Kultstätten der Guanchen

      Kultstätten der Guanchen

      Auf einigen Bergen kann man merkwürdige Steinformationen und behauene Steine finden. Sind das Überreste von Kultstätten der Guanchen? Auf dem Bild kann man links 4 Steine erkennen, deren glatte Seite zum Grat hin stehen. Auch findet man dreieckige Steine sowie einen beidseitig glattgeschliffenen konvexen Stein.
      Dateien
      Vielleicht solltest Du mit "Jo Hammer", dem bekannten Fuerteventura-Fotographen und Hobby-Archäologen Kontakt aufnehmen, Tom:

      :guck: atlantura.com/

      Wolfgang (so heißt "Jo Hammer" in Wirklichkeit) wirkt zwar manchmal etwas eigen, ja fast schroff, aber wenn Du ihn auf sein Lieblings-Thema
      (Guanchen/Kultstätten/spanische Eroberer etc.) ansprichst, wird er möglicherweise ziemlich schnell "auftauen". ^^
      A.K.
      Natürlich war ich auch im Dezember wieder oben auf dem Grat und habe noch einige Aufnahmen von behauenen Steinen gemacht.
      Diese Fotos treten den Beweis an, das es eine „Kultstätte“ der Altkanarier auf dem Grat des Montana Cardon gegeben hat.
      Warum dieses aber totgeschwiegen wird, begreife ich nicht.
      Im Vordergrund liegt eine Steinplatte mit ebener Oberfläche, dahinter in der Bildmitte, liegt eine weitere Steinplatte, die auch eine absolut glatte,
      ebene Oberfläche aufweist, zudem noch, wie eine moderne Bodenfliese, mit rechten Winkel versehen ist. Darunter sieht man von dem beidseitig
      konvexen Stein die Stirnfläche. Auf der rechten Außenwand sieht man hinten im Schatten einen weiteren Stein, der mit einem rechten Winkel
      versehen ist.



      Auch findet sich ein Dreiecksstein, der nicht ganz ein gleichmäßiges Dreieck darstellt, aber dem ziemlich nahe kommt.
      In der Umgebung dieses Steins weitere Steine mit glatten Flächen und rechten Winkeln.



      Meine Zehen dienen mal zum Größenvergleich.
      Hallo Tom,

      super Aufnahmen - Dich scheint dieses Thema ja auch sehr zu interessieren - möchte Dir daher eine Buchempfehlung geben, falls Du es nicht schon kennst - ist jedenfalls sehr interessant und nennt auch diverse Stellen mit praktischen Tipps zur Orientierung.

      Harald Braem - Auf den Spuren der Ureinwohner - Ein archälogischer Reiseführer für die Kanaren - Zech Verlag - ISBN 978-84-934857-3-3

      Habe ich von meinem Sohn zu Weihnachten bekommen und werde mir diese Stellen jetzt nach und nach anschauen.

      Eine Frage noch: Hattest Du schon Kontakt mit dem Jo Hammer - die Empfehlung von Alfons?
      Da hast Du Recht, mich interessiert es und ich hoffe immer noch, das es Gleichgesinnte im Forum gibt, mit denen ich mich austauschen kann. Mit Jo Hammer alias Wolfgang habe ich auch schon mehrmals Kontakt gehabt, nur nicht persönlich.

      Im Barranco de la Cueva habe ich im Urlaub einen kleinen unscheinbaren Stein gefunden, von der Form erinnert er mich an eine Speerspitze. Die genauen Abmaße kann ich Dir jetzt nicht nennen, nur die Dicke des Steinchens. Ganze 5,5mm dick.

      Und vielen Dank für den Buchtipp.
      Das kommt mir doch ein wenig phantastisch vor, sozusagen Utopia Live. Aber so schätze ich die spanischen Planer auch ein, lieber etwas mit Neuem zu überbauen, als Spaniens Historie der gewaltsamen Eroberungen und Zerstörungen von Kultplätzen der Altkanarier hervorzuheben. Warum dann aber auf der Nachbarinsel Gran Canaria die Höhlen der Guanchen "Cenobio de Valeron" so als Touristenattraktion herausgestellt werden, ist mir ein weiteres Rätsel.
      Tom,schaut ja echt interessant aus, Deine Speerspitze. Bin ja gespannt, ob ich auch mal irgendwas finde. Aber ich glaub es nicht, denn ich seh auch die Steinpilze nicht vor lauter Steinpilzen :)

      Bezüglich der Spanier und der Geschichte - gibts eigentlich nur so viel zusagen - die früheren Spanier waren schon immer Eroberer und dadurch auch Unterdrücker. Mit Geschichtspflege hatten die nur dann was im Sinn, wenn es richtig Kohle brachte, bzw. man die Ureinwohner ausbeuten konnte. Zudem beginnt die eigentliche Geschichte Fuerteventuras ja auch erst im 16. Jahrhundert, von den Spaniern aus gesehen.

      Was halt allgemein schade ist, das viele dieser alten Spuren in den letzten Jahrhunderten bzw. Jahrtausenden zerstört wurden. Aber die Zeiten waren da eben auch noch anders. Wobei gegenüber den anderen kanarischen Inseln auf Fuerteventura und Lanzarote auch die wenigsten Spuren der Guanchen zu finden sind.
      Bedenke alleine die These, das auf Fuerteventura mal eine Erhebung mit 3000 mtr. gewesen sein soll und stell Dir den heutigen Zustand vor, dann kannst Dir ja vorstellen, das im Laufe der Entstehung dieser Insel die Vulkane und der Sand aus der Sahara auch so ihren Teil dazu beigetragen haben.
      Bis heute ist es den Experten ja nicht einmal möglich die Besiedelung der Kanaren genau zu bestimmen. Manche gehen von 16.000 v. Chr. aus, bis runter zu 500 v. Chr. Das ist schon ein riesiger Zeitraum.
      Klar war Fuerte mal wesentlich höher, die Erosion hatte genug Zeit die Insel abzutragen. Im Grunde ist es auch egal, wann die Besiedlung der Inseln begann. Fakt ist, das Spanien mit der Hinterlassenschaft der Altkanarier so unterschiedlich umgeht. Auf Fuerte wird alles totgeschwiegen, auf anderen Inseln ist es ein Touristenziel.
      Ich habe da auch ein Buchtipp, weiß aber nicht ob es noch lieferbar ist. "Die Geschichte der Kanarischen Inseln von Jose M. Castellano Gil und Francisco J. Macias Martin. aus dem Jahr 1999 ( 4.Auflage ). Die 1. Auflage stammt aus dem Jahr 1993, da waren die Autoren 33 Jahre alt.
      Auch im Dezember bin ich wieder auf Steine gestossen, deren Form nach menschlicher Bearbeitung aussieht.
      Dieser Lavasteinbrocken liegt am Kraterrand der Caldera de los Arrabales, darüber habe ich schon berichtet


      Dieser Felsbrocken, ähnlich massig wie der aus der Caldera, mit einer glatten Oberfläche und einer fast gerade verlaufenden Rinne liegt auf der Cuchillo del Chiervo, oberhalb Morro Jable. Die Häuser im Barranco de las Damas kann man am rechten Bildrand erahnen.


      Nicht weit weg davon, lag und liegt hoffentlich noch, dieser kleine Stein.


      Ob diese Steine bearbeitet worden sind oder natürliche Oberflächen haben kann ich nicht sagen, bin kein Fachmann der Archäologie, mir fällt es nur auf und dazu mache ich mir dann Gedanken. Fest steht auf jeden Fall: Nicht alles was man heute auf der Insel sieht ist natürlichen Ursprungs. Wie viel jedoch von den Altkanariern hinterlassen worden ist, kann man z.B. auf dieser Seite erkunden, siehe Link:google.de/url?sa=t&rct=j&q=&es…xsQ&bvm=bv.63808443,d.bGE
      Wer von Norden auf der FV-2 fährt, am Abzweig Pozo Negro vorbei, fährt scheinbar direkt auf diesen Berg, ein Nebengipfel des Atalaya de
      Pozo Negro, zu. Im Bildhintergrund steht der Atalaya de Pozo Negro, davor der Berg mit dem waagerechten "Gipfel" ist ein Nebengipfel des Hauptbergs


      Wer hat sich denn schon mal über diese Form des Berges gewundert? Berge in dieser Gegend sind vulkanischen Ursprungs und dieser sieht aus wie ein Tafelberg, mit einer unnatürlich platten Gipfelregion. Ich habe mir schon oft darüber Gedanken gemacht, warum der oben fast eben ist.
      Bei der Aufnahme kann man gut sehen, das der Hang links normal erodiert ist, aber auf der rechten Seite des Hangs (halb verdeckt von der Caldera de Laguna) hat keine Erosion stattgefunden, sondern der Hang ist anscheinend mit Geröll bedeckt, welches beim abtragen des Gipfels entsorgt werden musste. Es steht für mich fest, das diese Form des Berges vom Menschen geschaffen worden ist. Aber wozu und kann man oben noch Spuren der Altkanarier finden? Das werde ich in den nächsten Urlauben versuchen zu ergründen.

      Auf diesem Bild kann man den Geröllhang auf der rechten Seite des Berges besser sehen


      Unten im Tal im Malpais Grande steht die Siedlung „La Atalayita“ der Altkanarier zwischen den Lavabrocken. Ich bin da noch nicht
      gewesen, aber einige andere User des Forums. Wird denn dort in der Ausstellung auch auf den Berg hingewiesen oder nur die Behausungen gezeigt?

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „fuertetom“ ()

      Sehr interessante Überlegungen.
      Man sollte doch annehmen, wenn es so wäre, dass dann irgendein Wissenschaftler sich schon damit beschäftigt oder aus Überlieferungen entsprechendes Wissen bei den Einheimischen vorliegen sollte.
      Wieder schöne Aufnahmen.
      :lupf:
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      Kakadu schrieb:

      Sehr interessante Überlegungen.
      Man sollte doch annehmen, wenn es so wäre, dass dann aus Überlieferungen entsprechendes Wissen bei den Einheimischen vorliegen sollte. :lupf:


      Ich habe ja nun viele Freunde unter den Einheimischen, aber was vor hunderten von Jahren war, da fehlt vielen das Geschichtsbewusstsein. Die Guanchen wurden wurden doch von den "Erobereren" überrannt und vermischten sich mit ihnen. Das Überleben war wichtiger, als sich mit "Geschichte" zu befassen. Aufgeschrieben wurde (konnte) nichts. Heutzutage ist es schon schwierig, etwas zu erfahren, was über 60 Jahre her ist.
      Daher sind wir auch dankbar für das Kennenlernen der Alten: z.B. Pepe und Lorenzo aus Puertito und Vicente aus Betancuria (Ehemann der ehemaligen Bürgermeisterin).
      Wenn irgendwer jemanden kennt, der etwas SICHER weiss, bitte ich um Info. Ich würde mich wahnsinnig gern mit ihm / ihr unterhalten.
      Die Hochachtung vor dem Denken anderer gibt dem eigenen Denken erst den richtigen Respekt. (Paul Schupp) :abklatsch:
      @Carmelita
      Wenn irgendwer jemanden kennt, der etwas SICHER weiss, bitte ich um Info. Ich würde mich wahnsinnig gern mit ihm / ihr unterhalten.
      Und dann hier oder im eigenen Thread bitte weitergeben. Dafür wäre ich Dir sehr dankbar. Denn bis jetzt ist doch leider der Regelfall so, das die Plätze der Altkanarier totgeschwiegen werden. Ich bin daher verwundert, das auf die Siedlung „La Atalayita“ im Barranco de la Poca de Pozo Negro hingewiesen wird.
      Es ist doch sonst nur der Heilige Berg Tindaya bekannt, jedenfalls mir bekannt. Wird denn sonst an einer Stelle der Insel auf das Erbe der Altkanarier hingewiesen, weiß das jemand?

      fuertetom schrieb:

      Ich bin da noch nicht
      gewesen, aber einige andere User des Forums. Wird denn dort in der Ausstellung auch auf den Berg hingewiesen oder nur die Behausungen gezeigt?


      Ich kann mich zwar erinnern, dass neben dem Außengelände auch einige Informationen präsentiert werden, aber an den genauen Inhalt kann ich mich nach 4 Jahren nicht mehr erinnern. Wäre ja evtl. ein Grund, die Ausstellung nochmal zu besuchen.

      Nähere Infos (allerdings schon etwas älter) gibt es übrigens hier: fuerteventura-live.de/forum/in…page=Thread&threadID=1775

      Gruß ennis
      Als Gott die Zeit gemacht hat, hat er genug davon gemacht (irisches Sprichwort)
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