Reiserecht bei Flugverspätungen

      In dem verlinkten Artikel steht (ist der wirklich aktuell und ist das ein Urteil des EuGh oder eines britischen Gerichts?):
      "Tausende solcher Reklamationen wurden vorerst ausgesetzt, seit der europäische Gerichtshof letzten Oktober entschieden hatte, dass eine Ausgleichszahlung erst ab einer 5 stündigen Verspätung begründet ist"

      Sorry die 5 Stunden sind Blödsinn und wenn so argumentiert wird, eine Verdummung der Betroffenen. Ich kenn zwar keinesfalls alle Urteile des EuGH diesbezüglich, aber m.E. ist das die aktuell gültige und in den Medien auch immer wieder zitierte Rechtslage:

      1. Verspätungen sind bzgl. der Ausgleichszahlungen Annulierungen gleichgstellt
      2. Es gilt daher bei Verspätungen diesbezüglich die Fluggastrechteverordnung 261/04
      3. Ab 3 Stunden hat es Ausgleichszahlungen zu geben
      4. Entscheidend ist die Verspätung bei Ankunft
      5. Summen gestaffelt nach Entfernung

      Fazit: Es gibt kein "neues Recht" und die 3 Stunden stehen (noch)!
      Nun sind Fluggesellschaften wohl auch dieser Schlichtungsstelle beigetreten.
      Link stand in unserer Tageszeitung.

      soep-online.de/
      Ich denke das wird Gerichte wesentlich entlasten, jedoch ob die gesamten Zusatzkosten wegen Verspätungen etc. für die Gesellschaften geringer werden wage ich zu bezweifeln.
      Die Menge der Fälle mit Schlichtungen und kleineren Beträgen wird steigen.
      Die Fälle mit jahrelangen Prozessen und hohen Werten wird sinken.

      In jedem Fall sind aber erstmal die Preise gestiegen (Siehe TUIFly Fred, wegen senkung der Gepäckgrenze auf EIN x 15kg/Nase)
      Grüße vom
      benutzer24
      Wir haben, nachdem der Ärger nun 2 Monate verflogen ist, dann doch den neuerlichen Gutschein von Tuifly akzeptiert!

      Ich hatte trotz RV einfach keine Lust auf Anwalt usw.- Außerdem muss man ja damit nicht unbedingt einen Tuifly Flug buchen.
      Alles in allem: Ein Schreiben, eine Erinnerung und nach knapp 2 Monaten den Fall abgeschlossen. Ich drücke jemand Anderem hier noch die Daumen! :D

      Anschluss verpasst: Kein Ausgleichsanspruch

      Verpassen Passagiere wegen eines verspäteten Zubringerflugs ihren Anschlussflieger, steht ihnen meist eine Ausgleichszahlung zu.
      Das gilt jedoch nicht, wenn die beiden Flüge völlig unabhängig voneinander sind und nur vom Veranstalter für eine Pauschalreise verknüpft wurden.

      :guck: bild.de/newsticker-meldungen/r…luegen-32928126.bild.html
      Gruß Birgit
      Wer versucht, Allen alles recht zu machen, wird niemals "Everybodys Darling!" sondern höchstens "Everybodys Depp!" (zwiebackdancer)
      Ok, wenn das bislang so war. Wäre interessant zu wissen, was so ein Schlichterspruch besagt. Wir haben doch momentan eine ziemlich eindeutige Rechtslage bei den Verspätungen (das dürfte die Mehrzahl der Fälle sein), wenn die Betroffenen denn gewillt sind, ihre Ansprüche bis ans Ende duchzusetzen.

      Fragt man sich also, was das Interesse der Airlines sein kann, nach so langem Zögern der Schlichtung nun zuzustimmen? Als erstes wird natürlich der öffentliche Druck dadurch reduziert und somit das Image verbessert, naja sagen wir besser nicht weiter verschlechtert. Den Airlines kann es am Ende aber nur um wirtschaftliche Interessen gehen. Schaut man sich zb. Condor an, wurde das ja nun jahrelang schon fast im Exzess und mit Argumenten nahe an der Rechtsbeugung durchexerziert: Egal wie klar der Anspruch war, man bekam erst mal ein Abwimmelungsschreiben mit dem ewigem Argument der "außergewöhnlichen Umstände". Um die Gerichte zu beschäftigen und Verfahren in die Länge zu ziehen wurde notfalls bestritten, dass überhaupt eine Buchung vorlag.

      Aus Airline Sicht kann es also nicht Sinn und Zweck der Schlichtung sein, diese juristisch vorläufig eindeutige Lage zu manifestieren. Es kann nur das Ziel sein, durch vorjuristische Vergleiche weitere Urteile gegen sich zu verhindern. Somit würde sich der betroffene Passagier am Ende oft schlechter stellen. Na warten mir mal ab, es wird schon realtiv schnell eine mediales Feedback geben, da bin ich sicher!

      Bahama schrieb:

      Es kann nur das Ziel sein, durch vorjuristische Vergleiche weitere Urteile gegen sich zu verhindern. Somit würde sich der betroffene Passagier am Ende oft schlechter stellen.

      Genauso sehe ich das auch. M.E. wird es immer zu einem Vergleich kommen, dem die Betroffenen schweren Herzens zustimmen werden ("besser 150 € als gar nix"). Somit gibt es bei berechtigten Ansprüchen (ich denke mal an meine fast 12-stündige Verspätung) nur den Weg über einen Rechtsanwalt hin zum Gericht. In meinem Fall (Condor) hat die Gesellschaft nach dem 2. Schreiben des RA mit Ankündigung einer Klage klein beigeben.

      P.S. Ich bin nicht der (Rechts-)Streiter und rege mich auch nicht darüber auf, wenn mein Flug - aus welchen Gründen auch immer - sich um eine Stunde oder auch zwei Stunden verspätet. Aber wenn mich die Fluggesellschaft über den weiteren Verlauf im Unklaren und mich stundenlang in einer Wartereihe vor dem Counter stehen lässt, dann werde ich ungemütlich. Und wenn sich dann die Abflugzeit noch weiter verzögert (wie in meinem Fall bis Mitternacht), dann schöpfe ich meine Rechte voll aus.

      schwegi schrieb:

      Im ZDF-MOMA wurde gesagt, dass 90% der Schlichtersprüche bisher akzeptiert wurden


      Die Erfahrungen von Fluggästen waren bis dato (außer evtl. Ryanair - Einzelfälle) ja nicht dabei.

      Hier mal der Ablauf, den die SOEP (für die Airlines, die diesem Verein beigetreten sind) oder bei anderen Airlines die zuständige staatliche Schlichtungsstelle beim Bundesamt für Justiz in Bonn vorgeben:

      test.de/Schlichtungsstelle-fue…nes-machen-mit-4617317-0/

      Flugzeiten verbindlich!

      Der BGH hat heute entschieden, dass Flugzeiten VERBINDLICH sind und die Reiseveranstalter bzw. Fluggesellschaften ihre Bedingungen ändern müssen. Bei Verschiebungen ist Schadensersatz gegeben.
      Und was antwortet der TUI-Sprecher im TV? Kein Problem, aber dann werden sich die Preise wegen drohender Abstandszahlungen deutlich erhöhen.

      rtl.de/cms/news/rtl-aktuell/bg…5510-51ca-51-1733332.html

      Bleibt die Frage, ist da dem Kunden geholfen? :hm:
      Es ist kompletter geistiger Dünnpfiff, wenn eine Fluglinie aus für von ihr nicht zu vertretenden Gründen ersatzpflichtig werden soll.
      Das widerspricht jeder geltenden Haftungslogik.
      Aber seis drum...

      Nur bittschön, wie sollen die Fluglinien denn bitte die sich daraus unerwartet ergebenden Kostenbelastungen abfangen als durch höhere Preise? Natürlich wird das über den Preis geregelt werden müssen, wenn die Gesellschaften nicht reihenweise an diesem gequirrlten Quark pleite gehen sollen.
      Grüssle Micha

      --

      Too old to die young!
      Es geht bei dem Urteil doch um das Innenverhältnis Kunde - Reiseveranstalter und abgeschlossene Pauschalreiseverträge.

      Die Airlines sind da nur indirekt von betroffen. Es geht hier nicht um Flugverspätungen, sondern um Flugzeitenänderungen, die die Reiseveranstalter ihren Kunden gegenüber zu vertreten haben. Und Flugzeiten, die ohne, das triftige Sachgründe vorliegen, eben einzuhalten sind.

      Die Umsetzung wird sich zeigen. Bei dem Thema hier "Flugverspätungen" haben die Airlines das auch relativ schnell in den Griff bekommen.

      Jetzt sind die Reiseveranstalter gefordert.
      Ich habe gestern im Radio auch von dem BGH Urteil gehört. Und auch von dem ärmlichen Kommentar der TUI mit der Preiserhöhung. Das man Regresszahlungen oder
      Buchungsstornierungen irgendwie abfedern muß, ist klar. Aber das so dreist raus zu hauen finde ich schon heftig oder auch arrogant. Aber es gibt ja auch noch andere
      als die TUI.
      Viele Grüße, Markus

      -el loco del barco :)
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