man schickte mich von Pontius zu Pilatus hatte ich den Eindruck. Also, wie gesagt, im 1.Cabildo erfuhr ich, das ich zum "Dpto. Medio Ambiente" müsste. Im 2. Cabildo dann deren genaue Adresse und schließlich im 3. Cabildo, das ich doch zum Nachbarhaus, dem "Archivo Historico" müsste. Nach Abgabe der Fundstücke und Eintrag im PC des Archivs von dem genauen Fundort, wurde mir mit auf den Weg gegeben, das ich die nächsten Funde zwar fotografieren dürfe aber nur nicht aufheben darf und natürlich das Archiv informieren soll. Was nun mit den Fundstücken passiert, weiß ich nicht, aber ihr alle, könnt euch hier die Tonscherben immer wieder anschauen.
      Noch einen Tag zuvor hatte ich nach dem Stein, der wahrscheinlich als Pflug eingesetzt wurde, am Montana Cardon gesucht und nicht gefunden. Zwar recht ähnlich aussehende Steine, aber eben nicht den , den ich in Erinnerung hatte. Werde ich mich wohl nochmal auf den Weg machen müssen, aber die Suche wird durch den Pflanzenbewuchs erschwert, den es im Dezember dort noch nicht gab.
      @Cotillo-Tanja @Alfons

      Vielen Dank für den Tipp mit dem Dom in Betancuria. Ich war heute dort, Eintritt 1,50 Euro und ca. 30 Minuten bevor der 1. Bus eintraf. War ca. 10 Minuten alleine in der Sakristei und habe Bilder ohne störende Touris machen können. Vor allem auch nachdem der Bus weggefahren ist. Danach war ich im Museo Arqueologico schräg gegenüber dem Dom, Eintritt heute frei und ein kostenloses deutschsprachiges Begleitheft erhalten. Die haben dort schon ein paar Töpfe und Krüge aus dem 14. Jahrhundert, daher war das für den Mitarbeiter im Archivo Historico auch nicht schwer die Tonfragmente einzuordnen, zumal ich den Fundort angab.
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