Jandia Playa - beliebtestes Urlaubsziel.

      Jandia Playa - beliebtestes Urlaubsziel.

      Jandia Playa – beliebtestes Urlaubsziel.

      Die Jandia Playa besticht vor allem durch den langen, sanft abfallenden und daher auch für Kinder hervorragend geeigneten Sandstrand. Wenn dann auch noch die Unterkunft stimmt, ist der Urlaub gut gelungen. Ein Fest für die Augen allerdings ist die Architektur des Ortes nicht gerade: Für Jandia Playa, das Ende der 1960er Jahre aus dem Sand gestampft wurde und inzwischen Fuerteventuras größtes Ferienzentrum ist, gab es keine Baupläne bzw. waren diese von den Investoren vom spanischen Festland oder aus Mallorca einfach ignoriert worden. Es ging einzig und allein darum, möglichst viele Hotels-und Apartmentbetten auf dem begrenzten Baugrund unterzubringen. Und leider kam niemand auf die Idee, diesem „Betonbandwurm“ so etwas wie ein Zentrum zu geben. Erst in den 1990er Jahren begann man überhaupt Gehwege und kleine, autofreie Gassen zu schaffen, an denen sich Bars, Restaurants und Geschäfte etablierten.
      Die ungezügelte Bauwut wurde schließlich eingedämmt. Seit 1989 dürfen keine Hotels mehr dicht am Strand entstehen. Aber auch heute passiert es noch, daß alte Baugenehmigungen aus der Schublade gezogen werden und damit das neue Gesetz Makulatur wird.

      Südlich der Dünen Risco del Paso schlängelt sich die Straße in großen Kehren entlang der Küste. Weniger kurvenreich ist die neue landeinwärts über die Landschaft gelegte Autobahn. Wer es jedoch nicht eilig hat, bleibt auf der Landstraße und genießt den Blick auf das blaue Meer, überwölbt von einem meist wolkenlosen Himmel. Dazwischen erspäht man kleine oder größere Strandabschnitte. Von den Dünen bis zur Retortenstadt Jandia Playa sind es rund 10km, nach weiteren 3km endet die Straße in Morro Jable

      Der Ort „Morro Jable“ erstreckt sich zu beiden Seiten des Cantil (=Steilklippe). Hier ist durch die Bauarbeiten eine wichtige paläontologische Fundstelle in Gefahr. Das Riff bei Morro Jable, steht als „Reserva Submarina Natural“ unter Naturschutz. Der alte Name des Weilers war „Puerto de la Cebada“ (=Gerstenhafen), ein Hinweis darauf, daß hier früher bei Gelegenheit ohne leidige Zollkontrolle Getreide exportiert wurde.
      Der französische Forscher René Verneau fand die gesamte Jandia Halbinsel 1885 noch unbewohnt vor. Mit dem Tourismusboom hat sich die Einwohnerzahl von Morro Jable seit 1950 verzehnfacht.
      Sehr schön ist es auf der 1998 fertig gestellten Strandpromenade die rund 2km lange Strecke von Jandia Playa nach Morro Jable zu erwandern. Besonders romantisch ist der Spaziergang am Abend, wenn sich die Lichter der Laternen im Wasser spiegeln.

      In der Nähe des Leuchturms an der Punta de Jandia leben nur wenige Personen in dem kleinen Fischerdorf „Puerto de la Cruz“. Hier führte die Ingenieurschule von Las Palmas einen Modellversuch durch, um mit Windgeneratoren die Strom-und Trinkwasserversorgung in autarker Weise zu garantieren. Das größte Zentrum von Windgeneratoren befindet sich hinter der Costa Calma Richtung Jandia

      Jeder der die Halbinsel Jandia bereist, fragt sich, was in dieser Einöde, die während des Zweiten Weltkrieges gebaute militärische Rollbahn in der Nähe der Punta de Jandia und die festungsähnliche Villa des Deutschen Gustav Winter, seinerzeit für eine Rolle spielten. Um Licht in die Legenden zu bringen, muß man auf die Öffnung der hinterlegten Unterlagen in Gran Canaria warten. Diese sollen erst 60 Jahre nach Kriegsende veröffentlicht werden. Also noch eine geringe Wartezeit. (Bericht über die Villa. Winter nachlesen).

      Ein anderer General, Franco, beeinflußte abermals die Geschichte der Insel Fuerteventura, indem er die ganze Halbinsel Jandia der Marine des Deutschen Reichs als Seestützpunkt überließ. Die geographische Lage der Kanaren war für Deutschland in den vierziger Jahren ebenso wichtig wie für die NATO in den Siebzigern, und innerhalb des Archipels wurde Fuerteventura durch seine geringe Einwohnerzahl und innerhalb dieser Insel wiederum die Halbinsel Jandia zum unübertrefflichen Stützpunkt für die Unterseeboote, die den Seekrieg im Atlantik durchführen sollten.
      Die Geschichte der wenigen Bewohner der Gegend ist ab 1939 dieGeschichte eines Exils auf ihrer eigenen Insel, denn sie wurden vertrieben auf die andere Seite der Mauer, ohne Entschädigung irgendwelcher Art und selbstverständlich ohne Erklärungen.

      Natürlich bedeutete das Ende des Krieges das Ende des Seestützpunktes Jandia. Aber es bedeutete weder die Rückgabe der Halbinsel an Spanien, noch an ihre früheren Bewohner. Die Jahre vergingen und auf der Insel wurde weiterhin ein militärisches Kommando aufrechterhalten, an dessen Spitze ein Deutscher Namens Winter stand, nicht nur als Besitzer der Halbinsel, sondern auch der Küstenzone, zu der - und sogar dem umgebenden Meer – er jedwedem Neugierigen den Zutritt verbot.

      Damals muß eine Junkermaschine nach Fuerteventura gekommen sein, die auf dem Flughafen von Gran Tarajal (heute Aeroclub Fuerteventura) liegenblieb, und die man noch Anfang der siebziger Jahre bei dem bescheidenen Flughafengebäude sehen konnte. .Heute ist davon nichts mehr zu sehen auch hier dem Bebauungsplan zum Opfer gefallen. Ihre Passagiere mögen eines der letzten Unterseeboote bestiegen haben, die später „die Rattenpiste“ genannte Route befuhren.
      Die Zerstörung des Stützpunktes muß gegen 1950 stattgefunden haben, oder etwas früher. Die Höhlen und untermeerischen Eingänge wurden gesprengt und mögen in ihrem Inneren Lagerräume und Depots verschüttet haben. Die Explosionen wurden tagelang in Pájara und Tuineje gehört.

      Dies ist eine unbekannte Geschichte, die zusammengetragen wurde aus Gesprächen mit Leuten von der Insel. Es ist gut möglich, daß sie romanhafte Elemente enthält, vergrößert durch die schon weit zurückreichende Erinnerung und die Phantasie. Aber es wäre interessant, das Gelände und die Küste – wenn es noch möglich ist, abzusuchen und zu versuchen, eine vergessene Seite der Geschichte zu rekonstruieren.


      W. Wolf
      Recherchen:
      Andrew Emes, A.Reifenberger
      18.10.2010
      Gott gab den Europäern die Uhr, den Afrikanern die Zeit. :D
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