Die Zukunftsängste der Bevölkerung

      RE: Die Zukunftsängste der Bevölkerung

      Viele junge Leute haben die Insel aus unterschiedlichen Gründen verlassen und dem Festland ihre Arbeitskraft geschenkt. Die "späte" Entwicklung der Insel im Ausbildungssektor für Kinder und Jugendliche mit geringen Perspektiven, sprich Schulen und Weiterbildungsmöglichkeiten haben in den 50er Jahren Spuren hinterlassen. Man muss aber bewundernd sagen, wie die Canarier und ihre Inseln aufgeholt haben und im touristischen Boom und Konkurenzkampf der Tourismusbranche den totalen Anschluss gefunden haben..."Hut ab!"
      Man bedenke, wann die Entwicklung der Insel ihren verkehrstechnischen Anschluss wirtschaftlich an Europa auf dem schnellen Flugweg fand.
      Hier ein Beispiel - Puerto del Rosario:
      bis 15. März 1956 Puerto de Cabras (Ziegenhafen genannt), eine junge Hauptstadt, 1795 an der Mündung des Rio de Cabras (Ziegenfluss) gegründet. Also, der Alte Flughafen bei Puerto del Rosario - Los Estancos, die Hauptstraße FV 10 kreuzte die Piste, wo früher auf beiden Seiten Eselkarren standen, um die Durchfahrt der wenigen Automobile zu verhindern, wenn einmal am Tag ein Flugzeug aus Gran Canaria landete. Das an der Hauptstraße FV 10 rechtsseitig (südlich) liegende einzelne Gebäude mit seinen schönen roten Steinquadern, war früher das Flughafengebäude. Nur 5 km von Puerto entfernt, war dieser Platz günstig. Der Militärflughafen wurde 1947 auch für die zivile Luftfahrt freigegeben. Man bedenke, die Zahl der Touristen: im Februar 1950 kamen an einem "Rekordtag" gerade mal 8 Maschinen mit 46 Passagieren an. Im ganzen Jahr waren es 87!
      Unvergesslich bis heute die Geschichte mit der JU52, die über die Piste hinaus, auf den Acker schoss. Da es keinen Traktor auf der Insel gab, der sie hätte abschleppen können, zogen Ochsengespanne das Flugzeug wieder auf die Piste zurück.
      Von Puerto des Rosario auf der FV 10 in Richtung Tetir, am Abzweig Richtung el Viso befindet sich am "Alten Flughafen" eine kleine Bar, wo an der Wand im Eingangsbereich rechts noch ein Bild der damals gelandeten Flugzeuge hängt.
      Ich bin der Meinung, Fuerteventura hat in seiner Geschichte mehrmals wirtschaftliche Höhe und Tiefen im Export seiner Produkte erlebt und somit gezeigt, dass es eine wandlungsfähige Inseln sind, die nicht in Vergessenheit geraten.
      Die Canarier sind auch jetzt wieder auf einem Weg, sich touristisch international gut darzustellen. Dies wird langfristig Zukunftsängste abbauen und die Wirtschaft der Inseln stärken helfen.

      RE: Die Zukunftsängste der Bevölkerung

      Das Leben der Majoreros kann aber nicht nur vom Tourismus bestimmt sein ! Solang die Insel in den Händen von 5,6 Firmen bzw. Familienclans in den wichtigsten Zweigen des öffentlichen Lebens ist,wird die Inselbevölkerung immer zu ,,knabbern'' haben...sprich abhängig sein

      In den nächsten Jahren wird das mit dem Tourismus langsam aber sicher zurück gehen....wegen der Umweltgeschichten werden sich immer weniger eine Reise auf die Inseln leisten können....was dann?

      Auf La Palma (dieser kleinen Insel!)hat man den größten Solarpark der Kanaren eröffnet...warum nicht auf Fuerte??? Der Insel mit den meisten Sonnenstunden im Jahr???

      Für mich ist das schon kurios :evil:
      GEIZ IST DER FEIND JEDER LEBENSFREUDE !

      RE: Die Zukunftsängste der Bevölkerung

      Original von paullustig

      In den nächsten Jahren wird das mit dem Tourismus langsam aber sicher zurück gehen....wegen der Umweltgeschichten werden sich immer weniger eine Reise auf die Inseln leisten können....was dann?

      Für mich ist das schon kurios



      Warum soll der Tourismus zurückgehen? Typisch deutsche Schwarzseherei wieder mal. Ich halte es da lieber mit Analysen, die wesentlich mehr bringen, als Kaffeesatzleserei.

      Diese Analysen zeigen doch deutlich auf, dass Tourismus sich allenfalls beruhigen, aber nicht verringern wird. Es gilt also für die Kanaren, was man auf GC inzwischen erkannt hat, die finanzkräftigen Touris zu finden und im Hochpreissegment sich zu etablieren, da diese Zielgruppe für konjunkturelle Einflüsse weniger anfällig ist. Im Gegenteil, neue Kunden können in den aufstrebenden Ländern des Ostens gefunden werden - Marketing ist hier alles!

      Dass die Förderung der Billigfliegerei hier der falsche Weg war, zeigt sich jetzt doch deutlich.

      Um diesen Kundenkreis aber zu aktivieren, muss Qualitätstourismus geboten werden und da hapert es auf Fuerte doch noch ziemlich. Wenn man da investiert, wird man auch die Beschäftigungsquoten ziemlich stabilisieren können.

      Die Abhängigkeit vom Tourismus ist doch in diesen Gebieten normal und was hat dies mit einzelnen Familien zu tun? Wer die Beschäftigung garantiert, ist am Ende egal - Hauptsache, sie gibt es!

      Und noch eins, auch die Umweltproblematik wird auf den Inseln neue Arbeitsplätze schaffen, sei es bei der Energiegewinnung oder einer anzusiedelnden Industrie; alleine im Umwelt-/Entsorgunsgbereich fallen mir da viele Ideen dazu ein.

      Also bitte nicht immer schwarz malen, sondern realistische Ideen positiv für die Zukunft entwickeln!! Angst haben immer nur die, die schlecht vorbereitet und ausgebildet sind !!

      Die Auswanderung vieler junger Leute auf das spanische Festland war auch durch den unendlichen Bauboom getrieben, der gerade dort aber einen starken Dämpfer bekommen wird. Also wird es besser sein, künftig auf den Inseln zu bleiben und sich dort weiter zu entwickeln.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „Joerg53“ ()

      RE: Die Zukunftsängste der Bevölkerung

      Original von Joerg53
      Warum soll der Tourismus zurückgehen? Typisch deutsche Schwarzseherei wieder mal. Ich halte es da lieber mit Analysen, die wesentlich mehr bringen, als Kaffeesatzleserei.

      Was hat das mit Schwarzmalerei zu tun? Ist einfach nur eine logische Entwicklung der Weltwirtschaft...in D gehen die ersten Firmen Pleite,weil sie Öl und Diesel nicht mehr bezahlen können...der Fliegermarkt reguliert sich langsam,es werden wieder weniger Gesellschaften...und was passiert,wenn Konkurenz fehlt?

      Original von Joerg53
      Im Gegenteil, neue Kunden können in den aufstrebenden Ländern des Ostens gefunden werden - Marketing ist hier alles!

      Was für aufstrebende Länder im Osten gibts denn? Russen,Chinesen,Inder,Japaner...das alles sind Erlebnisreisende,keine Ruhesuchenden...

      Und wir dürfen bei allem eins nicht vergessen : viele Arbeitsplätze auf der Insel sind von Ausländern besetzt ! Gründe dafür sind jetzt erst mal Wurscht...es ist einfach eine Tatsache
      GEIZ IST DER FEIND JEDER LEBENSFREUDE !
      Teilweise magst Du ja richtig liegen; die Fliegerei wird sich regulieren. Trotzdem ist selbst die eine wachsende Branche. Bei Airbus und Boeing und anderen sind die Auftragsbücher voll.

      Über die Tatsache, dass auf der Insel viele Arbeitsplätze nicht durch Einheimische besetzt sind, trägt natürlich die mangelnde Ausbildung der derzeitigen "Erbengeneration" einen großen Teil an Schuld. Leider hat da vielen Leuten der wachsende Wohlstand und die Einnahmen der "Gründergeneration" den Blick für die Zukunft verstellt.

      Ich bleibe dabei und hoffe nicht Lügen gestraft zu werden, dass die Besucherzahlen in Fuerte bzw. auf den gesamten Kanaren stabil bzw. wachsend gehalten werden können. Verlagerungen aus den Fernreisen heraus (solltest Du Recht behalten) werden dazu beitragen, denn dort schlagen sich Treibstoffkosten etc stärker nieder.

      Ich selbst bleibe optimistisch und würde jederzeit auch hier investieren - eine gute Anlage!

      Dramatischer Rückgang der Besucherzahlen

      Leider habe ich damals falsch gelegen. Die Weltwirtschaftskrise hat die Kanaren eingeholt. Sie werden inzwischen brutal vom Rückgang der Besucherzahlen getroffen. 410.000 Touristen weniger im 1. Quartal und das 2. Quartal dürfte noch schlechter ausfallen. Fuerteventura mit 24% Rückgang wurde am meisten betroffen. Die Arbeitslosenzahlen steigen leider schon auf etwa 25% - dies ist dramatisch und macht keine gute Stimmung auf dem Arbeitsmarkt. Spanien stellt inzwischen 40% der Arbeitslosen in der EU!

      Inzwischen seien auch hochqualifizierte Fachkräfte entlassen worden - eine Entwicklung, die zur Sorge Anlass gibt. Also leider keine Schwarzmalerei, sondern brutale Realität.

      Da der Arbeitsmarkt in Deutschland durch Kurzarbeit künstlich hoch gehalten wird, dürften auch von da noch deutliche Probleme auf die Reiselust zukommen.
      Die internationale Wirtschaftskrise ist bekanntermaßen auch in Spanien angekommen und die Kanaren sind besonders betroffen hiervon.
      Nach neueren Erhebungen leben dort ca. 400.000 Menschen in finanziell sehr schlechten Verhältnissen unterhalb der Armutsgrenze.
      Das sind ca. 20 % der Gesamtbevölkerung !
      Verantwortlich für diese Zustände dürften u.a. hohe Preise bei geringen Einkommen und die sehr hohe Arbeitslosigkeit sein und am Tourismus verdienen sie auch nicht sonderlich viel, reich werden da nur ganz wenige.
      Der normale Tourist bekommt davon wenig mit, die Armut spielt sich abseits der Hotels und Strände ab.
      Krise, welche Krise? Im gleichen Heft wird eine Villa auf Gran Canaria gerade reduziert angeboten: von € 1,5 Mio auf 760.000,- verbilligt. Na wer bei diesem Schnäppchen nicht zuschlägt...
      "Wie man auf einem Schiff befindlich, sein Vorwärtskommen nur am Zurückweichen und demnach Kleinerwerden der Gegenstände auf dem Ufer bemerkt, so wird man sein Alt- und Älterwerden daran inne, dass Leute von immer höheren Jahren einem jung vorkommen"
      (Arthur Schopenhauer)

      Es kommt evtl. noch schlimmer!

      Also es wurde schon oft diskutiert, aber man muss es nochmals hervorheben: DIE ARMUT IST IMMER AUSSERHALB DER STRÄNDE!

      Die ist nicht typisch für Spanien, da gibt es weltweit unzählige andere Beispiele.

      Hier geht es halt mal um Spanien und die Kanaren. Gerade in Spanien wurde wie auch in Griechenland und Portugal über die Verhältnisse gelebt. Deutschland soll nun die Rechnung bezahlen....so geht das nicht! Finanzjoungleure haben die Welt in die Krise getrieben und machen es zur Zeit gerade zum zweiten Mal schon wieder so.

      Dass Immobilien auf den Kanaren preislich verfallen - da warte ich schon lange drauf, aber inzwischen glaube ich auch, es wird nur in Einzelfällen so sein, da gerade auf den Kanaren die wenigsten Besitzer verkaufen "müssen".

      Patentrezepte gibt es keines, da hilft vermutlich nur eisernes sparen, heißt, längere Arbeitszeiten, weniger Löhne und Sozialleistungen einschränken. Bevor jetzt der große Aufschrei kommt, ich finde das auch grausam, aber es wird unabänderlich kommen. Damit wird natürlich die Schere zwischen arm und reich weiter auseinander klaffen, ohne Kontrolle des Finanzsystem wird es aber ehr schlimmer kommen als geschildert, weil die nächste Krise niemand mehr finazieren kann.

      Die super gut situierten Rentner von heute, die jetzt auf absolut hohem Niveau riesig jammern, wird es in Zukunft eben nicht mehr geben, außer jemand kann das selbst in jungen Jahren absichern.

      Welche Auswirkungen hat das auf die Tourismusbranche. Nüchtern betrachtet braucht man die leute, die in Zukunft noch verreisen können und dann auch Geld ausgeben - also ist eine Strategie des "hig-price" 5-Sterne-Tourismus absolut richtig.

      Keine gute Entwicklung für die grosse Masse, aber vermutlich leider die Realität!

      Keine gute Idee!

      Wenn eine Firma pleite geht, das kommt alleine 100.000 mal im Jahr in Deutschland vor, dann gibt es andere Mittel als einen Hungerstreik. Dies ist eine politische Dimension, die man nicht überstrapaziert. Und ob diese Insolvenz ein Zeichen ist, dass es noch schlimmer wird, würde ich daraus nicht schliessen.

      In derselben Zeitung steht geschrieben, dass 72% der Jugendlichen unter 15 Jahren auf den Kanaren ein Handy besitzt, wäre für mich ein Zeichen, es geht noch so....

      Klar, die Lage in Spanien ist kritisch, aber genaue statistische Zahlen wären hilfreicher, als Panikmache in den Zeitungen.

      Die kritische Frage, die jetzt aber gestellt werden muss, ob die ärztliche (Notfall-)Versorgung noch gewährleistet ist!!
      Und dazu noch ein typisches Zeitungsbild in dem Artikel, das bei manchen Lesern garantiert falsche Schlussfolgerungen hervorruft, insbesondere bei denjenigen, die nur oberflächlich draufgucken. Gemeint ist die Abbildung eines Fahrzeugs des spanischen Roten Kreuzes.
      Arbeitgeber der sich im Streik befindlichen Rettungskräfte ist nämlich ein kommunales Unternehmen, nicht etwa das Rote Kreuz.
      Ich gehe mal davon aus, dass die Notversorgung durchaus noch gewährleistet ist, auch die Streikenden werden ja medizinisch versorgt.

      Gruß ennis
      Als Gott die Zeit gemacht hat, hat er genug davon gemacht (irisches Sprichwort)

      Krise vorbei?

      Mein Eindruck in diesem Sommer war eindeutig, dass ein deutlicher Anstieg der Touristenzahlen direkt zu spüren war. Ist die Krise auf den Kanaren vorbei? Zu wünschen wäre es den Bewohnern und Beschäftigten dort.

      Ein weiteres positives Anzeichen dürfte dieser Artikel aufzeigen:


      :guck: Fuerteventura Zeitung

      :guck: und hier auch:


      Damit dürfte es aber auch kaum noch Schnäppchen geben (es gab eh kaum welche) - die Flugpreise dürften da auf hohem Niveau bleiben.
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