Angepinnt Fernseh-Berichterstattung über Fuerteventura/Kanaren

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      Fuerteventura wurde nicht erwähnt. Alles besser bei uns?

      Und noch eine Bemerkung, für die ich wahrscheinlich erschlagen werde: Die gravierendsten Probleme bezügl. Arbeitslosen, armen Menschen und Obdachlosen bestehen in den großen Städten von Teneriffa und Gran Canaria. Schaut euch mal unsere Großstädte an!

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      Ja es gibt teils ähnliche Probleme in Deutschland. Ein soziales Netz wie bei uns gibt es nicht. Ländliche Regionen sterben aus. Es fehlen bessere Arbeitsgesetze. Wie kann es sein, das einer schwangeren Frau gekündigt wird? Taxifahrer bei angelegtem Kreuzfahrtschiff nicht in den Hafen fahren dürfen? Die großen Urlaubsfirmen sich den ganzen Umsatz einsacken. Die Inselregierungen wären da gefragt etwas zu tun. Ich denke die Probleme gibt es genauso auf La Palma, Fuerte ... Die Recherche könnte man bestimmt noch vertiefen wenn man wollte.
      Auch die Umweltprobleme kann man in den Griff bekommen.

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      Sparfuchs schrieb:

      Ja es gibt teils ähnliche Probleme in Deutschland.

      Als Beispiel kann man den "Kalkofen" in Kaiserslautern benennen...

      Für mich war es eine tolle Berichterstattung, weil auch gerade die "Wohnungsnot" angesprochen wurde.
      AirBnB und Co geben ihren Rest dazu und somit kann man munter OT weiterdiskutieren...

      Wie @Sparfuchs schon schrieb ist nun die Inselregierung gefragt, damit die Urlaubsfirmen nicht noch mehr
      unter sich die Gewinne einfahren können...
      ... es kann alles schneller enden, als wie man denken kann ...

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      In dem Bericht wurde gesagt, das viele Private ihre Wohnungen und Häuser vermieten und das auf den Canaren erlaubt ist, oder habe ich das falsch verstanden?
      Hier wurde doch oft berichtet das das verboten ist.
      Ich fand den Bericht erschreckend und habe mich gefragt, wie wohl das Personal in unserem Hotel bezahlt und behandelt wird.
      Aus einigen Gesprächen im letzten Urlaub ( Vor dem El Palacete hatte ein Angestellter jeden Montag wegen angeblicher schlechter Bezahlung krach gemacht ) ist das wohl aber nicht so.
      Da sieht man so manches mit anderen Augen.
      Grüßle die Waage

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      Waage schrieb:

      In dem Bericht wurde gesagt, das viele Private ihre Wohnungen und Häuser vermieten und das auf den Canaren erlaubt ist, oder habe ich das falsch verstanden?


      Das wurde definitiv so gesagt. In Spanien verboten auf den Kanaren nicht.

      Wir werden an einigen Stellen demnächst das Trinkgeld (deutlich) hoch setzen wenn die Leistung stimmt. Z.B. bei der Zimmerreinigung. Für 900€ oder weniger muss niemand 12h/ Tag arbeiten. Es kann nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein, das ist mir klar. Aber Kleinvieh macht auch Mist. Wenn mich der Urlaub dann in Summe 50€ mehr kostet, so what. Tut mir nicht weh.
      Viele Grüße, Markus

      -el loco de barco :)

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      @Generation111 Markus, das ist nett gemeint von dir, aber kann nicht die Lösung des Problems sein. Die Hoteliers heimsen Riesengewinne ein und MÜSSEN ihre Angestellten anständig zahlen. Da ist die Regierung gefragt, die evtl. auch eine Art Mindestlohn einführen müssen. Von brutto 1000 Euro kann man auf den Kanaren einfach nicht leben.

      Was die private Vermietung von Eigentum angeht, kann ich mir nicht vorstellen, dass es auf dem Festland verboten, aber auf den Kanaren erlaubt sein soll. Das Gesetz gilt doch für ganz Spanien. Auf den Kanaren wird es wohl einfach nicht umgesetzt und damit die illegale Privatvermietung geduldet.
      Schlimmer geht immer :D

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      @Generation111
      wenn ich richtig informiert bin wird in unserem Hotel das Trinkgeld gesammelt und dann unter den Angestellten verteilt. Allerdings weiss ich nicht, ob Abteilungsübergreifend.
      Also wenn ich unserer Putzfrau Geld gebe bleibt ihr das nicht sondern alle bekommen etwas.
      Aber das mit dem Ausnutzen des Personals gibt es überall, leider.
      Nach dem Bericht, sieht man auch die Wohnungssituation ganz anders, auch wenn man manchmal heruntergekommene Häuser sieht.
      Bezeichnend finde ich auch, das es auch dort Tafeln gibt.

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      Generation111 schrieb:

      Wir werden an einigen Stellen demnächst das Trinkgeld (deutlich) hoch setzen wenn die Leistung stimmt. Z.B. bei der Zimmerreinigung.


      Für mich immer selbstverständlich... man läuft der Raumpflegerin meist ja auch über den Weg und drück ihr einen anerkennenden Obolus in die Hand. Auch haben wir unser Proviant, was wir nicht mehr brauchten, seperat zur Seite gestellt. Es ist natürlich ein Tropfen auf den heißen Stein und bekämpft leider auch nicht den eigentlichen Grund.
      ... es kann alles schneller enden, als wie man denken kann ...

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      Für mich war der Bericht sehr flach, nicht meckern....meine Meinung
      Slums gibt es in D auch in den Großstädten und in dem Bericht wurden auch nur Großstädte auf den Inseln genannt.
      Schaut Euch mal die Wohnverhältnisse der arbeitenden Bevölkerung auf den top Urlaubsinseln in Deutschland an, da gibt es Parallelen, nicht bezahlbar.
      Die Demos Montags vor dem Palacete hören wir, die Angestellten kämpfen für einen Betriebsrat.
      In D gibt es auch nicht überall Betriebsräte, die Spannweite über Entlohnung ist auch groß. Letztendlich werden gute Leute gut bezahlt und Leute, die meinen, sie wären gut, eben geringer. In der Anlage, wo wir seit 10 Jahren wohnen, putz immer noch Sadia, keine Fluktuation, ergo, sie ist gut und bekommt auch guten Lohn.
      Gruß

      Rainer :winki:

      :cool: Serientäter seit 2008 zur Winterzeit in Morro Jable, wenns in D ungemütlich ist

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      casa b schrieb:

      Für mich war der Bericht sehr flach, nicht meckern....meine Meinung


      Ich meckere nicht, sondern bin sogar der gleichen Meinung. Allerdings sehe ich auch das Problem, in 45 Minuten die wichtigsten Informationen verständlich zu verpacken. Zudem ging der Bericht, das nehme ich zumindest mal an, von Publikum aus, das nur die allgemeinen Touristeninformationen über die Kanaren hat. Hier im Forum sind doch viele User, die etwa besser informiert sind.

      Eines von vielen Problemen ist sicher, dass viele Angestellte nur recht kurzfristige Zeitverträge haben. Wenn ich mich nicht ganz täusche, liegt das aber auch daran, dass es in Spanien extrem schwierig bzw. zumindest sehr teuer ist, einem Arbeitnehmer mit unbefristetem Vertrag wieder zu kündigen, selbst wenn die Kündigung absolut berechtigt ist.

      Selbstverständlich können wir als Touristen die Probleme nicht lösen. Aber wir können ein ganz klein wenig dazu beitragen, indem wir z.B. als Wiederholungstäter bei der Hotelwahl darauf achten, dass die gewählte Anlage halbwegs fair die Angestellten bezahlt. Ein Anhaltspunkt dafür dürfte sein, ob das Personal sehr häufig wechselt oder ob es in großen Teilen gleich bleibt. Das ist natürlich auch keine Garantie für faire Bezahlung, spricht aber doch dafür.

      Gruß ennis
      Als Gott die Zeit gemacht hat, hat er genug davon gemacht (irisches Sprichwort)

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      Wir sind in den letzten Jahren 3 x im Sensimar Calypso gewesen, dabei haben wir etliche Mitarbeiter wieder gesehen. Zudem machten die Meisten einen zufriedenen, fröhlichen Eindruck. Daraus aber auf deren Einkommensverhältnisse schließen zu können halte ich für unmöglich.

      Die Reportage des WDR gehört für mich zur üblichen Betroffenheitsberichterstattung. Wir können uns über die Zustände aufregen, feststellen dass wir ganz anders als die Massentouristen sind und uns natürlich bemühen, alles richtig zu machen. Ich fürchte, damit lügen wir uns in die eigene Tasche.
      Schlussendlich würde mich mal interessieren wo die Fernsehjournalisten ihren Urlaub verbringen. Auf dem heimischen Balkon?

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      Wenn man ein komplett gewissenloses Arschloch ist, kann man hier auf den Inseln auf den Schultern der Unterschicht schnell reich werden, zumindest aber ein fettes Leben führen.

      Es ist völlig üblich, dass - die Zeitarbeitsverträge auf einen offiziellen Nominallohn gesetzt werden, der dem Mindestlohn entspricht. Im Vertrag stehen 40 Stunden - der Chef sagt Dir aber, dass Du 48 zu arbeiten hast.
      Und Du machst das natürlich, denn Du hast ja 3-6 Monate Probezeit, auch wenn Du sowieso nicht länger als ein Jahr, meist weniger, beschäftigt wirst.

      Und Du arbeitest meist partido, also morgens vier Stunden und abends vier Stunden, da bleibt nicht mal viel Zeit zum Leben. Und natürlich 6 Tage und nicht fünf.

      Die "sozialeren" AG, schreiben den Mindestlohn in den Vertrag - und geben Dir unter der Hand schwarz was dazu - das hält gefügig und kostet weniger Sozialabgaben. Wenn Du dann nach der Zeitarbeit arbeitslos wirst und paro beantragst, bekommst Du das natürlich nur auf den Vertragslohn, für die Schwarzzahlung gabs ja keine Sozialbeiträge. Dito Rente.

      Das werden sicher NICHT die grossen Hotels sein, die zahlen ordentlich tarilich, haben aber auch nur wenig Festangestellte, der Rest ist rollierende Zeitarbeit. Wohl aber die ganze Korona des der Tourismusindustrie angegliederten Servicedschungels.
      Die Kneipen, die Ausflugsanbieter, die Ausflugsagenten usw.usf. - hier herrschen teilweise frühkapitalistische Zustände, nicht nur für die Einheimischen, sondern auch für die vielen Osteuropäer und wer auch sonst immer sein Glück in der Sonne versuchen will oder muss.
      Grüssle Micha

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      Schon im präfaktischen Zeitalter wusste Mohammed:
      Die Tinte des Gelehrten ist heiliger als das Blut des Märtyrers.
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