Vorsicht am Strand

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      stella schrieb:

      ich verstehe nicht, dass sich häufig gerade die betagten Semester in Gefahr begeben und meinen, sie wissen alles besser und sind ja schon immer im Meer geschwommen...


      so sieht es zwar vielleicht auf den ersten Blick aus - aber die genauen Umstände des Unglücks sind lt. Zeitungsartikel nicht bekannt. Also bitte keine vorschnellen Urteile, es wäre ja auch möglich, dass das ältere Paar der Frau des Verunglückten helfen wollte.

      Gruß ennis
      Als Gott die Zeit gemacht hat, hat er genug davon gemacht (irisches Sprichwort)

      Wie naiv muss man sein!?

      @anni und generation111


      Die Naivität, die Ihr in Euren Postings zum Ausdruck, ist m.E. genau der Grund, warum es immer wieder zu diesen tragischen Unfällen auf Fuerteventura kommt. Denkt Ihr nicht mal darüber nach, ob es zwischen Tauchern, Surfern und unbedarften Badenden nicht ein paar grundlegende Unterschiede gibt!?


      Selbst "normale" Sporttaucher haben eine Ausbildung hinter sich, die sie auf gefährliche Situationen vorbereitet.
      Taucher tauchen nie allein. Am Leuchtturm gehen die Gruppen immer in Begleitung eines erfahrenen Tauchlehrers ins Wasser, der höchstwahrscheinlich u.a. eine Spezialausbildung im Strömungstauchen und im Rettungstauchen hinter sich hat. Außerdem verfügt er über eine Erste-Hilfe-Ausbildung, bei der auch das Thema Ertrinken sicher nicht zu kurz gekommen ist.
      Taucher verfügen über eine umfangreiche Schutz- und Sicherheitsausrüstung. (Anzug, Auftriebsweste, Atemgerät, Flossen, Schnorchel, Maske...) Damit könnten sie sicher problemlos mehrere Stunden an der Oberfläche warten, bis Retter kommen, ohne Schaden zu nehmen.
      Taucher haben einen relativ frischen medizinischen Check hinter sich und müssen daher über eine gewisse körperliche Grundfitness verfügen.
      Taucher planen ihre Tauchgänge, berücksichtigen also die Gezeitenströmungen. Der Tauchlehrer weiß, was er seiner Gruppe zumuten kann. Die Taucher gehen sicher auch nicht "immer am Leuchtturm tauchen", sondern nur dann, wenn die Bedingungen es zulassen. So mancher Taucher kommt am Leuchtturm sicher trotzdem an seine körperlichen Grenzen, denn die Strömungen dort können wirklich ziemlich heftig sein, aber wie gesagt: er ist ausgerüstet, ausgebildet und hat Unterstützung dabei!


      Bei den Surfern verhält sich die Sache ähnlich:
      Nie allein, Surflehrer mit Revierkenntnis und mit Rettungsschwimmerausbildung dabei, Neoprenanzug und Surfboard, das im Notfall als Schwimmhilfe verwendet werden kann. Meist sind Surfer relativ junge, körperlich fitte Menschen. Die Surfer richten sich ebenfalls nach Wellenhöhe, Gezeiten, Strömungen und planen ihren Surfgang entsprechend. Surfer erkennen in der Regel sehr gut, wie sich die Strömungen verhalten, und lernen im Kurs, was zu tun ist, wenn man von einer Strömung erfasst wird.
      Außerdem ist Surfen sicher ein Sport mit einem gewissen Risiko, das die Surfer bewusst eingehen, das ein normaler Badeurlauber aber grundsätzlich meiden sollte.


      Die meisten Opfer von Badeunfällen sind über 50 Jahre alt, körperlich nicht mehr ganz auf der Höhe (Herzinfarktrisiko bei Belastung), haben keinen Neoprenanzug an, kennen die Baderegeln nicht oder missachten diese, gucken nicht vor dem Schwimmen in einen Gezeitenkalender, machen sich nicht mit den örtlichen Gegebenheiten vertraut, gehen allein ins Wasser, haben keine Schwimmausbildung genossen oder einen Schwimmlehrer dabei, wissen nicht was im Notfall zu tun ist....

      Eine Bitte an alle Naiven: GLAUBT BITTE, DASS DAS BADEN IM MEER, also auch auf Fuerteventura, IMMER GEFAHREN BIRGT! Strömungen können überall und jederzeit auftreten, selbst wenn das Wasser ganz ruhig aussieht. Schaltet den gesunden Menschenverstand ein! Die Ausrede: "Andere gehen doch auch ins Wasser" ist einfach nur töricht, vor allem wenn man Äpfel mit Birnen vergleicht!
      @Fuerte Tom: Wenn du schon anklagend wirst was unsere Naivität angeht, dann zitiere ich hier mal Dieter Nuhr:
      Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten. Ich sage dir auch warum.

      Ich habe nahezu 100 Tauchgänge in Jandia hinter mir. Meine Ausbildung ist der AOWD und ich habe das Tauchen 2009 nach
      174 TG's aufgegeben. Ich behaupte mal mich halbwegs auszukennen. Wenn ich das lese was du schreibst, könnte man nahezu jeden Satz
      wiederlegen. Wenn du bei Wellengang und dazu noch Strömung ins Wasser gehst, bist du unbeweglicher als jeder Schwimmer. Anzug, Blei,
      Flasche usw. machen dich unbeweglich und träge wie einen dicken Wal. Die Flossen kompensieren das etwas. Aber genau die ziehst du dir
      erst im Wasser an, was durch die Unbeweglichkeit auch nicht ganz einfach, bei Wellen und / oder Strömung nahezu unmöglich ist.

      Selbst "normale" Sporttaucher haben eine Ausbildung hinter sich, die sie auf gefährliche Situationen vorbereitet.
      Stimmt. Aber was hilft dir das, wenn die Strömung dich wegzieht? Gar nix.

      Am Leuchtturm gehen die Gruppen immer in Begleitung eines erfahrenen Tauchlehrers
      Vielleicht. Es werden vorher Gruppen gebildet. Bei einer ist dann auch der TL dabei. Und der hat dann alles im Griff, wenn die Gruppen durch Wellen und Strömung
      auseinander getrieben werden??

      Damit könnten sie sicher problemlos mehrere Stunden an der Oberfläche warten, bis Retter kommen, ohne Schaden zu nehmen.
      Ja. Aber eben nicht bei den Bedingungen, die gerade beim Einstieg herrschen. Da ist schon mehr als einem das Mundstück rausgeflogen und du machst 5 Rollen wenn die Welle dich packt. Ich habe selber genau aus diesem Grund schon TG's genau da abbrechen müssen.
      Taucher haben einen relativ frischen
      medizinischen Check hinter sich und müssen daher über eine gewisse
      körperliche Grundfitness verfügen.
      Richtig. Aber bei entsprechender Strömung ist die NICHTS wert, weil du im Extremfall nicht den Hauch einer Chance gegen die Strömung hast - egal wie fit du bist.


      Taucher planen ihre Tauchgänge, berücksichtigen also die Gezeitenströmungen
      Auch richtig. Aber die Strömung kannst du nicht planen. Die verläuft mal so und mal so.....die kannst du prüfen aber nicht planen.

      Die Taucher gehen sicher auch nicht "immer am Leuchtturm tauchen", sondern nur dann, wenn die Bedingungen es zulassen.
      Genau. Und wenn die Taucher es entspannt angehen, dann kann man da auch als Schwimmer beruhigt ins Meer gehen. Natürlich bestätigen auch hier Ausnahmen die Regel. Zu den Surfern schreibe ich nichts, denn von dem Gebiet habe ich keine Ahnung.

      @Fuerte Tom: Wenn du deinen ersten Satz nicht geschrieben hättest, hätte ich nicht geantwortet. Aber wenn ich nach so einer Ansage so einen Bullshit lese, dann kann auch ich nur so reagieren. Also besser mal den Ball etwas flach halten.
      Viele Grüße, Markus

      -el loco de barco :)

      Generation111 schrieb:

      Genau. Und wenn die Taucher es entspannt angehen, dann kann man da auch als Schwimmer beruhigt ins Meer gehen. Natürlich bestätigen auch hier Ausnahmen die Regel
      Sehr gewagt, einen derartigen Freifahrtschein auszustellen ohne die Ausnahmen explizid aufzuführen.
      Fakt ist, dass der Atlantik seine Tücken hat und kein Badesee ist. Das wird immer noch täglich von vielen Gästen unterschätzt und genau die bringen andere in Lebensgefahr, die helfen wollen, damit die Unterschätzung nicht tödlich endet.
      ich bin kein Taucher, aber eine halbwegs gute Schwimmerin und kenne den Strandabschnitt um den Leuchtturm herum sehr gut. Auf google earth kann man sehen, dass es teilweise schon strandnah sehr steil nach unten geht. Dort gehen auch die Taucher rein. Links vom Leuchtturm (vom Strand aus gesehen) sind zwischen den Gezeiten starke Strömungen. Wenn man nicht aufpasst, wird man schnell rausgezogen. Der Atlantik ist eben nicht ein Badeteich in Mecklenburg, Man muss schon auf die Flaggen und die Infos zu Ebbe und Flut achten. Die tödlichen Unfälle sind doch der beste Grund, nicht leichtsinnig zu sein. Steht im Übrigen in jedem Reiseführer.

      Selbst widerlegt!

      @Generation111

      Vorweg gesagt: Deine Wortwahl (Fresse halten, Bullshit…) zeugt nicht gerade von Diskussionskompetenz. Ich habe niemanden „angeklagt“, sondern die meiner Meinung nach naiven und fahrlässigen Äußerungen in Deinem und Annis Postings kritisiert.

      Du widerlegst Deine Aussage doch selbst, indem Du sagst, dass Du schon Tauchgänge am Leuchtturm wegen Wellen und Strömungen abbrechen musstest, obwohl die Taucher dort doch IMMER ins
      Wasser gehen.


      Ich bin selbst ehemaliger Sporttaucher, ehemaliger Leistungsschwimmer, Freitaucher, Windsurfer mit Worldcuperfahrung, bin beim Boogyboarden in La Pared schon zweimal fast abgesoffen, und habe neben Segeln, SUP und Kayakfahren schon so ziemlich alles an Wassersport in Fuerteventuras Gewässern gemacht, was man machen kann.
      Auch Tauchgänge am Leuchtturm habe ich hinter mir, und da waren einige bei Bedingungen dabei, bei denen Schwimmer nicht mehr ins Wasser hätten gehen sollen. Deshalb glaube ich, dass ich bei dem Thema durchaus auch aus eigener Erfahrung und Urteilsvermögen mitreden kann.

      Ich halte die Aussage: „Man kann an einem Strand gefahrlos schwimmen, weil dort Taucher und Surfer regelmäßig ins Wasser gehen“, für grob fahrlässig und gefährdend. Der Strand von La Pared ist das beste Gegenbeispiel. Und selbst wenn die Zone am Leuchtturm nicht so oft so gefährlich ist bzw. scheint, sterben dort regelmäßig Badende.

      Tauchen, Surfen und Schwimmen haben nun einmal ein grundsätzlich unterschiedliches Riskoprofil.

      Hier noch ein paar Antworten auf Deine Fragen:


      Taucher und Surfer lernen in der Ausbildung, wie man sich in Gefahrensituationen zu verhalten hat. Dazu gehört sicher nicht, GEGEN die Strömung anzukämpfen. Dafür würde auch die
      Fitness eines Profischwimmers tatsächlich nicht ausreichen, wohl aber um richtig zu reagieren und z.B. seitlich aus der Strömung zu schwimmen oder ruhig auf Rettung zu warten.


      Die Anwesenheit eines Tauch- oder Surflehrers dürfte die Sicherheit gegenüber einem Schwimmer, der ohne Begleitung eines Profis ins Wasser geht, immer erhöhen, auch wenn er nicht in
      jeder Situation direkt eingreifen kann. Außerdem wird er schon im Vorfeld Risiken erkennen und ggfs. vermeiden.


      Allein der Neoprenanzug erhöht in einer Notlage, in die auch Taucher und Surfer zweifelsfrei kommen können, die Überlebenschancen dramatisch (Kälteschutz und Auftrieb). Die Lösung in einer Strömungsnotlage ist dann eben nicht das „von allein an den Strand Zurückkommen“, sondern das Überleben und über Wasser bleiben, bis Rettung kommt. Als Taucher habe ich übrigens gelernt, in einer solchen Situation den Bleigurt und sonstigen überflüssigen Ballast abzuwerfen. Außerdem bin ich überzeugt, dass ein Taucher mit Anzug, Maske, Schnorchel und Flossen besser ausgerüstet ist, um sich ggfs. auch selbst zu retten, als ein Schwimmer in Badehose.

      Du beschreibst eine Situation, in der Deine Ausrüstung Dich gehindert hat, durch die Wellen ins Wasser zu kommen.(Wie kann das sein, wenn Taucher am Leuchtturm IMMER ins Wasser gehen?) Ein Schwimmer mag sich durch den „Spaß“ des Wellenbadens geradezu animiert fühlen und kommt sicher leichter rein, aber vielleicht nicht wieder raus…

      Würdest Du als Taucher Deinen Tauchgang genau in die Zeit zwischen Hoch- und Niedrigwasser legen, einen Tag nach Vollmond? Sicher nicht! Genau zu dieser Zeit hat sich aber das Unglück ereignet, das hier zuletzt thematisiert wurde.

      Deine Aussage: „Und wenn die Taucher es entspannt angehen, dann kann man da auch als Schwimmer beruhigt ins Meer gehen. Natürlich bestätigen auch hier Ausnahmen die Regel.“ halte ich erneut für gefährlich: Zum einen kann der Badende gar nicht beurteilen, ob die Taucher „entspannt“ oder „an ihrer Leistungsgrenze“ ins Wasser gehen. Zum anderen können auch Taucher, wie Du selber schreibst, die Situation falsch einschätzen.

      Und außerdem sind es gerade die Ausnahmen von der Regel, die Menschen in Lebensgefahr bringen.

      Deshalb habe ich es kritisiert, dass Ihr eine solche Regel aufgestellt habt: („Dort wo Taucher u. Surfer ins Wasser gehen, ist es für Schwimmerungefährlich“).

      Eine solche These würde ich übrigens als Bullshit bezeichnen. (Aber wir wollen ja niveauvoll bleiben ;) )
      Das könnte jetzt wieder eine ewige Diskussion werden. Da habe ich keinen Bock drauf und steige deshalb hier aus. Fühl dich als Sieger + gut ist. Von IMMER hab ich aber nichts gesagt. Ich selbst habe die letzten Jahre bei Stephan Reckers getaucht und der ist mit uns immer vom Boot aus getaucht. Das ist um einiges bequemer.

      Dieter Nuhrs Aussage + der Bullshit war eine Ansage auf "Wie naiv muss man sein" Das geht auch Niveauvoller.
      Viele Grüße, Markus

      -el loco de barco :)
      Ok, ich gebe mich geschlagen. Das immer bezog sich auf den Standort. Sie gehen also immer am Leuchtturm ins Wasser und nicht anderswo. An keinem
      anderes Strandabschnitt. Wenn zu Fuß, dann (immer) am Leuchtturm.
      Bei schlechtem Wetter wird auch mal nicht getaucht. Also nicht (zeitlich) immer. Ok????
      Viele Grüße, Markus

      -el loco de barco :)

      Anni schrieb:

      Und die Surschulen gehen mit den Anfängern dahin
      @Fuerte-Tom, was du aus diesen 8 Wörtern gemacht hast ist schon erstaunlich.
      Ich glaube nicht, dass Generation 111 das Schwimmen im Meer mit seinem Satz verharmlosen wollte. Ich versteh ihn eher so als Orientierungshilfe. (Wenn die da alle im Wasser sind, könnte man sich selbst auch eher ins Wasser trauen, als wenn da niemand im Meer schwimmt)
      Und ich habe den Satz von Generation lediglich ergänzt, sogar eher noch etwas drohend mit dem Wort Anfänger.
      Es ist doch unumstritten, dass das Baden, Schwimmen, Surfen, Tauchen oder Sonstiges im Meer Gefahren birgt.
      Ich zeig mal ein paar Fotos, wie das im Herbst 2012 (am 14.10.) so am Leuchtturm aussah. Es waren mindestens 3 verschiedene Wellenreitschulen (rote, schwarze etc.) vor Ort und auch eine Tauchschule

      Die Wellenreitschulen absolvieren mit ihren Anfängern das Aufwärmprogramm



      Der theoretische Teil.
      Für die drei Kids unter 10 Jahren war ein extra Surflehrer eingeteilt



      hier sieht man die Maßen an Surfwilligen, zum Teil zum 1. mal



      und hier erkennt man auch schon die Gefahr, wenn es keine 1:1 Lernsituation ist.
      Der Surflehrer hat zwei der Jungs im Blick. Der dritte, in seinem Rücken, landete gerade vor meinen Füßen



      Ich will mit diesen Fotos nichts verharmlosen und auch niemanden ermutigen, < wenn die ins Wasser gehen kann ich auch >. Das muss jeder Urlauber für sich selbst entscheiden.
      Ich will lediglich aufzeigen, wie das so gehandhabt wird.
      Ich beobachte halt gern mit meinem Fotoapparat.

      Und bitte, nicht jeden Satz, jedes Wort jetzt zerpflücken, ich hasse das :laber: , dann doch lieber nachfragen wie es gemeint war.
      LG Marianne
      @anni. Ich will mich mit auch niemandem streiten, aber ich reagiere zugegebenermaßen etwas empfindlich, wenn die Gefahren der Küsten Fuerteventuras durch eine leichtfertige oder nicht voll ausformulierte Äußerung verharmlost werden, insbesondere dann, wenn gerade wieder einmal jemand sein Leben verloren hat.


      Eure beiden Postings waren eine direkte Antwort auf die Warnung vor Strömungen in Waage´s Posting. Ich, und wie ich den anderen Postings entnehme, nicht nur ich, habe in Eurem Posting in diesem Zusammenhang eine Abschwächung von Waage´s Warnung bzw. ein Kleinreden der Gefahren gesehen.


      Die Wellen, die auf Deinen sehr schönen Fotos zu sehen sind, sind übrigens hoch genug und völlig ausreichend, um irgendwo in der Nähe eine sogenannte RIP-Strömung zu verursachen. Das Wasser, das an den Strand rollt, muss schließlich auch irgendwo wieder abfließen. Insofern tun Badende auch bei solchen vermeintlich harmlosen Bedingungen gut daran, vorsichtig zu sein.

      Wer immer noch nicht wahrhaben will, sollte vielleicht mal hier nachlesen blausand.de

      Fuerte_Tom schrieb:

      ......Wer immer noch nicht wahrhaben will, sollte vielleicht mal hier nachlesen blausand.de
      Ein sehr gut erklärende Seite, da stöbere ich mal jetzt 'ne Weile.

      Kommt es mir nur so vor, oder sterben/ertrinken in den letzten 1-3 Jahren mehr Schwimmer/Badende als z.B. vor 5 Jahren auf Fuerteventura?
      Und wenn ja, woran liegt das, sind die Menschen leichtsinniger geworden?
      LG Marianne
      Das war ja alles sehr interessant aber ich bin weder Taucher noch Surfer. Wenn ich kurz vor Morro ins Wasser gehe gibt es dort weder Rettungsdienst noch Warnflaggen. An den Wochenenden sind dort vor allem Einheimische und Kinder. Ich glaube nicht das von denen auch nur einer einen Gedanken an die Gefährlichkeit des Meeres verschwendet. Kann es sein das fast nur Touris ums Leben kommen?

      Ich weiss ihr werdet mich jetzt zerreissen, aber bei ruhigem Wetter fällt es mir einfach schwer zu glauben, das in Strandnähe dorteine gefährliche Strömung ist.
      Naja zerissen wirst Du nicht, Waage, aber genau wegen solchen einfachen Verallgemeinerungen ertrinken Menschen.

      Das Thema Strömung ist sehr komplex. Manchmal offensichtlich erkennbar, manchmal aber auch nicht.

      Grundsätzlich sind wir am Atlantik. Die kinetiesche Energie der Wasserbewegungen ist da eben schon enorm. Im Westen mehr als im Osten. Das hat sich mittlerweile fast jeder Fuerte-Urlauber eingeprägt. Es gibt auch so etwas, wie grundsätzliches Strömungsverhalten, aber eben enorm viele variable Einflüße. Wellengang, Wind, Gezeiten (grundsätzlich Ebbe oder Flut), Gezeitenstärken usw und eben auch die Beschaffenheit der Küstenregion, die maßgeblich die erwähnten Rip Strömungen verursachen. Der Begriff kommt übrigens aus dem Englischen "riptides" (Brandungsströmung) und nicht, wie man vermuten könnte von R.I.P (Requiescat in pace), was allerdings durchaus auch zutreffend ist.

      Laufen Wellen (die dann natürlich bei gewissen Gegebenheiten s.o. mehr oder weniger Energie haben können) zum Strand, muss dieses Wasser auch irgendwie wieder zurück zum Meer. "Normalerweise" macht es dies gemäß dem "natürlichen" Strömungsverhaltens. Nun können aber Unterwasser-Hindernisse (zb die Felsen in La Pared -das kennt man jetzt-; aber eben auch Sandbänke -je nach Ausprägung-) den Rückfluß des Wassers erheblich verändern. Ich habe mich mal als Grafiker versucht *hüstel*

      "normler Rücklauf"


      "Rücklauf mit zb Sandbänken"



      Der dicke blaue Pfeil rückwärts kann je nach Wasser, Wind, Wellen erheblich sein. Kein Schwimmer hat eine Chance dagegen anzuschwimmen. Erfahrene Schwimmer würden evtl. (wenn sie es wissen) seitlich (also parallel zum Strand) rausschwimmen. Wen diese Strömung allerdings überraschend trifft, der wird in Panik verfallen, seine Kräfte verbrauchen und hat dann in Ermangelung von Rettungspersonal wohl verloren.

      Diese Sandbänke gibt es auch an der Jandia Küste. Mal weniger mal mehr ausgeprägt. Wenn jetzt alles zusammenkommt (starke Ausprägung der Sandbänke, starker Seegang, evtl. noch Flut-Ebbe Phase bei Vollmond), dann ist das bestimmt eine gewaltige, nicht zu unterschätzende Gefahr.
      Das Problem ist wohl, dass das Meer meist so unsagbar schön einladend und harmlos aussieht. Die sanften Wellen und die Sonne sorgen zudem für Hochstimmung, und dann kommt der Leichtsinn...

      Übrigens ist das parallele Schwimmen nahe zur Küste, wie von Henry erwähnt, immer sinnvoll. Man kann schneller gegensteuern.
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