Reiserecht bei Flugverspätungen

      Glaubst Du ernsthaft, dass die "anderen" es anders machen? Bleibt Ihnen ja kaufmännisch gar keine Wahl!


      Natürlich nicht. Aber man muß ja die Konkurenz im Auge behalten und kann nicht willkührlich drauf hauen. In erster Linie finde ich das arrogante Auftreten der TUI
      fragwürdig. Die scheinen ja weit weg sein vom Dienstleisterimage, wenn man seinen Kunden so gegenüber tritt.
      Viele Grüße, Markus

      -el loco del barco :)
      Ich hätte es an deren Stelle sitzend genauso gemacht. Einzige Chance, damit alle anderen unter dem Schirm des Marktführers mitziehen können. Und das Märchen vom guten und kundenfreundlichen Dienstleister, egal in welcher Branche, glaubt ja wohl wirklich niemand mehr.
      Das EU Parlament


      hat zum Thema Fluggastrechte getagt. Ausgearbeitet wurden Vorschläge, die von der Verbraucherseite her im Wesentlichen die Vorlagen der EU-Kommission verbessern. Allerdings sind Korrekturen zum heutigen System ersichtlich:

      zeit.de/reisen/2014-02/fluggas…angstrecke-entschaedigung


      Voraussichtlich wird die neue Richtlinie inklusive weiterer Korrekturen nach Passieren weiterer Gremien noch 2014 in Kraft treten.

      manana schrieb:

      Voraussichtlich wird die neue Richtlinie inklusive weiterer Korrekturen nach Passieren weiterer Gremien noch 2014 in Kraft treten.

      Die EU Kommission wollte die Bedingungen für Passagiere ja deutlich verschlechtern. Das Parlament hat jetzt eine halbherzige Lösung gewählt. allerdings müssen noch ALLE EU Länder zustimmen; das dürfte noch eine Hürde sein, da die Lobbyisten der Fluggesellschaften heftig interveniert hatten!
      Hallo Waage, hier ging es um eine Pauschalreise.

      Da sind die Forderungen an den Reiseveranstalter von eher geringerer Höhe. Derjenige hätte sich vermutlich bessergestanden, wenn er eine Ausgleichszahlung bei der Airline angefordert hätte. Im Zweifelsfall wäre ggf. die Zahlung des RV dabei angerechnet worden oder umgekehrt.
      Laut Europäischen Gerichtshof (Az: C-452/13) gilt ein Flugzeug erst als gelandet, wenn sich die Türen öffnen.
      Im aktuellen Fall (laut EU-Recht hat man ja Anspruch auf Entschädigung ab 3 Stunden Verzug) setzte das Flugzeug 2 Stunden und 58 Minuten nach der angegebenen Ankunftszeit auf, die Türen wurden jedoch erst 5 Minuten später geöffnet. Die Fluggesellschaft muss dem Kläger nun in diesem Fall 250 € erstatten.
      So nun meine Erfahrung!

      Hatten voriges Jahr eine Flugverspätung von 14 Stunden bei Heimreise mit Condor. Wurden am Flughafen erst darüber informiert, in ein anderes Hotel gebracht und am nächsten Morgen ging es dann heim.
      Es lag kein Streik vor , oder Unwetter , oder dergleichen. Eine Condormitarbeiterin, die bei dem Rückflug mit an Board war(wir flogen mit Titanairlines zurück) verkündete kurz " aus operativen Gründen" wurde der Flug an Titanairlines verkauft)
      Also meldeten wir unsere Ansprüche 400€ / p.Person bei Condor an.
      Erst ein Vertröstungsschreiben. Nach Erinnerung die Absage.

      Wir also zum Anwalt. Ein Schreiben von ihm genügte und vorige Woche hatten wir die 800€ anstandslos gezahlt bekommen.
      Ohne Anwalt stellen sie sich einfach taub, so scheint es.

      Das mein kurzer Erfahrungsbericht.

      LG, Cassy
      wir sind als wir nach Madeira geflogen sind auch mit ca 24 Stunden Verspätung angekommen.
      Habe danach alles an flightright weiter gereicht und die haben dann alles in die Wege geleitet.
      Da ist es zwar so das man wenn man eine Erstattung kriegt , flightright Provision behält, aber sollte man doch nix erreichen bzw.was kriegen dann braucht man auch nix an Anwaltskosten usw.zahlen. Würde das immer wieder so machen, glaube das sich die Fluggesellschaften sonst oft quer stellen.
      Flugverfrühung

      Auch das gibt es. Im Rahmen einer Pauschalreise wurde ein Fluggast auf der Strecke von Fuerteventura nach Düsseldorf über eine Flugzeitänderung informiert. Dieser Flug lag
      9 Stunden vor der zuvor bestätigten Flugzeit. Der Kunde verlangte im Rahmen der EU-Verordnung eine Ausgleichszahlung, das Gericht gab dem statt.

      Diese Flugzeitänderung käme einer Annullierung gleich, weil der ursprüngliche Flug weniger als 14 Tage vor Abflug aufgegeben wurde. Amtsgericht Düsseldorf Az.: 231 C 1544/14

      welt.de/reise/article141658148…-Annullierung-gleich.html


      Annulierung bzw. Nichtinformation

      Ich habe nach längerer Zeit mal wieder selbst einen eigenen, auch wegen 3 Beteiligter durchaus interessanten Fall, der diesmal keine Flugverspätung sondern eine Annulierung bzw. Nichtinformation betrifft. Wer meinen Azoren Bericht gelesen hat, mag es evtl. schon herausgelesen haben. Wenn ich nicht aufgepasst hätte, wäre der ganze Trip womöglich ins Wasser gefallen. Ich schildere es mal allgemein:

      Über ein (Online-)Reisebüro wurde eine Kombination von Flug und Hotel gebucht, also keine Pauschalreise. Der komplette Flugteil wurde von mir direkt mit der Airline abgrechnet und bestand aus einer Buchung mit einem einzigen Buchungscode. Der Flugteil bestand bei Hin- und Rückflug aus einer Umsteigeverbindung. Der Anschlussflug des Hinflugs war eine Codeshare Verbindung, wurde also von einer anderen Airline jedoch für uns mit Flugnummer der Vertragspartner Airline durchgeführt. Der Informationsfluss über Flugzeitenänderungen geschah jedoch über das Reisebüro, so geschehen kurz nach Buchung, wo es nur aber um eine läppische Stunde Verschiebung ging.

      5 Tage (!) vor Abflug sah ich (zufällig oder doch nicht, weil ich das regelmäßig generell so mache) im Buchungsystem der Vertragspartner Airline, das unser Anschluss gestrichen war und wir auf einen anderen Anschlussflug umgebucht waren, der (und jetzt kommt es) über 2 Stunden vor unserer planmäßigen Ankunft am Anschlussflughafen abfliegen sollte, also unerreichbar war. Beide Flüge, also auch der unerreichbare Anschlussflug waren im Buchungssystem mit "bestätigt" gekennzeichnet. Ich kürze jetzt mal etwas ab: Auf meinen Hinweis wurden wir daraufhin vom Reisebüro kostenlos auf den nächst möglichen, besser nächst erreichbaren Flug umgebucht, fast 24 Stunden später. Man konnte sich den Sachverhalt nicht erklären.

      Ich habe nun bei der Vetragspartner Airline eine Forderung über eine Ausgleichszahlung basierend auf der Gesamtflugstrecke geltend gemacht.

      Dabei bin ich nicht ganz sicher, ob das alles richtig ist. Ich bin aber der Ansicht,
      1. dass uns allein schon wegen Nichtinformation der Annulierung und Ankunft dann fast 24 Stunden später eine Ausgleichszahlung zusteht. Darüber hinaus sind die beteiligten Airlines und alle Flugstrecken innerhalb der EU, so dass die EU Verordnung auf jeden Fall gilt.
      2. dass es zunächst dem Fluggast egal sein kann, wer ihn über eine Flugzeitenänderung informiert, das Reisebüro oder die Airline und zwar sowohl überhaupt als auch rechtzeitig nach EU Verordnung (261/2004). Da die Ausgleichszahlung danach nur gegen die Airline geltend gemacht werden kann, ist das Reisebüro für mich zunächst mal raus, zunächst.
      3. dass als Adressat der Forderung nur der Vetragspartner meiner Flugreise in Frage kommt, mit der Codeshare Airline hatte ich ja zu keinem Zeitpunkt einen Beförderunsgvertrag
      4. und dass, wenn auch nur eine Teilstrecke annuliert wurde, die Gesamtstrecke für die Höhe der Ausgleichszahlung maßgeblich ist, da der Umsteigeort ja nie das eigentliche Reiseziel war.

      So, jetzt warten wir mal ab, wass passiert :D
      Diese ganz aktuelle Rechtsprechung ist mir durchaus bekannt. Allerdings hat die Codeshare Airline hier möglicherweise alles richtig gemacht und der Fehler einer Umbuchung auf einen nicht erreichbaren Anschlussflug und der Nichtinformation liegt bei der Vertragsairline.

      Aus Passagiersicht stehen am Ende jedenfalls eine Nichtinformation, eine Ankunft 24h später und eine Entfernung von über 3000 km bis zum Ankunftsort. Ich sagte ja, interessanter Fall, warten wir es mal ab. Ich gehe davon aus, dass die Förderung erstmal abgelehnt wird.
    Das Forum rund um die Insel Fuerteventura mit Beiträgen, Tipps und Wissenswertem zur Kanareninsel. Registrieren Sie sich in unserem Forum.

    Datenschutzerklärung nach DSGVO