Reiserecht bei Flugverspätungen

      Interessante Sache @Manana. Konnte ich bei den letzten TUIfly Flügen seit Ende 2016 (Gran Canaria, Madeira, Kreta) aber auch nicht feststellen, auch bei keiner Flugsuche.

      Ich bin auch nicht sicher, ob so eine "Strategie" bei den eh schon sehr eingeschränkten Flugzeiten ab Deutschland sinnvoll wäre. Werde ich aber mal beobachten, auch bei anderen Airlines.
      Das, was in Belgien zur Zeit geprüft wird, betrifft immerhin rund 80 Fälle. Vielleicht hat man auch Belgien als Test-Markt ausgeschaut und wollte die Reaktionen prüfen. In dem Zusammenhang fällt mir auch Ryanair ein, weil Bahama die Situation in Deutschland ansprach.

      Die haben ja an vielen Flughäfen nur eine Standzeit von 25 Minuten offiziell. Sind aber auch im Allgemeinen deutlich früher am Zielort, so daß das Zeitfenster ausreicht. Also evtl. auch hier länger angegebene Flugzeiten. Man kann es bei anderen Airlines vielleicht auch an der Standzeit am jeweiligen Flughafen ausmachen.

      Mal abwarten, wie die in Belgien entscheiden und ob es Auswirkungen hat. Ist jedenfalls schwer zu belegen, wenn es keine anderen Airlines auf der Strecke mit sehr abweichender Flugdauer gibt.

      Jedenfalls vielen Dank für die zahlreichen Rückmeldungen.
      Es war schon immer ein signifikanter Unterschied zwischen klassischer Airline und Low Cost Airlines.
      Erstere planen mit langen Bodenzeiten, 45-55 Minuten für die A320/B737 Familie, und "normalen" Flugzeiten.
      Letztere planen mit kurzen Bodenzeiten, in etwa die genannten 25 Minuten, aber längeren Flugzeiten.

      Natürlich passen sich Hybridcarrier da langsam an, denn das System der längeren Flugzeit mit kurzer Bodenzeit hat diverse Vorteile für die Airlines.

      Man kann in der Luft eher Verpätungen gut machen, als am Boden.
      Bei optimalen Bedingungen und on time Abflug kann man sehr spritsparend fliegen.
      Kosten am Boden sinken, weil zB Standplätze nach der Zeit berechnet werden, in denen sie genutzt werden.
      Es gibt noch ein paar mehr Vorteile für die Airlines, die den Rahmen hier sprengen würden.

      Ich fliege übrigens jetzt mit Small Planet, die geben 4:40 an bis Fuerteventura.
      Bei Gegenwins mit Air Berlin habe ich als Negativrekord auch schon mal 5:30 für den Rückflug benötigt, mit Rückenwind auch mal nur 3:25
      Ich grabe den alten Fall noch einmal hervor, immerhin schon 2 Jahre alt:
      Reiserecht bei Flugverspätungen

      Wir hatten das ja risikolos an Airhelp abgetreten, zwischenzeitlich wurde noch in Anwalt in Lissabon beauftragt (schon lustig, wenn man per Post ne Ladung zum Gerichsttermin nach Lissabon bekommt). Jedenfalls wurden 250€ pro Person also 500€ erstritten, nach damaligem Stand das Maximum.

      Unterm Strich gehen 50% weg, 25% für Airhelp und 25% für den Gerichtstermin, bleiben also 250€ und dafür gehen wir ins beste Restaurant der Stadt essen :)
      Noch ist das Geld nicht da, wie war die Sache mit dem Bären und dem Fell...
      SATA
      Der Fall ist nach über 2 Jahren nun also abgeschlossen - das Geld ist da. Ich kann AirHelp empfehlen. Abzug zwar 50% inkl. Gerichtsverfahren aber ohne Risiko. Dafür war der Fall auch recht komplex und im Ausland, wenn auch sicher nicht so selten (Anschlussflug innerhalb EU kurzfristig storniert als Codeshare von anderer Airline, als der, die das Ticket ausgestellt hat)

      Ich bin nicht sicher, ob wir nach neuester Rechtsprechung nur mit diesem Betrag nach Hause gegangen wären und man nicht die gesamte (Direkt-) Flugstrecke Start-Endziel zum Ansatz für die Ausgleichszahlung bringen kann.

      Niki
      In diesem Fall habe ich jetzt mal vorsorglich beim Insolvenzverwalter Flöther meine Ansprüche bzw. Datenklärung angemeldet. Hier ist noch Vieles unklar, auch wenn unsere Kohle offenbar auf dem Treuhandkonto gelandet ist und man es angeblich automatisch zurück bekommt. Es scheint jedoch so, dass diese Tickets ein Fall der AirBerlin Insolvenz und nicht der Niki sind. Deren Insolvenz ist ja noch nicht offiziell eröffnet. to be continued...

      Bahama schrieb:

      Ich bin nicht sicher, ob wir nach neuester Rechtsprechung nur mit diesem Betrag nach Hause gegangen wären und man nicht die gesamte (Direkt-) Flugstrecke Start-Endziel zum Ansatz für die Ausgleichszahlung bringen kann.


      Der EuGH hat zum Thema am 07.03.2018 verbraucherfreundlich geurteilt und klargestellt, daß auch Ansprüche aus Flugverspätungen innerhalb Europas, z.B. in Spanien, die auf einem durchgehenden Ticket ausgestellt sind, den Flugreisenden berechtigen, am Endziel (hier in Deutschland) einzufordern:

      lto.de/recht/nachrichten/n/eug…chaedigung-anschlussflug/

      KleinKo will möglichst schnell Fluggastrechte reformieren

      Hier scheinen im Hintergrund die Lobbyisten kräftig am Werk gewesen zu sein...

      KleinKo will schnellstmöglich Fluggastrechte reformieren heisst aus Sicht der Verbraucher einschränken. Scheint ein wichtiges Thema zu sein so im Hinblick auf andere Themen in diesem Land, dass dies im Koalitionsvertrag steht. Kaum zu glauben...

      airliners.de/bund-reform-fluggastrechte/44159

      Ich kann nur von meinen 4 Fällen reden: In jedem Fall war ganz eindeutig die Airline schuld, hat nicht informiert oder Märchen erzählt, hatte uns Nächte gekostet und musste völlig zu Recht zahlen oder "gutscheinen" nach meinem Gefühl auch in dieser Höhe vertretbar.

      Zum Glück scheint sich in der EU so schnell nix zu tun und mit fast jedem Urteil des EuGH wird die Luft für Ausreden dünner... Gut so!
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